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Mode-Trend: Der Aufmarsch der Corona-Höschen

Von der Couch auf die Strasse: Nach Monaten zu Hause wird die kurze Jogginghose nun auch draussen getragen. Sweatshorts sind schwer angesagt – und überraschend vielseitig.

Eine Witzfrage aus der Frühzeit der Pandemie ist dieser Tage wieder hochaktuell. Werden wir, nach all diesen Monaten zu Hause, überhaupt noch wissen, wie Knöpfe funktionieren? Und werden Gürtel jemals wieder mehrheitsfähig? Wer sich aktuelle Modeblogs oder Street-Styles auf Instagram anschaut, muss resümieren, dass die Antwort weiterhin unklar ist.

«Hosen sind gestrichen», fasste der New Yorker vor ein paar Wochen die modischen Folgen des Lockdowns in den USA zusammen, «es sei denn, sie kommen mit einem elastischen Bund.» Nun, da Menschen, Models und Mode-Influencer wieder vor die Tür gehen, häufen sich die Hinweise, dass es auch weiterhin bei dieser Hosenlosigkeit bleiben könnte.

Die Gewöhnung an ein Leben ohne Knöpfe ging überraschend schnell. Weniger als fünf Monate hat das Virus gebraucht, um nicht nur die Alltagsmode zu lockern, hin zu einer pyjamahaften Gemütlichkeit – sondern auch ihre eigenen Begriffe zu prägen: vom «Zoom-Shirt», das hinten an der Stuhllehne hängt und nur für die tägliche Videokonferenz zum Einsatz kommt, bis zur «Inactive Wear», wie die vormals «Active Wear» genannte Sparte von einigen Labels und Einzelhändlern umgetauft wurde.

An It-Girls und -Boys ist sie derzeit ständig zu sehen

Überhaupt ist 2020 das Jahr der Sportkleidung, wenn auch darin sicher nicht immer Sport gemacht wurde. Immerhin: Während die Modeindustrie zu den grossen Verlierern der Pandemie zählt, ist bequeme Sportkleidung, zweckentfremdet zum sozial distanzierten Abhängen, eines der wenigen weiterhin gut verkauften Segmente.

Pünktlich zum August hat die Jogginghose jedenfalls ihren Weg nach draussen gefunden. In der freien Wildbahn der Modetrends, also an den Beinen von It-Girls und -Boys zwischen L. A. und London, ist sie derzeit ständig zu sehen – allerdings vor allem in ihrer sehr kurzen Version. Aus dem Sweatshirt und den Sweatpants der frühen Pandemiezeit sind «Sweatshorts» geworden. Noch so ein neu geprägter Begriff.

Die Sweatshorts als Mode-Statement sind in zwei Ausgaben zu sehen: In der flauschigen Jogginganzug-Version (mit Baumwollbändel) und in der vollsynthetischen Funktionsausgabe, Modell Hürdenlauf. Hauptsache, die Shorts enden deutlich über dem Knie. Die oft länger geschnittenen Basketballshorts sieht man jedenfalls noch nicht sehr häufig.

So eine Hose wirkt schneller grausig als glamourös

Für Modekenner ist das alles natürlich nicht ganz überraschend. Von der eng anliegenden Radlerhose, die in den vergangenen Saisons schon hochgradig angesagt war (und es immer noch ist), sind es zu den Sweatshorts nur wenige Zentimeter Stoff. Aber für eher mässig Modemutige sind sie deutlich niedrigschwelliger.

Denn die kurze Jogginghose ist weniger figurbetont und (zumindest in ihrer häufigsten Farbe, hellgrau) auch viel leichter zu stimmigen Outfits zu kombinieren. Es empfiehlt sich zum Beispiel die sportliche Variante, mit Polohemd, Oversize-Sweatshirt und klobigen Tennisschuhen (der Prinzessin-Diana-Gedächtnislook, gesehen zum Beispiel bei Bella Hadid). Aber auch klassisch-elegant lassen sich die Sportshorts tragen, etwa mit weisser Bluse, Handtasche und Schmuck. Die kurze Jogginghose ist überraschend vielseitig.

Aber klar, sie ist schon auch ein Kleidungsstück, das, mutlos kombiniert, schneller grausig als glamourös wirken kann. Es hängt eben, wie immer in der Mode, davon ab, wer es wie und mit welchem Selbstbewusstsein trägt.

Man sollte dabei vielleicht nochmal an den Werbeslogan erinnern, mit dem die Sneakermarke New Balance im vergangenen Sommer für die Neuauflage eines Retro-Turnschuhs warb und der im Grunde zu sehr vielen gegenwärtigen Modetrends passt: «Getragen von Supermodels in London. Und Dads in Ohio.» Dieser Dad-Schuh, auch bekannt als 990v5, wird übrigens von einigen Influencern stilsicher zu den neuen Sweatshorts getragen.

Eines ist natürlich nun auch absehbar: Die Diskussion, ob die schlabbrige Quarantäne-Couture wirklich auf die Strasse gehört. Auf solche Nörgelei empfehlen sich zwei Argumente: Einmal der Hinweis auf Coco Chanel, die die Jogginghose in der Öffentlichkeit quasi schon vor hundert Jahren erfunden und als elegantes Beinkleid etabliert hat, als sie in den 1920er-Jahren in europäischen Strandbädern die sogenannten «Beach Pajamas» populär machte.

Zweitens kann man die Sweatshorts mit ein wenig gutem Willen als fast schon nachhaltigen Modetrend feiern. Denn ist es nicht geradezu löblich vorausschauend, in den Monaten der gelockerten Corona-Massnahmen erst mal auf ein Kleidungsstück zu setzen, das einen im Zweifel auch durch den nächsten Lockdown bringt?

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