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Mäzen Peter Buser: Zwischen Nietzsche und dem «HCD-Dämon»

HCD-Sportchef Raëto Raffainer muss sparen. Der Präsident hat ihm aufgetragen, die Mannschaft auf nächste Saison um mehr als eine Million zu verbilligen. Wir sehen also: Die finanzielle Lage beim HCD ist angespannt. Da wäre es wichtig, dass die Anzahlung in der Höhe von rund drei Millionen, die Peter Buser bereits für die Namensrechte am Stadion bezahlt hat, in der HCD-Kasse verbleibt. Der Doktor der Philosophie möchte inzwischen diesen Vertrag auflösen und das Geld zurück.

Hat Buser seine Stiftung aufgelöst?

Oder gibt es in dieser ergötzlichen Geschichte vielleicht doch ein Happy End? Verzichtet Peter Buser auf das Geld und umgekehrt der HCD auf den Vertrag, der einen Gesamtwert von 11,2 Millionen hat? Eigentlich wäre Buser bereit, dem HCD wenigstens eine der drei Millionen zu schenken. «Aber dann muss sich der Domenig entschuldigen.»

Diese Offerte hat er HCD-­Präsident Gaudenz Domenig (64) schon vor einiger Zeit gemacht. Nun haben wir nachgefragt, ob es eine Einigung gibt. Nach einer Begegnung mit Peter Buser sei eine Prognose gewagt: Eine Einigung ist unmöglich. Inzwischen ist auch die rechtliche Lage unübersichtlich. Buser behauptet, er habe die Stiftung aufgelöst, über die er den Vertrag mit dem HCD gemacht hat. Domenig und das Handelsregister sagen hingegen, die Stiftung gebe es noch. Was Buser vom Tisch wischt:

Im Falle einer Auflösung haftet Buser persönlich für den Vertrag. Was seine Kampflust eher noch anstachelt. «Ich habe einen gemeinnützigen Verein gegründet, der mich im Kampf gegen Domenig unterstützt.»

Peter Buser: «Dieser Kampf hält mich jung»

Kampf, immer wieder Kampf. Peter Buser fördert nicht nur mit seinen kulturellen Aktivitäten auch das Gedankengut von Friedrich Nietzsche (1844–1900). Er mahnt im angeregten Gespräch auch an eine Reinkarnation des Philosophen, der einst von sich sagte, er sei Dynamit. Der Vorschlag, dem HCD doch die drei Millionen zu schenken und sich als Wohltäter für den Sport, die Jugend und das Bündnerland (lange Jahre auch Nietzsches Sommer-Heimat) feiern zu lassen, weckt seinen Zorn. «Nein, nein. Ich kämpfe. Dieser Kampf hält mich jung.» Und wenn der 82-Jährige sich über den HCD-Obmann in Rage redet, wirkt er so, als sei er noch nicht einmal 60. Es ist, als ob er gegen einen Dämon kämpfe, der ihn richtiggehend besessen hat. Dieser Dämon heisst Domenig. Was Buser heftig bestreitet. Und doch sagt er unmissverständlich, er wolle den Präsidenten «in die Knie zwingen» und «stürzen». Der Einwand, Domenig sei ohne eine Gegenstimme für eine weitere Amtszeit bestätig worden, beeindruckt ihn nicht.

Welch köstliche Geschichte. Sie hätte auch dem alten Nietzsche gefallen. Hier geht es schon lange nicht mehr um Geld, sondern um Eitelkeiten. Ein flamboyanter Doktor der Philosophie, gefangen in einer bunten, wilden Welt zwischen Friedrich Nietzsche und dem «HCD-Dämon» Gaudenz Domenig.

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