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Staatsbürgerschaft: Superreiche kaufen sich den Pass einfach

Will ein Ausländer den roten Pass erhalten, muss er einiges an Wissen über Land und Leute vorweisen und seine gelungene Integration glaubwürdig darlegen. Andere Staaten sind da weitaus weniger wählerisch – vorausgesetzt, der Antragsteller kann ein dickes Portemonnaie vorweisen. Superreiche können so etwa komplizierten Visa-Verfahren entgehen und oft auch ein wenig Steuern sparen.

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Das nötige Kleingeld haben Sie. Würden Sie sich eine Staatsbürgerschaft kaufen?

Wo man für einen Pass weltweit wie viel hinblättern muss, hat der britische «Guardian» recherchiert.

Ab 100'000 Dollar aufwärts

Mit einem Sofort-Kaufen-Click ist es natürlich nicht getan – viele Staaten verstecken die Möglichkeit, eine Staatsbürgerschaft zu erlangen, hinter sogenannten «Citizenship by Investment Programmes», kurz CIP, also Staatsbürgerschaft durch Investition.

Das Geschäft mit den Pässen boomt und das Prinzip ist denkbar einfach: Wohlhabende Menschen kaufen Grundstücke oder Liegenschaften vor Ort, investieren in lokale Unternehmen, kaufen Regierungsanleihen oder bezahlen eine grössere Summe direkt. Im Gegenzug erhalten sie die Staatsbürgerschaft des betreffenden Landes.

Malta in der Kritik

Alternativ ist auch die Gewährung sogenannter «Goldener Visa» populär. Diese erlauben eine Niederlassung im betreffenden Land und führen – typischerweise nach fünf Jahren – auch zur Gewährung der Staatsbürgerschaft.

Eigens darauf spezialisierte Kanzleien verdienen viel Geld damit, wohlhabenden Investoren aus Ländern wie China, Russland, Indien, Vietnam, Mexiko und Brasilien die Staatsbürgerschaft im Land ihrer Wahl zu verschaffen. Zahlreiche Interessenten stammen laut «Guardian» auch aus Ländern des Mittleren Ostens und der Türkei.

Zunehmend in der Kritik stand aufgrund dieser Praxis das EU-Land Malta, das sich seit 2014 in mehr als 800 Fällen seine Staatsbürgerschaft und damit auch das uneingeschränkte Reise- und Aufenthaltsrecht innerhalb der EU versilbern liess.

Günstige Karibik

Vergleichsweise am günstigsten ist eine Staatsbürgerschaft in der Karibik zu haben. Bürger aus den britischen Überseegebieten benötigen etwa zur Einreise nach Grossbritannien kein Visum.

Fünf Länder bieten hier derzeit CIP an, darunter Commonwealth-Mitglied St. Kitts and Nevis, wo ein Pass gegen eine Überweisung von 150'000 US-Dollar an den Hurricane-Hilfsfonds ausgestellt wird. Noch günstiger ist das Ganze in Antigua, Barbuda, St. Lucia, Granada oder dem Inselstaat Dominica: Hier sind für die Einbürgerung nur 100'000 Dollar fällig.

Teures Europa

Nahezu die Hälfte der EU-Staaten bietet eine irgendwie geartete Form solcher Programme an. Prominentestes Beispiel: Malta. Hier müssen Anwärter aber schon tiefer in die Tasche greifen als im karibischen Pendant. Erforderlich sind eine Investition von 675'000 Euro in den nationalen Entwicklungsfonds und der Erwerb einer Liegenschaft im Wert von mindestens 350'000 Euro.

In Zypern werden Investitionen ab zwei Millionen Euro in Grundbesitz, Aktien, zypriotische Unternehmen oder Regierungsanleihen fällig. In Bulgarien kostet eine Niederlassungsbewilligung 500'000 Euro. Investiert ein Antragsteller sogar eine Million Euro im Laufe von zwei Jahren, sichert er sich das Recht auf eine vereinfachte und beschleunigte Verleihung der Staatsbürgerschaft. Immerhin werden hier – zumindest auf dem Papier – auch gewisse sprachliche Mindestanforderungen gestellt.

VIP-Behandlung inklusive

Sogar Spanien bietet gegen Bares ein Aufenthaltsrecht mit Aussicht auf die spanische Staatsbürgerschaft an, allerdings müssen sich Anwärter zehn Jahre gedulden, bis sie den Pass beantragen dürfen.

Wer Geld übrig hat und gedenkt, sich in Thailand niederzulassen, für den hat die Regierung ein Elite-Residency-Paket im Angebot – medizinisches Check-up, Spa-Besuche und VIP-Behandlung vonseiten der Behörden inklusive. Das Ganze ist für 3000 bis 4000 US-Dollar jährlich zu haben.

(jdr)

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