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Vom Kämpfer für ein neues Spanien zum Gejagten der Justiz: Der tiefe Fall des Juan Carlos

Wie ein Dieb hat sich Juan Carlos (82) weggeschlichen, sein genauer Aufenthaltsort ist unbekannt. Manche wollen den alten König auf Gran Canaria gesehen haben, andere in der Dominikanischen Republik, wo er angeblich bei seinem lieben Freund, dem Zuckerzar Pepe Fanjul (76), Unterschlupf fand. Es sei keine Flucht, und er stehe der spanischen Justiz zur Verfügung, beschrieb er sein überstürztes sonntägliches Verschwinden in einem Brief, den das Königshaus am Montagabend veröffentlichte. Eine obskure Entschuldigung für den Abgang durch die Hintertür, der vonnöten ist, um seinem Sohn Felipe (52) den bröckelnden Thron zu retten.

Rund 100 Millionen Franken Schmiergeld soll Juan Carlos 2008 in der «Wüstenzug»-Affäre ergaunert haben, damit ein spanisches Baukonsortium die Express-Strecke zwischen Mekka und Medina (Saudi-Arabien) bauen durfte. Diesen Juni leitete das Oberste Gericht nach jahrelangem Kompetenzgerangel Ermittlungen ein. Zwar geniesst der Ex-Monarch bis zu seinem Rücktritt 2014 Immunität, strafbare Handlungen wie Geldwäscherei gingen jedoch vermutlich weiter. Dass er auf seine letzten Tage im Gefängnis landet, ist allerdings nicht anzunehmen. Dafür ist seine angegriffene Gesundheit zu instabil.

1981 rettet Juan Carlos die Demokratie

Es gab Zeiten im Leben von Juan Carlos, in denen die Spanier für ihn durchs Feuer gingen. Denn der aus dem Hause Bourbon-Anjou Stammende hatte massgeblich mitgeholfen, das gebeutelte Land ab Ende der 1970er-Jahre in eine Demokratie zu überführen. Wurde er zuerst als Ziehsohn des 1975 verstorbenen Diktators Franco wahrgenommen, schlug seine Stunde am 23. Februar 1981, als er als Oberbefehlshaber der Armee einen Putschversuch vereitelte.

Doch in den letzten Jahrzehnten trieb seine Grossmannssucht degoutante Blüten. Das bekannte Bild von der Elefantenjagd war 2012 lediglich der plakativste Beweis dafür. Schwersten Schaden nahm sein Renommee durch den Skandal um seinen Schwiegersohn Iñaki Urdangarin (52), der über eine angeblich wohltätige Stiftung in den frühen 2000er-Jahren Millionen veruntreute.

Die Kinder entmachten ihn

2014 sank die Zustimmung zur Monarchie erstmals unter 50 Prozent. Zeitgleich offenbarte Juan Carlos seiner Familie die Absicht, seine Frau Sophia (81) für seine langjährige Mätresse Corinna zu Sayn-Wittgenstein (55) zu verlassen. Seine Kinder drängten ihn daraufhin zur Abdankung.

Sechs Jahre später ist Sophia zwar immer noch die Gattin von Juan Carlos, an seiner jüngsten Reise wollte sie aber nicht teilhaben. Sie wartet in ihrer Sommerresidenz auf Mallorca auf die für Freitag vorgesehene Ankunft von König Felipe und dessen Familie. Sie werden sich eine Menge zu erzählen haben.

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