Switzerland

Super League: Der FC Thun steigt ab - und der Präsident Markus Lüthi stellt vieles in Frage

Nach zehn Jahren Zugehörigkeit in der Super League steigt der FC Thun wieder ab. Das 0:2-Handicap aus dem Hinspiel wog in der Barrage gegen den FC Vaduz zu schwer. Der Klub will sich Ende nächster Woche zur Zukunft äussern.

Die grosse Leere: Simone Rapp, Ridge Munsy und Hiran Ahmed (von links nach rechts) nach dem Thuner Abstieg.

Die grosse Leere: Simone Rapp, Ridge Munsy und Hiran Ahmed (von links nach rechts) nach dem Thuner Abstieg.

Anthony Anex / KEYSTONE

So sieht also das Abstiegsgespenst aus: fast keine Zuschauer, ein knapper Sieg und doch kein Glück. Auf diese Weise hat sich der FC Thun am Montag aus der Super League verabschiedet. Der FC Vaduz hingegen steigt auf. Nach Monaten, in denen die höchste Schweizer Fussballliga von so vielen Grundsatz- und Existenzfragen umgetrieben wurde, tritt nach dreijähriger Absenz wieder der Gast aus Liechtenstein auf die Bühne.

Die Vaduzer verloren das Barrage-Rückspiel 3:4, was nach dem 2:0 im Hinspiel zum Aufstieg reichte. Und so nahm diese ewig lange Corona-Saison ein Ende, wie es schon so oft erwartet worden war. Seit dem Aufstieg 2010 gab es keine Saison, die nicht mit der Prognose begann, Thun werde gegen den Abstieg kämpfen. Und doch hielten sich die Berner Oberländer immer wieder erstaunlich souverän in der Super League. Das Abstiegsgespenst war stets irgendwie da, aber niemand sah es jemals. Exemplarisch war die Saison 2017/18, die mit vielen Sorgen verbunden war, es gab eine Serie mit sechs Niederlagen – aber in der Schlussrangliste belegte Thun Rang 7, als wäre nie etwas gewesen.

Diese Saison schien einen ähnlichen Verlauf zu nehmen, die Thuner lagen lange im letzten Rang. Doch sie hievten sich nach oben, vorübergehend auf den 8. Platz, dank viel Ruhe, dank klugen Transfers, sicher auch dank Marc Schneider, der als Trainer-Talent gilt. Doch letztlich entglitt alles, das Glück, der Ligaerhalt, irgendwie die Zukunft.

Gegen den Entwurf eines Notfallplans hatten sie sich stets gewehrt, dem sportlichen Worst Case sollte keine Beachtung geschenkt werden, es sei eine Frage der Haltung, sagte der Präsident Markus Lüthi gern. Doch plötzlich braucht es neue Pläne, in einer Zeit ausgerechnet, in welcher der Schweizer Fussballbetrieb eine einzige Notfallübung ist. Wie weiter? «Fünf Minuten nach dem Abstieg zu sagen, wie es weitergeht, wäre wohl unqualifiziert», sagte Lüthi.

Die Klubführung will bis Ende nächster Woche nicht mehr kommunizieren, auf keine Seite, nicht gegenüber Medien, nicht gegenüber Sponsoren, nicht gegenüber Mitarbeitern, «danach werden wir sauber mitteilen, wie es weitergeht». Der Fussball in Thun werde weiterhin funktionieren, sagte Lüthi – «die Frage ist, in welcher Form, mit welchen Personen, und da schliesse ich mich persönlich sehr ein. Denn ich habe die Verantwortung zu tragen dafür, was hier entstanden ist.» Es war die bittere Ironie des Abends: dass ein Fussball-Projekt, bei dem über Jahre der Eindruck geherrscht hat, es sei etwas Gutes entstanden, mit dem Abstieg endete.

. 1000 Zuschauer. - Schiedsrichter Jaccottet. - Tore: 19. Coulibaly 0:1. 41. Büchel (Eigentor) 1:1. 47. Bertone 2:1. 51. Coulibaly 2:2. 69. Cicek 2:3. 87. Munsy 3:3. 94. Rapp 4:3. - Thun: Faivre; Joss (53. Tosetti), Havenaar (71. Nicola Sutter), Stillhart, Hefti; Bertone, Karlen, Hasler; Bandé (53. Ahmed), Munsy, Breitenmoser (67. Rapp). - Vaduz: Büchel; Rahimi, Schmid, Simani; Dorn, Lüchinger, Wieser (70. Prokopic), Schwizer (78. Djokic); Cicek (78. Frick); Coulibaly (70. Milinceanu), Manuel Sutter (55. Gasser). - Bemerkungen: Thun ohne Kablan, Salanovic und Castroman (alle verletzt). Vaduz ohne Gajic (verletzt). 90. Gelb-Rote Karte gegen Lüchinger (Foul). Verwarnungen: 24. Dorn (Foul). 25. Cicek (Reklamieren). 27. Hasler (Foul). 30. Schwizer (Unsportlichkeit). 64. Lüchinger (Foul).

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