Switzerland

Nach Thuns Abstieg: «Haben eine Infrastruktur die nur über die Super League finanzierbar ist»

Die Enttäuschung sitzt tief: Thuns Präsident Markus Lüthi beweist sich als fairer Verlierer – und beantwortet Fragen zu möglichen Konsequenzen des Abstiegs in die Challenge League.

Der Praesident des FC Thun, Markus Luethi, links, diskutiert mit seinem Sportchef Andres Gerber vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Sion und dem FC Thun im Stade de Tourbillon, am Samstag, 25. Juli 2020 in Sion. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der Praesident des FC Thun, Markus Luethi, links, diskutiert mit seinem Sportchef Andres Gerber vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Sion und dem FC Thun im Stade de Tourbillon, am Samstag, 25. Juli 2020 in Sion. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

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Es wäre eine schöne Geschichte gewesen. Gerade mal neun Punkte holte der FC Thun in der Hinrunde der Super League, galt für viele bereits als abgestiegen. Doch die Berner Oberländer kämpften sich zurück, hatten bis zur letzten Runde sogar noch die Chance, den Ligaerhalt ohne Barrage klar zu machen. «Wir wollten zeigen, dass wir auch ohne Trainerwechsel nochmals zurückkommen können», sagt Präsident Markus Lüthi im «Teleclub». Das Vorhaben scheiterte: «Wir konnten es leider nicht über die Ziellinie bringen.»

Ein Tor fehlte den Thunern im Rückspiel gegen Vaduz, um sich immerhin in die Verlängerung zu retten. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft, jetzt sind wir einfach nur leer», beschreibt Lüthi die Gefühlslage der Berner Oberländer. Sportchef Andres Gerber findet: «Vielleicht waren wir zu ungeduldig.»

Noch nicht mit Abstieg beschäftigt

Natürlich stellt sich jetzt auch die Frage, was der Abstieg für den notorisch klammen FC Thun bedeutet. Doch Lüthi weicht aus: «Damit beschäftigen wir uns ab morgen. Wir können doch nicht sportlich um den Ligaerhalt kämpfen, uns in einem anderen Büro aber mit dem Abstieg beschäftigen.»

Es gelte jetzt aber zu schauen, wie sie mit dieser Situation jetzt umgehen wollen, so Lüthi weiter. Aber auch er muss eingestehen: «Natürlich haben wir eine Infrastruktur und Organisation, die nur über die Super League finanzierbar ist.»

Ganz anders ist die Gefühlslage beim FC Vaduz. Aufstiegstrainer Mario Frick wird während dem «Teleclub»-Interview von seinen Spielern zuerst geduscht, dann in die Höhe geworfen. «Das wird eine lange, lange Nacht. Wir haben uns das immer wieder visualisiert, wie wir heute Abend feiern werden. Ich bin so richtig froh», sagt der sichtlich aufgewühlte Liechtensteiner danach, völlig durchnässt.

Als fairer Gewinner erweist sich Sportchef Franz Burgmeier: «Wir hoffen, dass der FC Thun in einem Jahr in die Super League zurückkehrt.» Dafür müssen sich die Berner Oberländer jetzt allerdings aufraffen. Ob das wirklich gelingt? «Das wird eine riesige, riesige Herausforderung», sagt Gerber. Sein Präsident kündigt einen Umbruch «auf allen Ebenen» an. Auch auf der Trainerposition? «Auf allen Ebenen», wiederholt Lüthi. Zuerst werden er und sein Personal allerdings «in die Stille gehen». Das heisst, dass der Verein sich vorerst nicht mehr äussern wird: «Spätestens Ende nächster Woche kommunizieren wir, wie es mit dem FC Thun Berner Oberland weitergehen wird.»

fas

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