Switzerland

Schweizer Helfer in Lesbos bauen «Moria 2.0» auf: «Wir müssen die Leute von der Strasse wegkriegen»

Die Schweiz hat nicht lange gefackelt. Nach dem verheerenden Feuer im Flüchtlingslager von Moria auf Lesbos dauerte es keine drei Tage, bis ein erstes Flugzeug mit Schlafsäcken, Matratzen, Wassertanks und Kochutensilien in Griechenland ankam. Mittlerweile sind fünf Tonnen Hilfsgüter ausgeliefert, acht Spezialistinnen und Spezialisten des EDA sind vor Ort.

«Es muss jetzt schnell gehen», sagt Martin Bölsterli (46), Angehöriger des Korps für Humanitäre Hilfe (SKH), am Telefon zu SonntagsBlick. «Wir müssen die Leute von der Strasse wegkriegen. Auch um Konflikte mit der lokalen Bevölkerung zu vermeiden.»

Im Hintergrund ist Baulärm zu hören. Fotos und Videos zeigen, wie schwere Maschinen über unwirtliches Gelände fahren, den Boden für neue Zelte platt walzen. In Rekordzeit ist auf einem ehemaligen Militärübungsplatz das neue Lager Kara Tepe entstanden.

«Moria 2.0» hat ein Imageproblem

«Wir waren die Ersten auf dem Platz», sagt Bölsterli. Der Zürcher Architekt ist seit fünf Jahren beim Hilfskorps, er war für die Schweiz bereits im vergangenen Jahr auf Lesbos. Das Schweizer Team – zwei Frauen, sechs Männer – unterstützt bei der Gesamtkoordination des neuen Lagers und ist bei der Trinkwasserversorgung federführend. Bis zu 12'000 Menschen sollen hier insgesamt Platz finden. Doch ist, Stand Freitag, gerade mal die Hälfte eingezogen, das Lager kämpft mit einem Imageproblem.

Die Flüchtlinge haben Angst, dass «Moria 2.0», wie Kritiker das Lager nennen, zum Gefängnis wird. Dass sie dann erst recht nicht mehr von der Insel wegkommen. Ein Sonderkommando der griechischen Polizei, darunter 70 Frauen, versucht die Geflüchteten seit Donnerstag zu überreden, ins Zeltlager zu gehen – allen voran Familien. Mit Flugblättern wurden alle informiert, dass der einzige Weg aus Lesbos über ein Asylverfahren führe. Und das gebe es nur, wenn man ins Zeltlager geht.

«Uns wird viel Respekt entgegengebracht»

«Aber die Menschen haben Angst vor einem weiteren Feuer. Sie sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder», sagt Luciano Calestini vom Kinderhilfswerk Unicef in Griechenland. Für Experten ist klar, dass das Feuer bei vielen der Geflüchteten ein zusätzliches Trauma verursacht hat – nach Kriegs- und Misshandlungserfahrungen, Flucht, Monaten oder Jahren in Moria, der «Schande Europas», wie es der Schweizer Soziologe Jean Ziegler nennt. Noch immer stochern Flüchtlinge in der Asche von Moria, suchen nach ihren wenigen Habseligkeiten.

«Ich habe sehr grossen Respekt vor den Flüchtlingen», sagt der Schweizer Helfer Martin Bölsterli. «Die Last, die sie tragen, tragen sie sehr geduldig – dafür habe ich sehr grosse Bewunderung.» Das Schweizer Team fühle sich den Umständen entsprechend wohl. «Wir können uns frei bewegen und uns wird viel Respekt entgegengebracht. Die Flüchtlinge sind sehr freundlich, das ist nicht selbstverständlich.»

Zoff selbst um unbegleitete Minderjährige

Kara Tepe gilt zwar als temporäres Lager, doch – wie schon Moria – wird es keine Zwischenlösung bleiben. 12'600 Menschen wurden bei dem Feuer am Dienstag vor knapp zwei Wochen obdachlos. Aufs Festland evakuiert worden sind bislang nur 406 unbegleitete Minderjährige.

Nebst Deutschland hat sich bislang kein Land bereit erklärt, weitere Flüchtlinge ausser Kinder und Jugendliche ohne Familie aufzunehmen. Und selbst um die gibt es Zoff. Einige der aufnahmebereiten Länder, zu denen auch die Schweiz gehört, stellen Ansprüche: Junge, gebildete Mädchen sind besonders beliebt.

«Dabei sind all diese Kinder einfach Kinder. Jemand unter 18 ist nach allen internationalen Gesetzen und Konventionen ein Kind – und sollte auch so behandelt werden», kritisiert der Unicef-Vertreter Luciano Calestini.

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