Switzerland

Neun Millionen mehr als letztes Jahr: Die Zahl der Menschen auf der Flucht steigt immer weiter an

Weltweit gibt es fast 80 Millionen Vertriebene – ein neuer Rekord. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Wer sind diese Menschen, und wohin gehen sie? Eine Übersicht in sechs Grafiken.

Blick über Cox’s Bazar in Bangladesh, der grössten Flüchtlingssiedlung der Welt.

Blick über Cox’s Bazar in Bangladesh, der grössten Flüchtlingssiedlung der Welt.

Allison Joyce / Getty

Zahl der Vertriebenen (in Millionen)

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Nie zuvor waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Ende 2019 lag ihre Zahl laut den neuesten Erhebungen des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bei 79,5 Millionen. Das sind rund 9 Millionen mehr als im Vorjahr – eine Steigerung um 12 Prozent.

Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich die Zahl der Vertriebenen, zu denen das UNHCR Flüchtlinge, Asylsuchende und intern Vertriebene zählt, sogar verdoppelt. Seit 2011 ist sie in jedem Jahr angestiegen – im letzten Jahr so stark wie nie zuvor.

Im vergangenen Jahrzehnt konnten insgesamt nur 3,9 Millionen Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückkehren. In den vorangehenden zwei Jahrzehnten waren es jeweils deutlich mehr gewesen, trotz tieferen Flüchtlingszahlen. Mit anderen Worten: Es gibt immer mehr Flüchtlinge, und für immer mehr von ihnen wird die Flucht zum Dauerzustand.

Weltweit sind vier von fünf Flüchtlingen seit über fünf Jahren schutzbedürftig. Jeder fünfte Flüchtling ist gar seit mehr als zwanzig Jahren auf Schutz vor Verfolgung angewiesen.

Zahl der Flüchtlinge, die in ihr Heimatland zurückkehrten (in Millionen)

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Das hat verschiedene Gründe. Zu ihnen gehört, dass nicht nur die Zahl der weltweiten Konflikte zugenommen hat, sondern auch deren durchschnittliche Dauer.

Das UNHCR sieht darin eine der grössten Herausforderungen der kommenden Jahre. «Wir müssen diesen Trend umkehren», heisst es im neuesten Bericht der Organisation. Dazu müssten die Perspektiven für die Vertriebenen deutlich verbessert werden – entweder in ihrem Heimatland, im Zufluchtsland oder in einem Drittstaat.

Aufteilung der 79,5 Millionen Vertriebenen (in Millionen)

Intern Vertriebene (im Herkunftsland)

Flüchtlinge (im Ausland)

Asylsuchende (im Ausland)

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Die deutliche Mehrheit aller Vertriebenen sind sogenannte intern Vertriebene: Sie fliehen nicht ins Ausland, sondern suchen Schutz innerhalb ihres Heimatlandes. Ende 2019 gehörten 45,7 Millionen Menschen zu dieser Kategorie. Sie reisen in Regionen, die sie als sicherer einschätzen, finden bei Bekannten oder Verwandten Unterschlupf oder gehen in ein Vertriebenenlager. Die Zahl der intern Vertriebenen ist in den vergangenen Jahren überproportional stark angestiegen: 2005 hatte sie noch bei 6,6 Millionen gelegen – ein Siebtel des heutigen Werts.

Die Zahl der Flüchtlinge – jene Menschen, die im Ausland als Schutzbedürftige anerkannt werden – lag zuletzt bei 26 Millionen. Hinzu kommen 3,6 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner, die im nahen Ausland Zuflucht gefunden haben.

Flüchtlinge reisen selten weit. Laut den Zahlen des UNHCR leben 73 Prozent aller Flüchtlinge in einem Land, das an ihren Heimatstaat grenzt.

Anzahl Flüchtlinge nach Herkunftsland per Ende 2019 (in Millionen)

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Wenngleich es weltweit Flüchtlinge aus mehreren Dutzend Ländern gibt, stammen die meisten von ihnen aus einigen wenigen Staaten. Rund 55 Prozent aller Flüchtlinge kamen Ende 2019 aus lediglich fünf Staaten. Rund jeder vierte Flüchtling war ein Syrer.

Schaut man sich die Top-10-Herkunftsländer an, repräsentieren diese gar rund 80 Prozent aller Flüchtlinge.

Eine Million beherbergte Flüchtlinge (gerundet)

Naher Osten und Nordafrika

Nord-, Mittel- und Südamerika

Am meisten Flüchtlinge leben weltweit in Subsahara-Afrika. Besonders viele waren es Ende 2019 in Ostafrika und am Horn von Afrika. Das ist eine Folge der zahlreichen Konflikte in der Region, insbesondere in Somalia, dem Südsudan und Kongo-Kinshasa.

An zweiter Stelle folgt kein anderer Kontinent, sondern ein einzelnes Land: Die Türkei beherbergte Ende 2019 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge und rund 300 000 Asylbewerber. Das sind mehr als in allen Ländern Europas zusammen.

Anzahl aufgenommene Flüchtlinge und Asylbewerber nach Land (in Millionen)

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Weltweit gibt es acht Länder, in denen mehr als eine Million Flüchtlinge und Asylbewerber leben. Die Türkei führt diese Liste an, Deutschland liegt mit rund 1,4 Millionen Vertriebenen auf Platz drei.

Neu in den Top 10 sind zwei lateinamerikanische Länder: Kolumbien und Peru. Das hängt vorab mit dem grossen Zustrom von Venezolanerinnen und Venezolanern zusammen, die im vergangenen Jahr dort Schutz suchten.

Was auffällt: Die Staaten mit den meisten Flüchtlingen sind oft Entwicklungsländer. Die Zahlen des UNHCR bestätigen dies, Entwicklungsländer beherbergen weltweit 85 Prozent aller Flüchtlinge.

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