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Wirecard-Skandal: Untersuchungsausschuss verhängt Bussgelder gegen EY-Zeugen

Die neusten Entwicklungen

Der Fall des insolventen deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard ist verworren. Mit der Zeugenbefragung durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss hat die politische Aufarbeitung begonnen. Hier die jüngsten Entwicklungen und wichtigsten Antworten.

Das Gewitter über Wirecard hat sich schon vor Jahren angekündigt. Im Bild die Firmenzentrale in Aschheim bei München.

Das Gewitter über Wirecard hat sich schon vor Jahren angekündigt. Im Bild die Firmenzentrale in Aschheim bei München.

Frank Hoermann/Sven Simon, /Imago

Die neusten Entwicklungen

  • EY-Vertreter müssen Ordnungsgeld zahlen. Der Wirecard-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags hat nach eigenen Angaben vom Freitag (27. 11.) ein Ordnungsgeld von je 1000 Euro gegen zwei Vertreter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY verhängt, die am Donnerstagabend als Zeugen geladen waren und zahlreiche Fragen unbeantwortet liessen. EY steht in der Kritik, weil das Unternehmen während Jahren die Bilanzen von Wirecard geprüft und testiert hat. Die Zeugen beriefen sich auf ihre Verschwiegenheitspflicht. Zwar wurden sie vom Insolvenzverwalter von Wirecard und der neuen Unternehmensspitze davon entbunden, doch ist rechtlich umstritten, ob dies auch die ursprünglichen Auftraggeber – die alte Wirecard-Führung – tun müssten. Erwartet wird, dass der Fall nun vor den für Untersuchungsausschüsse zuständigen Bundesgerichtshof (BGH) gezogen wird, um die Frage höchstrichterlich zu klären. Zwei weiteren EY-Zeugen blieb ein Ordnungsgeld erspart, weil sie geltend machten, dass gegen sie berufsaufsichtliche Ermittlungen laufen und sie sich selbst belasten könnten. Zur Vorgeschichte
  • KPMG-Mann belastet Wirecard: An der oben erwähnten Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschusses hat Alexander Geschonnek von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG  ein verheerendes Bild der Lage bei Wirecard gezeichnet. Angesichts der Berichte über Unregelmässigkeiten hatte der Wirecard-Aufsichtsrat im Oktober 2019 KPMG mit eine Sonderuntersuchung der Periode 2016 bis 2018 beauftragt. Mangelnde Kooperationsbereitschaft von Wirecard hat aber laut Geschonnek die Untersuchung behindert. Für das zuletzt sehr gewichtige Geschäft mit Drittpartnern (TPA) in Asien habe das KPMG-Team keine angemessenen und ausreichenden Nachweise finden können. Selbst der Besuch von Bankfilialen in Manila habe keine ausreichenden Belege für die angeblich dort vorhandenen Treuhandkonten ergeben. Diese Aussagen belasten indirekt auch die Wirtschaftsprüfer von EY. Der Untersuchungsbericht von KPMG ist im April 2020 veröffentlicht worden. 
  • Ex-CEO Braun schweigt. Als ersten Zeugen hat der vom Deutschen Bundestag eingerichtete Untersuchungsausschuss zur politischen Aufarbeitung des Wirecard-Skandal am 19. 11. den früheren Konzernchef Markus Braun vorführen lassen. Dieser sitzt in Untersuchungshaft; die Staatsanwaltschaft München führt gegen ihn und weitere Personen umfangreiche Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts auf gewerbsmässigen Bandenbetrug. Vor dem Bundestagsausschuss erklärte Braun, er wolle sich zunächst und vorrangig gegenüber der Staatsanwaltschaft äussern. Er bitte um Verständnis dafür, dass er diese Angaben hier nicht vorwegnehmen können und wolle. Fast alle Fragen der Abgeordneten liess er unbeantwortet. Zum Bericht über den Aufritt.
  • Nach dem Zusammenbruch des Skandalkonzerns Wirecard haben gut 11 500 Gläubiger des insolventen Zahlungsdienstleisters Forderungen in Höhe von über 12 Milliarden Euro angemeldet. Das teilte das Münchner Amtsgericht am Mittwoch (18. 11.) nach der ersten Gläubigerversammlung mit. Damit übersteigen die angemeldeten Forderungen die bisher erzielten Erlöse bei der Abwicklung des Konzerns erwartungsgemäss um ein Vielfaches. Die sehr hohe Summe von gut 12,4 Milliarden Euro erklärt sich daraus, dass neben geschädigten Banken, Investoren und Geschäftspartnern auch viele Aktionäre Schadenersatzforderungen angemeldet haben. Aktionäre sind rechtlich betrachtet keine Gläubiger, sondern Gesellschafter - als solche gehen sie bei Insolvenzverfahren häufig leer aus. Wenn es sich jedoch wie bei Wirecard um einen grossen Betrugsfall handelt, können Aktionäre ihre Schadenersatzforderungen anmelden.
  • Das Kerngeschäft des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard geht an die spanische Grossbank Banco Santander. Die Spanier würden Technologie und Geschäftsbetrieb übernehmen, der Grossteil der Mitarbeiter könne somit weiterbeschäftigt werden, teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé am 16. 11. mit. Santander sprach von rund 500 Beschäftigten, die zu der Bank wechselten.
    Zuletzt war neben Santander noch der britische Mobilfunkanbieter Lycamobile im Rennen um den Kern des ehemaligen DAX-Konzerns. Rechtlich würden keine Wirecard-Gesellschaften übernommen, betonte Santander. Die Bank übernehme auch keine rechtlichen Risiken des Konzerns. Mit der Akzeptanz und Herausgabe von Kreditkarten - dem Kerngeschäft der Zahlungsdienste von Wirecard für Händler - stärke Santander die eigene Bezahltochter Getnet, sagte Verwaltungsratschefin Ana Botin. Bis Ende des Jahres soll die Transaktion abgeschlossen werden. 
  • Die EU-Wertpapieraufsicht (ESMA) übt harsche Kritik an den deutschen Behörden und Finanzminister Olaf Scholz. Man habe eine ganze Reihe von Mängeln, Versäumnissen und ineffizienten Abläufen im Umgang mit dem Bilanzbetrug bei dem Finanzdienstleister gefunden, teilte die Behörde am 3.11. mit. Kritisch sieht die EU-Behörde die Nähe der deutschen Finanzaufsicht Bafin zur Politik. Zudem bemängelt die ESMA bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Intransparenz über den Aktienbesitz der Mitarbeiter. Dies werfe Zweifel über die Widerstandsfähigkeit der internen Kontrollsysteme der Aufsicht in Bezug auf mögliche Interessenkonflikte auf.
  • Die Wirtschaftsprüfer sind längst mit in den Strudel des Wirecard-Skandals geraten. Vorwürfe musste bisher vor allem EY hinnehmen. Das Unternehmen hat – bis zur Pleite – jahrelang die Abschlüsse bestätigt. Jetzt gerät auch der Konkurrent KPMG unter Druck, der bisher mit Kritik an EY kaum gespart hatte. Wie die «Financial Times» am 13. Oktober berichtet, soll KPMG ausgerechnet der Prüfer eines Finanz-Vehikels gewesen sein, von dem die Ermittler glauben, dass es benutzt wurde, um Gelder von Wirecard abzuzweigen. Konkret geht es um einen Mauritius-Fonds mit dem Namen «Emerging Market Investment Fund 1A». Über ihn sollen Wirecard-Manager heimlich Anteile dreier indischer Firmen für 340 Millionen Euro an Wirecard verkauft haben, nachdem es diese zuvor für einen Bruchteil der Summe erworben hatten. 

