Switzerland

Mässiger Abend für den Schweizer Fussball: Die Young Boys schaffen die Europa-League-Qualifikation, der FC Basel nicht

Nach einem 3:0-Sieg gegen Tirana steht der Schweizer Meister aus Bern in der Europa-League-Gruppenphase. Der FC Basel vergibt gegen CSKA Sofia eine 1:0-Führung und scheitert zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren.

Die Young Boys auf die Siegesstrasse gebracht: Christian Fassnacht (links) feiert mit Ulisses Garcia und Nicolas Moumi Ngamaleu sein Tor zum 1:0 für YB.

Die Young Boys auf die Siegesstrasse gebracht: Christian Fassnacht (links) feiert mit Ulisses Garcia und Nicolas Moumi Ngamaleu sein Tor zum 1:0 für YB.

Peter Schneider / Epa

Das Ringen ums europäische Ranking geht für den Schweizer Fussball weiter. In diesem Herbst wird mit den Young Boys bloss eine Mannschaft in der Europa League vertreten sein. Der FC Basel geht leer aus – ausgerechnet der grösste Schweizer Punktelieferant der vergangenen zwei Jahrzehnte wenn es um den Uefa-Koeffizienten geht. Die Basler scheiterten mit einer 1:3-Niederlage an CSKA Sofia, an einem Team, das erstmals seit zehn Jahren Abwesenheit wieder den Zugang zu einer Gruppenphase des Europacups bekommt.

Stamen Belchew, der Trainer der Bulgaren, bewies im St.-Jakob-Park ein gutes Gespür für Einwechslungen. Sämtliche Tore fielen durch seine Ergänzungsspieler. Der Portugiese Tiago Rodrigues sorgte in der 72. und 88. Minute für die Wende in einer Partie, die lange für die Basler gelaufen war. In der ersten Halbzeit hatte der FCB die besseren Chancen, nach dem Seitenwechsel verwertete Arthur Cabral einen Foulpenalty zur Führung.

Wieder ein Einbruch

Doch auch wenn das Team von Ciriaco Sforza am Donnerstag weniger hoch presste und versuchte, Kräfte zu sparen, erlitt es wie in den bisherigen Partien unter dem neuen Trainer erneut einen Einbruch. «Die Enttäuschung ist gross», sagte Sforza danach, «60 bis 70 Minuten haben wir gut und kontrolliert gespielt, danach haben die Kräfte nachgelassen.»

Rodrigues profitierte davon. Valentin Stocker und Cabral gingen ihn rund 20 Minuten vor Schluss nicht genug resolut an. Er entwischte ihnen und liess einen wuchtigen Weitschuss zum 1:1 los. Später zwängte er einen strammen Freistoss durch die lückenhafte Basler Mauer zur 2:1-Führung für die Bulgaren. In der Nachspielzeit fiel auch noch das 3:1.

Basel wird zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren nicht europäisch vertreten sein. 2018 hatte es der Trainer Marcel Koller nicht in die Europa League geschafft, damals eine Premiere nach 14 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zum Europacup. Dass der FCB schon wieder fehlen wird, ist ein weiteres Zeichen fürs Downsizing des einstigen Vorzeigeklubs und setzt den neuen Coach Ciriaco Sforza nach einem schwachen Meisterschaftsstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen bereits unter Druck.

YB wieder im Tritt

Es gibt Spiele, die wegweisend sein können. Dieses Spiel um die Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League war so eines für die Berner Young Boys. In finanzieller Hinsicht, weil die Millionen (insgesamt ungefähr sechs für die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb «fester Bestandteil des Geschäftsmodell» seien, wie der YB-CEO Wanja Greuel unumwunden zugab. Aber auch vom sportlichen Selbstverständnis her war es für die Berner essenziell, nach dem ernüchternden Scheitern in der Champions League-Qualifikation (0:3 in Midtjylland) nicht schon wieder ins Nichts zu schauen. Der KF Tirana war ein bissiger, kampfstarker, motivierter Gegner, der die anfangs gezeigte Intensität aber nicht über die ganze Spieldauer aufrecht zu erhalten wusste. So kam YB zu drei Toren. Jedes Mal war Christian Fassnacht mit im Spiel, einmal als erster Torschütze (42.), zweimal in der Vorbereitung zu den Treffern von Jean-Pierre Nsame (52./64).

Es war ein hartes Stück Arbeit für den Schweizer Meister, nach Zweikämpfen blieben oft Schmerzen zurück, knüppelhart war es gar phasenweise. Wo die Reise für YB in dieser Saison hingeht, ist schwer zu sagen. Das Team hat physische Power, aber bisweilen nicht zu viele kreative Ideen im Angriff. Die Albaner spielten wettkampfmässig ihr letztes Spiel Ende August. Man konnte sehen, wie ihre Kräfte schwanden, und schwanden, und schwanden. Atmosphärisch wähnte man sich dem lauten Stimmengewirr nach an einem Spiel von ehrgeizigen Veteranen irgendwo in einer Agglomeration einer Grossstadt. Es ging halt um richtig viel in diesem Kampfspiel. Zuschauer hatte es keine, nur Journalisten unter Masken.

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