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Voll abgefahren! Dieser junge Österreicher ist der krasseste Velofahrer der Welt

Was er macht, steht in keinem Bussenkatalog. Wer kommt schon auf die Idee, mit dem Velo aus einem fliegenden Helikopter, über Hausdächer oder eine acht Meter hohe Treppe zu springen? Was der 25-jährige Tiroler Fabio Wibmer mit seinem Trial-Bike macht, ist absurd und halsbrecherisch, aber auch einfallsreich und spektakulär.

Mehr Youtube-Follower als die italienische Fussballliga

Wibmer wird nie eine olympische Medaille gewinnen. Trotzdem hat er auf der ganzen Welt Millionen von Fans. Seine Videos erreichen meist schon Stunden nach Veröffentlichung die Millionengrenze. Seinen Youtube-Kanal haben 5,65 Millionen abonniert. Damit liegt er weltweit in der Kategorie Sport auf Position 26. Vor der italienischen Fussballliga Serie A und knapp hinter Real Madrid.

Homeoffice mit Fabio Wibmer – könnten Sie das auch?

Die Zahlen bedeuten nicht nur eine hohe Visibilität für seine vielen Sponsoren. Sondern auch Cash. Wibmer hat gemäss der Plattform YouTubers.me, die Einnahmen anhand von Abonnenten und Aufrufen errechnet, in den letzten 30 Tagen 36'000 Euro verdient. Dabei benötigt er nicht viel mehr als Talent, Ideen, und eine Kamera. Aber kaum einer reizt die Möglichkeiten der sozialen Medien aus wie Wibmer. Dabei hat er nicht mal eine eigene Website.

1500 Euro für das erste Bike

Dort, wo Wibmer aufwächst, gibt es nicht viel mehr als Wiese und Wald. Oberpeischlach, 1060 Meter über Meer, 103 Einwohner, im Osten Tirols. Der perfekte Spielplatz. Ausser für Fussball. Weil der Ball immer den Hang runterrollt. Mit sechs bettelt Wibmer dem Vater einen Motocross-Töff ab. Fortan ist das Feld des Onkels kein schlechter Fussballplatz mehr, sondern die perfekte Rennpiste.

Als er 2009 ein selbstgedrehtes Video des Schotten Danny MacAskill sieht, beginnt er, für ein Bike zu sparen, das nicht gleich Schrott ist, wenn er über eine selbstgebastelte Schanze springt. Die 1500 Euro hat er bald zusammen.

Ja, der coole Typ hat Militärdienst geleistet

Zu diesem Zeitpunkt träumt Wibmer nicht mal davon, mit Radfahren jemals einen Euro zu verdienen. Er sagt:

Trotzdem reicht es fürs Abitur. Um etwas Geld zu verdienen, arbeitet er als Liftwart in Kals am Grossglockner. Und nach sechs Monaten Bundeswehr schreibt er sich an der Uni für Sportmanagement ein.

Raus aus dem Bergdorf, rein in die Stadt. Wibmer verliert sich nicht in Innsbruck. Im Gegenteil. «Es war cool und aufregend», sagt er heute. «Denn plötzlich hatte ich eine ganze Stadt zum spielen.» Und er trifft Menschen, die seine Leidenschaft teilen, die wie er die Tricks aus MacAskills Videos nachahmen. 2013 engagiert ihn der Schotte als Showfahrer. Zum Studieren bleibt fortan kaum mehr Zeit.

Mittlerweile hat er eine eigene Firma, die seine Videos produziert

Ein Jahr später folgt der Wow-Effekt. «Ich habe mein erstes etwas grösseres Video innerhalb von zwei Wochen gedreht. MacAskill hat es auf Facebook geteilt und es erreichte innerhalb eines Tages 50'000 Views. Voll krass. Das war richtig gestört.» Es ist der Moment, in dem ihm bewusst wird, welch enormes Potenzial das hat, was er am liebsten tut. Es ist der Moment, in dem alles andere in den Hintergrund rückt. Es ist die Geburtsstunde des Influencers Fabio Wibmer.

