Switzerland

Teambildung extrem: «Eine Band in Techno-Kleidern sang im Büro»

Um den Zusammenhalt im Team zu stärken, lassen sich Firmen alle möglichen Ausflüge und Aktionen einfallen. Manchmal wirken die aber eher befremdend auf die Angestellten. Carlos Valdes-Dapena, Buchautor und CEO der Beratungsfirma Corporate Collaboration Resources, geht sogar soweit, Aktionen zur Teambildung als «Reine Geldverschwendung» zu bezeichnen. Statt Teamgeist würden solche Anlässe schnell mal Verlegenheit und Zynismus fördern, schreibt Valdes-Dapena in einem Artikel im «Harvard Business Review».

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Auch viele 20-Minuten-Leser hinterfragen den Sinn von Firmenausflügen und Team-Aktionen. Sie erzählen davon, wie sie im Namen der Teambildung Spargeln stechen oder im Museum Kaffeemaschinen anschauen mussten. Antoinette Weibel, HR-Professorin an der Universität St. Gallen, erklärt, was bei diesen Firmen-Events schief lief – und wie es besser gehen könnte.

• Kaffeemaschinen-Museum
Corinna V.* (26), Informatikerin: «Wir haben uns mal einen Tag lang Kaffeemaschinen im Museum von Jura angeschaut. Der Chef hat das Ganze organisiert. So einen langweiligen und mühsamen Ausflug hatte ich zum Glück nie wieder.»
Weibel: «Es wäre besser, wenn Chefs bei der Planung von Ausflügen darauf eingingen, was Mitarbeiter gerne unternehmen würden. Gerade Vorgesetzte, die sonst nicht so nah bei den Angestellten sind, wissen darüber weniger gut Bescheid. Dabei macht es immer Sinn, etwas für die Mitarbeiter zu machen, denn die sollen ja Spass haben.»

• Betrunkene Mitarbeiter
Beatrice C.* (50), Sekretärin: «Am dümmsten Team-Ausflug, bei dem ich je dabei war, hatten am Abend drei Viertel der Mitarbeiter zu viel Alkohol intus. Sie lallten nur noch rum. Am nächsten Tag wussten sie nicht einmal mehr, was sie alles gesagt hatten. Darum hasse ich diese Ausflüge. Es wird nur getrunken und gegessen, weil es gratis ist.»
Weibel: «Als Veranstalter darf man erwarten, dass die Leute mit Alkohol umgehen können. Und wenn man sich untereinander gut versteht, macht es auch nichts, wenn man mal festet. Wichtig wäre es, eine Firmenkultur zu schaffen, wo auch akzeptiert wird, wenn einige nicht mittrinken – das erarbeitet man sich aber übers ganze Jahr.»

• Klassische Hierarchien
Jac Q.* (62), Patienten-Managerin: «Jeder Firmenausflug war bescheuert. Keiner wollte da mitmachen, aber jeder musste. Grüppchen waren vorprogrammiert. Statt Teamgeist zu fördern bildeten sich die klassischen Hierarchien heraus: Die Chefs stürmen nach vorne und die weniger Trainierten werden belächelt!»
Weibel: «Natürlich wäre es nett, wenn Vorgesetzte die Gelegenheit nutzen würden, sich mit den Mitarbeitern auszutauschen – das ist ja die Idee eines Firmenausflugs. Aber es sollte auch den Angestellten ein Anliegen sein, ein gutes Verhältnis mit Mitarbeitern und Chefs zu haben. Mit denen verbringt man oft mehr Zeit am Tag als mit Lebenspartnern.»

• Techno-Band
Martina N.* (34), Consultant: «Bei uns gibts ‹aufbauende› Massnahmen: Im Büro hingen kleine Zettel mit Nachrichten wie ‹Du bist ein toller Kollege!›, die man abreissen und den Mitarbeitern geben sollte. Beim Sommerfest durfte man mit Wachsmalkreiden auf Tischen malen. An einem anderen Tag lief eine Band in 90er-Techno-Klamotten durchs Büro und sang den Firmensong.»
Weibel: «Bei solchen Aktionen ist es wichtig, dass sie eingeführt werden. Die Mitarbeiter müssen verstehen, warum so etwas gemacht wird. Das mit den Zettelchen etwa ist eigentlich eine gute Übung: Es heisst immer, wir sollten mehr loben. Und die Firma hat festgestellt, dass sich diesbezüglich etwas ändern muss – das ist ein gutes Zeichen.»

• Geheimnistuerei
Miriam S.* (30), Kauffrau: «Wir gingen mal einen Tag lang Spargeln stechen – keine Ahnung, warum. Man teilte uns auch nicht mit, wohin der Ausflug geht, obwohl ich extra gefragt hatte. Dadurch hatten wir dann nicht mal die richtigen Kleider an. Spass hat es auch niemandem gemacht. Ich hätte lieber den ganzen Tag am Computer verbracht – wie sonst auch.»
Weibel: «Ich wüsste nicht, was man sich in so einem Fall von Geheimhaltung verspricht. Das wäre eher sinnvoll, wenn es um eine positive Überraschung ginge, statt um eine besonders mühsame Arbeit. Und vor allem müsste den Mitarbeitern erklärt werden, warum man das macht. Nur dann hat so eine Aktion eine positive Wirkung.»

• Schneeschuhwanderung
David T.* (32), Chemielaborant: «Ich will für Firmenausflüge mal eine Lanze brechen: Wir gingen mit dem ganzen Projekt-Team auf den Pilatus. Nach einer Schneeschuhwanderung mit Glühwein gabs Raclette und danach eine Fackelwanderung ins Tal. Das war ein super Ausflug mit dem Team, an den ich mich bis heute gerne erinnere.»
Weibel: «Ein Ausflug ist immer eine Gelegenheit, den Mitarbeitern etwas zurückzugeben. Er soll also Spass machen und als grosszügiger Akt vom Unternehmen empfunden werden. Gleichzeitig kann man so die Firmenkultur stärken, auch wenn das nicht immer ein vordergründiges Ziel ist.»

*Namen geändert

(rkn)

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