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So geht Biel-Törmänen mit dem Krebs um: «Jetzt kämpfe ich um mein Leben»

Biel-Trainer Antti Törmänen hat sich an seinem 21. Hochzeitstag nach einem guten Essen mit seiner Frau Minna hingelegt, als ihn ein Anruf aus dem Mittagsschlaf reisst. Es ist der Anfang einer «verdammten Bullshit-Geschichte», wie sie der 50-Jährige in einem bewegenden Gespräch mit der «SonntagsZeitung» nennt.

An diesem 9. Juli erfährt Törmänen die brutale Diagnose: «Kommen Sie bitte um 16 Uhr in die Praxis: Sie haben Krebs. Gallenblasenkrebs», sagt sein Arzt.

Im März hatte sich Törmänen, wie 13 andere Bieler Teammitglieder, mit dem Coronavirus infiziert. Die Krankheit verläuft bei ihm Gegensatz zu seiner Frau Minna, die ins Spital eingeliefert werden muss und noch heute unter Symptomen leidet, relativ glimpflich. «Bei vielen mag der Verlauf harmlos sein. Aber diese Krankheit kann zum Tod führen», sagt Törmänen.

Magenprobleme zunächst verdrängt

Ihm geht es bald wieder besser, doch ihn plagen starke Magenprobleme. Er stellt eine Schwellung im Bauchbereich fest, lässt sich aber nicht untersuchen. Als Ex-Profi hat er gelernt, Schmerzen zu verdrängen und durch die Krankheit seiner Frau sowie dem Homeschooling seiner Söhne Aaro (19) und Henrik (11) hat er auch ohne Eishockey alle Hände voll zu tun.

Erst im Juni lässt Törmänen seine Magenprobleme untersuchen. Die Ärzte finden Gallensteine. Die Gallenblase wird entfernt.

Und dann kommt am Hochzeitstag die brutale Diagnose: Krebs – und die nächste Operation. Teile der Leber und Lymphknoten werden entfernt.

«Ich hatte Operationen am Knie, ein Eingriff am Rücken zwang mich zum Aufhören. Aber jetzt kämpfe ich um mein Leben – und um unser Dasein als Familie», sagt Törmänen, der sich vorderhand nicht weiter dazu äussern möchte, in der «SonntagsZeitung».

Sorgen um Familie und Mannschaft

Sechs Monate muss sich Törmänen einer Chemotherapie unterziehen. Zwei Wochen chemische Keule, eine Woche Pause, das ist der Rhythmus. Er erinnert sich an die Reaktion nach dem ersten Mal: «Ich war schläfrig, schlug mit der Hand aufs Bein, weil ich ein Insekt spürte. Dann fühlte ich Ameisen, die das Bein raufkrabbelten. Ich schlug wild um mich – aber da war nichts.»

Mit den körperlichen Aspekten seiner Krankheit und der Therapie, Übelkeit und Appetitlosigkeit, komme er klar, «aber zu sehen, welche Bürde meine Frau, die Kinder und mein Arbeitgeber meinetwegen tragen müssen, das tut weh», sagt der SCB-Meistercoach von 2013. «Als Vater willst du vor deinen Kindern nicht alles verstecken, ihnen aber auch nicht jedes Mal zeigen, wenn du schwach bist.»

«Es ist eine gute Zeit, Krebs zu haben»

Als Trainer muss Törmänen pausieren. Sein Freund aus SCB-Zeiten, Lars Leuenberger, übernimmt das Team. Und doch ist es nicht einfach für den Finnen. «Wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand anderes für eine Weile Ihr Kind erzieht?», fragt Törmänen den Journalisten. «Aber was gut und wichtig ist: Das Kind ist klug, es hat ein schönes Lächeln, will sich entwickeln. Und ich kenne und schätze die Nanny.»

Bei den Heimspielen ist er vor Ort, auch wenn er sich erneut mit dem Virus infizieren könnte. Das als Risikopatient. «Manchmal muss ich von zu Hause weg, sonst werde ich verrückt.» Dabei helfen ihm die Schutzmassnahmen in den Stadien. «Es ist eine gute Zeit, Krebs zu haben – sofern es dafür eine gute Zeit gibt», sagt er. Törmänen will sich nicht unterkriegen lassen. Und er hat ein grosses Ziel vor Augen: Er will an die Bande zurück. (sr)

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