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So gewaltig war die Explosion in Beirut im Vergleich

Welche Energie entwickeln 2750 Tonnen Ammoniumnitrat? Was ist das entsprechende TNT-Äquivalent? Beirut und der Blick auf andere Detonationen.

Der Moment der Detonation: Eine schwere Explosion erschüttert die libanesische Hauptstadt Beirut.

Video: Tamedia

Wer die Bilder der Explosion in Beirut vom Dienstagabend sieht, denkt im ersten Moment an eine Atombombe. Nicht nur aufgrund der gewaltigen Wucht der Detonation, sondern auch wegen der riesigen Pilzwolke, die sich am Himmel bildet. Zudem ist durch den aufwirbelten Staub die Druckwelle deutlich zu sehen, die sich rasend schnell kreisförmig ausbreitet und kilometerweit Zerstörung anrichtet.

Die Katastrophe in Beirut wurde aber nicht durch eine Bombe, sondern offenbar durch ein Feuer in einem Ammoniumnitrat-Lager ausgelöst. Schätzungsweise 2750 Tonnen der gefährlichen Substanz seien jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden, sagte der libanesische Ministerpräsident Hassan Diab.

Bei einer Explosion zerfällt Ammoniumnitrat in Wasserdampf, Sauerstoff und Stickstoff und setzt dabei extrem viel Gas und Wärme frei. Aber wie stark muss man sich die Wucht der Detonation und der Druckwelle in Beirut vorstellen?

Die gesamte bei einer Explosion freiwerdende Energie wird in TNT-Äquivalenten angegeben. Ammoniumnitrat hat etwa ein halb so grosses Energiepotenzial wie der Sprengstoff TNT (der Umrechnungsfaktor beträgt also 0,5): Die in Beirut detonierten 2750 Tonnen der Substanz haben demnach maximal 1375 Tonnen TNT-Äquivalent Sprengkraft erreicht.

Zum Vergleich: Durch das Explosionsunglück in einer Munitionsvernichtungsanlage der Schweizer Armee auf dem Sustenpass im Jahr 1992, bei dem sechs Menschen starben, wurden 225 Tonnen freigesetzt, also deutlich weniger. Die Sprengkraft der wohl bekanntesten Bombe der Geschichte hingegen übersteigt die Explosion in Beirut um ein Vielfaches: Die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen, erreichte etwa 13’000 TNT-Äquivalent.

Experten bezweifeln, dass bei der Explosion in Beirut wirklich die maximal mögliche Sprengkraft freigesetzt wurde. Jeffrey Lewis etwa, Fachmann für Rüstungskontrolle am Middlebury Institute of International Studies in Monterey, sprach gegenüber der Zeitung «Washington Post» von «einigen hundert Tonnen TNT». Zudem teilten er und unter anderem auch Vipin Narang, ein Nuklearexperte am renommierten Massachusetts Institute of Technology, auf Twitter eine Schätzung, die von 240 Tonnen TNT-Äquivalent ausgeht.

Sicher ist: Im Zusammenhang mit dem hochexplosiven Ammoniumnitrat kommt es immer wieder zu Unfällen (Lesen Sie dazu: Fünf Katastrophen wegen Ammoniumnitrat). Zuletzt war dies in der chinesischen Hafenstadt Tianjin der Fall, wo es 2015 auf einem Gelände brannte, auf dem tonnenweise Ammoniumnitrat sowie Kalium- und Natriumnitrat lagerten. Zwei aufeinanderfolgende Explosionen setzen zusammen eine Sprengkraft von 450 Tonnen TNT-Äquivalent frei. 173 Menschen starben, knapp 800 wurden verletzt.

Auch Terroristen haben die Zerstörungskraft von Ammoniumnitrat schon missbraucht. 1995 liess Timothy McVeigh eine Autobombe vor einem Regierungsgebäude in Oklahoma City hochgehen. 168 Menschen starben, es war einer der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der USA. In Erinnerung dürfte vielen auch der norwegische Rechtsterrorist Anders Breivik sein, der 2011 vor einem Regierungsgebäude in Oslo ebenfalls eine selbstgebaute Autobombe zündete und damit 8 Menschen tötete. Danach fuhr Breivik mit einem anderen Auto zur 30 Kilometer entfernten Insel Utøya und erschoss 69 Menschen.

In Beirut gibt es bislang keine Hinweise auf einen Anschlag. Stand Mittwochnachmittag zählten die Behörden mindestens 100 Tote und über 4000 Verletzte. Viele weitere Opfer werden noch unter den Trümmern vermutet.

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