Switzerland

Professorin fordert Strategiewechsel gegen Corona: «Vielleicht braucht es Grenzschliessungen zwischen Kantonen»

Ist die Schweiz in der ­Corona-Krise auf dem richtigen Weg? Steigende Fälle, Probleme beim Contact-Tracing und die Angst vor ­einer zweiten Welle prägen das Bild der Pandemie.

Vor diesem Hintergrund dis­kutiert die Wissenschaft über alternative Strategien. Da ist etwa Eva Maria Belser (50), Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Freiburg. In ihren Augen kommen sowohl Bund wie Kantone ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Der Bund schiebe die Arbeit ab und tue so, als ob ihn das Ganze gar nichts anginge. Einige Kantone wiederum agierten offensichtlich ohne klares Konzept. «Einige Kantone brauchen noch bessere Pläne für grössere lokale Ausbrüche, die im Herbst vielleicht auf uns zukommen. Sie müssen sich noch besser aufstellen und noch besser zusammenarbeiten.»

Angriff auf Datenschutz

Belser fordert umgehenden Zugang zu mehr Daten für die Wissenschaft. Der schlechte Zugang zu aktuellen und vollständigen Daten gehöre zu den derzeit grössten Problemen – vor allem, weil der Datenschutz über die Gesundheitsforschung gestellt werde. «Mir kommt es manchmal vor, als dürften während dieser Pandemie alle Grundrechte beschnitten werden, der Datenschutz aber ist unantastbar. Wir sollten hier eine optimale Lösung finden – der Datenschutz darf nicht unantastbar sein.»

Einen zweiten landesweiten Lockdown gelte es unbedingt zu verhindern, sagt Professorin Belser weiter. Aber: «Sollten die Infektionszahlen lokal wieder stark steigen, braucht es weiter­gehende Massnahmen. Sollte die Situation an einzelnen Orten gar ausser Kontrolle geraten, sind lokale oder regionale Lockdowns wohl nicht ausgeschlossen. Vielleicht braucht es auch Grenzschliessungen zwischen den Kantonen.» So könne man Hotspots besser kontrollieren und Gebiete ausnehmen, die kaum von der Pandemie betroffen seien.

USA als Vorbild?

Lokale Lockdowns hat es anderswo schon gegeben. So kontrollierten während der ersten Welle einzelne US-Bundesstaaten ihre Grenzen. Und als in einer deutschen Fleischfabrik Hunderte Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden, wurde der betroffene Landkreis vorübergehend abgeriegelt.
Dass erneut die gesamte Schweiz abgeriegelt werden müsse, sei nur im äussersten Notfall denkbar, betont Daniel Speiser (65), Immunologe an der Universität Lausanne und Mitglied der Corona-Task-Force des Bundes. «Ein zweiter Lockdown wäre eine drastische Massnahme. Allerdings haben wir gesehen, dass wir auch im Lockdown das Leben noch aufrecht erhalten können.» Das Ziel müsse sein, die Zahlen möglichst tief zu halten. «Wir werden mit dem Virus leben müssen, bis ein Impfstoff vorhanden ist.»

Während Rechtsprofessorin Eva Maria Belser an die Behörden appelliert, wendet sich der Immunologe an die Verantwortung jedes Einzelnen. Daniel Speiser: «Idealerweise exponiert sich jeder einzelne so wenig wie möglich.» Denkbar sei mehr Homeoffice, getrennte Schichten auf der Arbeit. Auch sollten wir auf Partys verzichten und Familientreffen nur im kleinsten Rahmen abhalten. Weiter sagt Speiser: «Wir müssen uns fragen: Gehen wir mit den Arbeitskollegen über Mittag noch essen? Wollen wir noch in ein Restaurant oder in eine Bar?»

Einen dritten Weg hat unlängst der St. Galler Chefarzt Pietro Vernazza (64) vorgeschlagen. Er plädiert für eine vollständige Aufhebung der Massnahmen und eine Durchseuchung der Gesellschaft. Diese Position wird in einem neuen Papier der wissenschaftlichen Task-Force des Bundes klar verworfen. Der Schaden bei einer vollständigen Aufhebung aller Massnahmen wäre grösser als der Nutzen, so das Fazit. Immunologe Daniel Speiser erklärt: «Eine Durchseuchung macht keinen Sinn. Aktuell hält die Immunität nach einer Infektion nur sehr kurz an, auch das ist eine Gemeinheit des Virus. Eine absichtliche Verbreitung des Virus wäre daher nicht nachhaltig und würde enormen Schaden anrichten.»

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