Switzerland

«Linke Hure gegen rechten Journalismus»: Berliner Prostituierte Salomé Balthus braucht Spenden gegen «Weltwoche»-Köppel

Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus sieht durch «Weltwoche»-Berichterstattung ihre Persönlichkeit verletzt. Doch sie braucht Geld. Denn «wer in der Schweiz um sein Recht kämpft, muss die gesamten Prozesskosten auslegen», schreibt die Berlinerin auf der Crowdfunding-Webseite Leechi.

«Weltwoche»-Chefredakteur und -Verleger Roger Köppel (54), der für die «ultra-rechte SVP im Nationalrat sitzt», sehe der Sache gelassen entgegen, so Balthus. Doch wer in der Schweiz klage, müsse die Prozesskosten auslegen. «Helft ihr mir?» fragt Balthus, die eigentlich davon lebt, als Luxus-Escort Sex zu verkaufen. «Woher sollte eine Berliner Hure schliesslich 15'000 Schweizer Franken haben?»

Die Wochenzeitung habe private Details über sie veröffentlicht, gegen ihren Willen, sagt Balthus. Ein «Weltwoche»-Journalist, der an kein Interview mit ihr kam und stattdessen ein «Dinner-Date» mit ihr buchte, «um in den Genuss meiner Dienstleistung zu kommen», habe ein dreiseitiges Portrait über sie verfasst – inklusive mündlicher Zitate, die sie nie autorisiert habe. Dies trotz schriftlicher Vereinbarung, so Balthus, dass das Treffen «keinerlei journalistische Verwendung findet».

Balthus will Prozess für gemeinnützigen Zweck gewinnen

Statt gleich zu klagen, fordert Balthus einen Vergleich, den die «Weltwoche» bislang ablehnt. Am 20. Februar findet die Verhandlung in Zürich statt. Balthus erwartet, dass die Zeitung «weiterhin mauern und darauf spekulieren wird, dass eine einzelne junge Frau nicht in der Lage ist, ein nationales Leitmedium zu verklagen – auch wegen der horrenden Prozesskosten».

Wenn der Vergleich am 20. Februar nicht zustande komme, habe sie einen Monat Zeit, die Klage einzureichen. Dies könne sie nur tun, wenn sie die Prozesskosten in der Höhe von rund 15'000 Franken aufbringe.

«Bitte helft mir mit eurer Spende! Jeder Beitrag ist willkommen», bittet Balthus online. Gewinne sie den Prozess, erhalte sie den ausgelegten Betrag zurück und wolle sich daran nicht etwa bereichern, sondern das Geld gemeinnützig weiterspenden: an Ban Ying, eine Organisation zum Schutz von Zwangsprostituierten und Opfern von Menschenhandel. (kes)