Switzerland

Wegen Fachkräftemangel: Schweizer Hoteliers schulen ältere Arbeitslose um

Hotelier Ernst Wyrsch (58) will Langzeitarbeitslose, darunter auch ältere Ausgesteuerte, zu Kellnern, Köchen oder Rezeptionisten ausbilden. Dazu brauche es dringend Umschulungskonzepte, fordert er im BLICK. «Die Gastronomie ist neben dem Gesundheitswesen und der IT-Branche eine der am stärksten wachsenden Branchen. Hier können wir solche Leute gut gebrauchen.»

Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Der Verband Hotellerie Suisse lanciert das Pilotprojekt «Quereinsteiger in der Hotellerie». So will man auf den sich weiter zuspitzenden Mangel an Fachkräften reagieren. Ziel des Projekts ist es, mögliche Quereinsteiger auf die Hotelbranche und deren Berufe aufmerksam zu machen. Und diese dann so auszubilden, dass sie fit sind für einen Job in der Branche.

Ü50 und junge Mütter

Hotellerie Suisse denkt dabei an über 50-jährige Arbeitslose, sogenannte Silver-Ager, die noch einmal etwas Neues machen möchten. Aber auch an Lehrabgänger aus anderen Berufen, die ihre Perspektiven erweitern wollen. Oder an Wiedereinsteigerinnen, etwa Mütter, die nicht in ihren angestammten Beruf zurückkehren wollen. Weiter soll das Projekt Selbständige ansprechen, die eine Anstellung suchen.

«Die heutige Gesellschaft kennt klassische Karrierewege immer weniger», sagt Ueli Schneider, Mitglied der Geschäftsleitung von Hotellerie Suisse, zu BLICK. «In der Hotellerie wollen wir denen eine Chance bieten, die sich aktiv verändern wollen, egal, an welchem Punkt in ihrer Laufbahn.» Man biete die Möglichkeit einer Umschulung, die auch in einem neuen Umfeld Perspektiven eröffnet.

Küche oder Service

Für die verschiedenen Personengruppen sollen massgeschneiderte Ausbildungsangebote geschaffen werden. Sie sollen dann in der Küche, im Service oder an der Rezeption eingesetzt werden.

Das Projekt startet im Sommer im Grossraum Zürich. Renommierte Häuser wie etwa das Dolder Grand, das Mercure Hotel Stoller oder das Marina Lachen machen mit. Derzeit finden noch letzte Gespräche darüber statt, wer diese Ausbildungen finanzieren soll.