Switzerland

«Schweizer Illustrierte»-Journalistin Karin El Mais im zerstörten Beirut: «Die Stadt ist ein Meer aus Glassplittern»

Der 120 Meter grosse Krater gleicht einer klaffenden Wunde. Noch kurz vor 18 Uhr herrscht Hochbetrieb im Hafen von Beirut. Unbemerkt entzünden sich in einem Lagerhaus 2750 Tonnen hochexplosives Ammoniumnitrat. Die Detonation erschüttert die 2,4-Millionen-Metropole. Der Hafen und unzählige Quartiere liegen in Schutt und Asche.

137 Leichen wurden geborgen. Mindestens 100 Vermisste würden noch unter den Trümmern vermutet, sagt das Rote Kreuz. Über 5000 Menschen wurden verletzt, 250'000 verloren ihr Zuhause. Die Spitäler sind hoffnungslos überfordert. Denn schon Corona brachte das Gesundheitssystem an seine Grenzen.

Schweizer Journalistin ist vor Ort

Karin El Mais ist vor Ort, als die Katastrophe über Beirut hereinbricht. Die Journalistin der «Schweizer Illustrierten» berichtet: «Es sieht hier aus wie nach einem Kriegsakt, wie nach Bombenangriffen. Überall sind zerstörte Häuser und ein Meer von Glassplittern, die aus den Fenstern gesprengt wurden.» In Beirut, sonst eine laute, lebendige Stadt, herrsche Ruhe, so Karin El Mais. Die Menschen stünden unter Schock.

Auch die Fenster der Schweizer Botschaft im 14. Stock eines Hochhauses seien alle geborsten, beobachtet El Mais. Die Wucht der Explosion habe sogar die schwere Lifttür aus den Scharnieren gerissen. «Das Gebäude ist nicht mehr sicher», sagt die Journalistin. «Alle wurden ausquartiert!»

Nach der Explosion wächst die Kritik

Doch die Mega-Explosion bringt nicht nur Gebäude ins Wanken. Auch die libanesische Regierung steht unter Beschuss. Seit 2013 lag das hochgefährliche Salz, das sich aus Ammoniak und Salpetersäure bildet, im Lager am Hafen. Dies war den Behörden durchaus bekannt.

Die Ladung sollte von einem Schiff von Georgien über Beirut ins südafrikanische Mozambique gebracht werden. Wegen Sicherheitsmängeln an Bord wurde die Fracht beschlagnahmt. Der russische Besitzer ging pleite. Das Zeug blieb im Hafen und wurde zur tickenden Zeitbombe.

Der Feind ist diesmal die eigene korrupte Regierung

Immer wieder geriet der Libanon zwischen die Fronten Israels und der Hisbollah. Bomben und Blut gehörten in den vergangenen Jahrzehnten zum Alltag des Landes. Es steckt in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise und ist von Importen abhängig. Der Hafen ist eine der Hauptlebensadern, die nun komplett zerstört wurde.

Mit der Verzweiflung wächst die Wut der Libanesen. Sie geben ihrer Regierung die Schuld. «Vielen wäre es lieber gewesen, von den Israelis bombardiert zu werden», sagt Karin El Mais. Denn: «Dann wüssten sie, wer ihr Feind sei.» Nun sei der Feind die eigene korrupte Regierung.

Die internationale Gemeinschaft will helfen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron machte sich gestern vor Ort ein Bild von der katastrophalen Lage – und kündigte einen grosszügigen Wiederaufbauplan an. Auch die Schweiz hilft mit: Gestern startete in Bern ein erstes Team in Richtung Libanon.

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