Mentor MacAskill hat er längst überflügelt. Wibmer hat heute eine eigene Videoproduktionsfirma «Sick Cinema» und eine Bekleidungslinie «Sick Series». Sick, also krank. Das fällt seinen Fans seit je als erstes ein, wenn sie seine Tricks bestaunen. Man fragt sich: Wie kann es sein, dass er immer noch an einem Stück ist? «Wenn man schon als Kind damit anfängt, lernt man zu stürzen, entwickelt man die nötigen Reflexe», sagt Wibmer. «Abgesehen von einem gebrochenen Schlüsselbein, das ich mir beim Dreh zu ‹Fabiolous Escape 2› beim Sprung aus dem Helikopter zugezogen habe, blieb ich von gröberen Verletzungen verschont.» Übrigens: Damit die Fans nicht auf die Idee kommen, alles was so leicht und lässig aussieht nachzuahmen, schiebt er meist ein Making-of mit Pannen und Stürzen hinterher. Schliesslich ist das keine Alltagskost, was Wibmer im Netz serviert.

Bei diesem Sprung bricht sich Wibmer das Schlüsselbein:

Es kann durchaus mal vorkommen, dass Wibmer einen Stunt als zu riskant einstuft. In Lyon wollte er von einer Treppe über das Geländer in eine etwa zehn Meter hohe Wand springen. «A bisserl krass», findet er es. Sechs Stunden lang suchte er nach einem Weg, ehe er zur Erkenntnis gelangte: Ne, das macht keinen Sinn. «Aber ich werde wieder an diesen Ort kommen.»

550 Versuche, bis der Trick funktioniert

Wahrscheinlich ist die Hartnäckigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor. Als er während des Lockdown «Homeoffice» dreht, will er mit dem Hinterrad einen Ball in den Basketballkorb bugsieren. «Das war eine brutale Geduldsprobe. Auch für die Crew», sagt Wibmer. «Ich habe es versucht und versucht. Einen Tag lang – erfolglos. Am nächsten Tag wieder. Denn ich wusste, dass es irgendwann klappen wird.» Beim 550. Versuch war der Ball drin.

Pleiten, Pech und Pannen – das gibt es sogar bei Fabio Wibmer

Nur: Wie legal sind die Videodrehs? Denn er präferiert stark frequentierte Orte wie die Treppe zu Montmartre. Wibmer lacht und sagt: «In Paris waren wir etwas Freestyle unterwegs. Normalerweise besorgen wir uns schon eine Drehgenehmigung. Aber das war ein spontanes Projekt. Es fehlte die Zeit für den Papierkram. Aber worauf wir in jedem Fall achten: Dass die Stelle gesichert ist und mir kein Zuschauer in die Quere kommen kann. Ich wundere mich, dass ich noch nie eine Busse erhalten habe. Klar, die Polizei kommt schon mal vorbei und erkundigt sich, was wir da machen. Aber so richtig Probleme hat’s noch nie gegeben.»

Er will doch nur spielen

«A bisserl» Stress gab’s aber, nachdem er in Israel ein Video gedreht hatte. Politische Propaganda wurde ihm vorgeworfen. «Schwachsinn», findet Wibmer. «Ich promote weder irgendwelche politischen Werte, noch radle ich mit einer Fahne in der Hand. Ich bin ein Kosmopolit. Ich mag’s halt einfach, unterschiedliche Orte auf dieser Welt zu meinem Spielplatz zu machen. Deshalb: Ich würd’s wieder tun. Ich suche die Drehorte nicht nach politischen oder gesellschaftlichen Aspekten aus. Ich gehe dort hin, wo es mir gefällt.»

Ja, Fabio Wibmer will doch nur spielen – und seinen Traum leben. «Mit den Leuten, mit denen ich gerne abhänge, die Welt bereisen.» Doch ab und zu checkt er schon, wie viele Menschen eines seiner Videos aufgerufen haben. Nicht jeden Morgen. «Ich bin lockerer geworden», sagt er. Aber zwei- dreimal die Woche muss es schon sein. Denn diese Klicks sind die Währung der Gegenwart. Nur wenige haben das früher begriffen als Wibmer.

Mehr spektakuläre Bilder von Wibmer gefällig? Wir haben sie:

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