Switzerland

Sommerkonzerte in Zürich: der Pandemie zum Trotz, aber dem Wetterglück ausgeliefert

Die beliebten Serenaden im Park der Villa Schönberg finden trotz den Corona-Einschränkungen statt und starten in eine ungewöhnliche Saison.

So dicht gedrängt wie in den vergangenen Sommern d¨ürfen die Besucher der Serenaden im Park der Villa Schönberg in Corona-Zeiten nicht sitzen.

So dicht gedrängt wie in den vergangenen Sommern d¨ürfen die Besucher der Serenaden im Park der Villa Schönberg in Corona-Zeiten nicht sitzen.

Christoph Ruckstuhl

Freunde klassischer Musik, die ihre Ferien wegen der unsicheren Gesundheitslage in Zürich verbringen, müssen während der Sommerpause bei vielen Kulturinstitutionen nicht ganz auf musikalische Genüsse verzichten. Denn die beliebten Serenaden im Park der Villa Schönberg finden trotz der Corona-Krise statt. Veranstaltet von der Stadt Zürich und künstlerisch verantwortet von Frank Horn, bieten sie während fünf Wochen jeweils am Mittwochabend erlesene Kammermusikprogramme an.

Dennoch ist dieses Jahr einiges anders als sonst: Die Eintrittskarten können nur über den Vorverkauf bezogen werden. Statt eines längeren Konzerts gibt es zwei kürzere Programme ohne Pause jeweils um 19 Uhr und um 21 Uhr. Die Platzzahl ist wegen der Abstandsregeln beschränkt, und der Barbetrieb entfällt. Aber derzeit ist ja jedes Kulturereignis, das in irgendeiner Weise live stattfinden kann, bereits ein kleiner Sieg über die kulturfeindliche Pandemie.

Eigenständige Persönlichkeiten

Wegen Wetterpechs musste allerdings ausgerechnet der Eröffnungsabend der diesjährigen Sommerserenaden in die Kirche Enge verlegt werden. So sass das Publikum nicht im lauschigen Park, sondern drückte die Kirchenbänke im repräsentativen Neorenaissance-Bau auf der Bürgliterrasse. Und die Musiker spielten statt vor der Kulisse des charmanten Backsteinbaus der Villa Schönberg unter der imposanten Kanzel des evangelisch-reformierten Gotteshauses.

Als Ensemble waren die Chaarts Chamber Artists eingeladen worden. Die vor zehn Jahren aus dem Umfeld des Casal-Quartetts gegründeten Chaarts sind eine flexible Kammermusikformation aus Mitgliedern verschiedener schweizerischer und internationaler Ensembles. Für Mozarts grosses Streichquintett in g-Moll KV 516 sind, wie der Name verrät, fünf Streicher erforderlich. Die Geiger Stefan Tarara und Flavia Grubenmann, die Bratschisten Markus Fleck und Lech Antonio Uszynski sowie der Cellist Andreas Fleck bilden normalerweise kein festes Ensemble, doch das ist ihrem Spiel kaum anzumerken. In ihrer sehr stimmigen Interpretation zeigt sich jeder als eigenständige Persönlichkeit, die sich gleichwohl dem Anspruch des Ganzen unterordnet.

Alles andere als Homogenität ist dagegen bei Schostakowitschs 1. Klavierkonzert op. 35 gefordert. Dieses Bravourstück für Klavier, Trompete und Streichorchester wird hier in einer Kammerfassung präsentiert, bei der die Streichinstrumente solistisch besetzt sind. Das Werk ist eine listige Auseinandersetzung des Komponisten mit dem klassischen Klavierkonzert, bei der auch Zitate und Stilkopien nicht fehlen. Eine Musik – wie gemacht für den Solisten des Abends.

Ein Comedian als Solist

Den Pianisten Hyung-ki Joo kennt man als einen der zwei Partner des Comedy-Musik-Duos Igudesman & Joo. Er erweist sich hier als eigenwilliger und brillanter Interpret: Bald steigert er sein Spiel zu grimmiger Radikalität, bald geniesst er die ironischen Töne und zwinkert dabei dem gegenüber aufgestellten Kontrabassisten Lars Schaper zu.

Der Trompeter Oliver Christian ist für die sentimentalen Züge des heterogenen Werks zuständig. Und zwischendurch ruft sich der Primarius Stefan Tarara mit seinem forcierten Spiel auch gern in Erinnerung. Konsequent auf der Schiene des Imitierens und Zitierens bleibt auch die Zugabe – ein Satz aus Joos Bearbeitung von Griegs Holberg-Suite. Ob da die Musiker mehr Spass haben oder das Publikum, ist nicht auszumachen.

Neugier und Leckerbissen

Genuss auf hohem Niveau versprechen ebenso die vier weiteren Serenaden. Das Klavierduo mit Adrienne Soós und Ivo Haag, das zu den erstklassigen Repräsentanten dieser Besetzung gehört, tritt mit zwei komplett verschiedenen Programmen an, die Neugier auf das breite Duo-Repertoire wecken sollen.

In der dritten Ferienwoche präsentiert sich dann das in Zürich ansässige Carmina-Quartett, das seit 2018 in neuer Besetzung spielt. Mit zwei Gästen zum Sextett erweitert, interpretieren die Musiker zum Schluss des zweiten Kurzkonzerts Tschaikowskys «Souvenir de Florence».

Gespannt sein darf man auf das Gastspiel des israelisch-niederländischen Busch-Trios, das sich in letzter Zeit als eine der führenden Streichtrio-Formationen etabliert hat. Mit Dvořák und Schubert bringt es zwei Komponisten nach Zürich, deren Trios sie beim Label Alpha-Classics bereits eingespielt haben beziehungsweise noch einspielen werden.

Einen würdigen Abschluss der Zürcher Serenadenreihe bringt das international bekannte Alte-Musik-Ensemble Les Cornets Noirs. Ausgestattet mit zwei Zinken und vier Posaunen, verwöhnen die sechs Instrumentalisten das Publikum mit musikalischen Leckerbissen aus Renaissance und Barock.

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