Switzerland

Trotz schlecht laufenden Geschäfts: Bund zwingt Swiss zu halber Milliarde Gewinn

In den Verträgen zum Rettungskredit verlangt die Eidgenössische Finanzverwaltung von der Swiss einen hohen Profit. Wenn sie ihn nicht erreicht, kann der Bund alle Aktien übernehmen.

Die Swiss hat Löcher in der Kasse und muss sie so schnell wie möglich stopfen: Ein Airbus A320neo am Flughafen Zürich.

Die Swiss hat Löcher in der Kasse und muss sie so schnell wie möglich stopfen: Ein Airbus A320neo am Flughafen Zürich.

Foto: Markus A. Jegerlehner

Die Swiss spurt Massenentlassungen vor. Wie die SonntagsZeitung vergangene Woche schrieb, diskutiert die Fluggesellschaft mit den Sozialpartnern über einen Sozialplan. Das tut man nur, wenn man Entlassungen im grossen Stil in Betracht zieht.

Ob es tatsächlich dazu kommt, ist dagegen noch unklar. Die Swiss wiederholt seit Monaten den Satz, dass sie versuche, «mit allen Mitarbeitenden durch die Krise zu kommen». Laut den Gewerkschaften will sie beim Personal Kosteneinsparungen von bis zu 15 Prozent erreichen. Total will sie ihre Kosten um 20 Prozent senken.

2024 erwartet der Bund sogar über 600 Millionen Gewinn

Nach und nach wird klarer, warum die Swiss so stark unter Druck steht: Sie ist dazu verdammt, die finanzielle Blutung nicht nur schnell zu stoppen, sondern schon bald wieder sehr viel Geld zu verdienen. Der Bund, der für 85 Prozent des 1,5-Milliarden-Rettungskredits garantiert und um jeden Preis den Einsatz von Steuergeld verhindern will, hat auf klare finanzielle Ziele gedrängt, sogenannte Covenants.

Wie mehrere unabhängige Quellen der SonntagsZeitung bestätigen, wurde in den Verträgen zwischen der Swiss und den kreditgebenden Banken für das Jahr 2023 der Schwellenwert von einer halben Milliarde Franken Ertrag festgeschrieben. Für das Jahr 2024 liegt der Wert sogar über 600 Millionen.

Auch muss die Swiss ständig eine Mindestliquidität von 300 Millionen aufweisen. Werden die Ziele nicht erreicht, wird zuerst gemeinsam nach Verbesserungsmassnahmen gesucht. Gelingt das nicht, könnte am Ende der Bund zum Eigentümer der Swiss werden.

Vor der Krise problemlos erreicht

Die Ertragsziele gelten auf Stufe Ebitda. Das ist Buchhalter-Sprache und steht für den Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Der Wert wird oft als Grösse für die Profitabilität eines Unternehmens genommenwas unter dem Strich als Reingewinn bleibt, ist meist deutlich weniger.

In den Jahren vor der Krise überflog die erfolgreiche Swiss die 600 Millionen Ebitda problemlos. Das letzte Mal, dass dieser Wert im Geschäftsbericht ausgewiesen wurde, 2017, lag er bei 960 Millionen Franken. Allerdings waren damals die Zahlen der Schwester Edelweiss mit eingerechnet. In den jetzigen Vorgaben des Bundes ist das nicht der Fall.

Seit August brechen die Passagierzahlen wieder ein

In den nächsten Jahren dürfte es deutlich schwieriger werden, ähnlich hohe Werte zu erreichen. Die Swiss erwartet frühestens 2024 eine Rückkehr auf Vorkrisenniveau.

Verkompliziert wird das Ganze unter anderem durch die aktuelle Entwicklung. Wie eine Auswertung von Daten der Non-Profit-Organisation Open Sky Network durch das Tamedia-Datenteam zeigt, läuft das Geschäft seit Anfang August schlechter und schlechter. Grund sind die zunehmenden Reisebeschränkungen.

«Die Buchungszahlen für Oktober liegen angesichts der Pandemie deutlich unter Vorjahr.»

Marco Lipp, Swiss-Sprecher

In der zweiten Septemberwoche führte die Swiss mit weniger als 800 Flügen nur ein Viertel der Anzahl Flüge von vor einem Jahr durch. Zwar sind die Auslastung der Flüge und das Preisniveau für den Geschäftsgang einer Fluggesellschaft ebenfalls relevant. Doch den Schluss, dass das Geschäft im Spätsommer ausgesprochen schlecht lief, erlaubt auch das Zählen der durchgeführten Flüge.

Swiss-Sprecher Marco Lipp äussert sich nicht detailliert zum Geschäftsgang und richtet stattdessen aus: «Die Buchungszahlen für Oktober liegen angesichts der Pandemie deutlich unter Vorjahr.»

Dabei war die Swiss noch im Juli auf so gutem Weg gewesen: Ihr Flugplan war mit wöchentlich mehr als 1000 Flügen auf bis zu ein Drittel des Vorjahresniveaus angewachsen. So rückte das Ziel, bis Ende Oktober 40 Prozent des Vorjahresniveaus zu erreichen, in Sichtweite. Bis Ende Jahr sollten es 50 Prozent sein, im Sommer darauf 70 Prozent, so die Hoffnung. Die Chancen, die Ertragsvorgaben des Bundes zu erfüllen, wären gut gestanden.

Dem Lufthansa-Konzern geht es besonders schlecht

Nun liegt die Realität allerdings nicht nur bei der Swiss weit von den Visionen entfernt, sondern in ganz Europa. Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol korrigierte diese Woche ihre Erwartungen für die Fliegerei auf dem Kontinent deutlich nach unten. Sie sagt für den Dezember ein Minus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorher.

Das ist aber immer noch besser als bei der Swiss und den anderen Fluglinien des Lufthansa-Konzerns. Sie alle sind stark vom Langstreckensegment abhängig, das im Moment fast gänzlich am Boden liegt. Darum kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr diese Woche an, man müsse deutlich mehr als die bisher angekündigten 22’000 Arbeitsplätze im Konzern streichen.

Spohr wiederholte zudem die Forderung, dass Corona-Tests bei der Einreise eine Quarantäne-Pflicht ersetzen sollen. Das könnte das Geschäft zumindest ein wenig ankurbeln. Allerdings ist das Interesse der Behörden daran sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz gering. Und um tatsächlich die geforderten fetten Gewinne einzufahren, würde wohl auch keine Testregelung reichen. Dafür braucht es einen zuverlässigen Impfschutz.

Football news:

Vater Courtois: Keylor NAVAS war kein guter Mitspieler. Als er zu PSG ging, wurde es einfacher
Ter Stegen trainierte in der Gesamtgruppe Barça. Seit August ist Torwart Marc-André Ter Stegen wieder im Training beim FC Barcelona. Teilweise mit der Mannschaft trainierte Verteidiger Samuel Umtiti, der seit Juni nicht mehr auf dem Platz steht. Ter Stegen spielte seit August nicht mehr, sein letztes Spiel absolvierte er gegen den FC Barcelona (2:8) in der Champions League. Dann unterzog er sich einer Knieoperation und erholte sich
Vardy erzielte in den letzten 6 spielen 7 Tore, 5 Tore - vom Elfmeterpunkt
Zlatan erzielte 2 der 3 letzten Elfmeter nicht. Milans Stürmer traf im Spiel gegen Sparta Prag
Benzema Sprach mit Vinicius über die Worte in Der Champions-League-Spielpause. Sie haben die Frage geklärt
Barça-Verteidiger Araujo erlitt eine Verletzung des zweiköpfigen oberschenkelmuskels
Neymar fällt wegen einer Verletzung drei Wochen aus. Der Brasilianer kann erst nach der Länderspielpause im November wieder auf das Feld zurückkehren, wie der Journalist von RMC Sport, Mohamed Buhafsi, schreibt