Am 27. 8. hat der Insolvenzverwalter Michael Jaffé dem Amtsgericht München einen Bericht über die finanzielle Lage des Unternehmens vorgelegt. Einige deutsche Medien haben Einblick in das nicht veröffentlichte Gutachten erhalten. Die Bilanz ist offenbar ein wahres Desaster: Seit Jahren hat die Firma Geld der Anleger faktisch verbrannt, in den letzten Monaten waren es wöchentlich etwa 10 Mio. €. Nur wenige der weltweit über 50 Firmen des Konzerns hatten überhaupt eigene Einnahmen. Entgegen den ausgewiesenen Gewinnen hat Wirecard seit Jahren hohe Verluste geschrieben. Damit wird klar, dass der Zahlungsdienstleister im Prinzip nur von den Geldern der gutgläubigen Investoren und der Banken gelebt hatte. Dabei hat man offenbar dreistellige Millionenkredite aufgenommen oder sich die Gelder über Kapitalbeteiligungen (beispielsweise bei Softbank) beschafft. Nach der Pleite fand der Insolvenzverwalter auf den verfügbaren Konten nur noch 26,8 Mio. €. Dieses kleine Sümmchen der Bilanz steht dem Schuldenberg von 3,2 Mrd. € gegenüber. Die Liquiditätslücke beträgt 99,17%.

Unter dem Strich bleibt nach dem Abzug der Vermögenswerte von gut 420 Mio. € – wenn sie denn überhaupt verwertet werden können – ein Minus von 2,8 Mrd. € in der Bilanz. Nach Ansicht von Jaffé hat Wirecard damit keinerlei Chance, in irgendeiner Form zu überleben. Für die Aktionäre besteht damit wenig Hoffnung. Die Aktie ist zum Penny-Stock geworden.

Die riesige Fallhöhe

Kurs in Euro

Aug. 2019Nov. 20200501001501581580,4790,479

Die Wirecard AG ist ein 1999 gegründeter börsenkotierter deutscher Zahlungsdienstleister. 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2 Mrd. € und beschäftigte weltweit rund 5100 Mitarbeiter – allerdings ist nun zu bezweifeln, dass diese Geschäftszahlen der Wirklichkeit entsprechen. Von 2002 bis im Juni 2020 wurde Wirecard vom Österreicher Markus Braun geführt. Ihm gehörten bis zum 18. Juni 2020 gut 8% der Wirecard-Aktien, womit er der grösste Einzelaktionär war. Dann allerdings verkaufte er den Grossteil seiner Anteile laut Medienberichten für 155 Mio. €. Die Aktie von Wirecard wurde von der Deutschen Börse im Herbst 2018 in den DAX aufgenommen.

Das Unternehmen bietet eine Plattform an, über die Zahlungen abgewickelt werden können. Zu den ersten Kunden zählten Betreiber von Porno- und Glücksspiel-Websites. Besucher dieser Websites konnten mithilfe von Wirecard-Technologie kleinere Beträge online bezahlen. Heute gehören auch Grossunternehmen zu den Kunden des Zahlungsdienstleisters. So arbeitet Wirecard zum Beispiel mit dem Kreditkartenunternehmen Visa zusammen. Aber auch die Fluggesellschaft KLM oder der chinesische Bezahldienst Alipay greifen auf die Dienste von Wirecard zurück. Das Unternehmen ist zudem in kleinerem Masse im Bankgeschäft tätig. Die Tochtergesellschaft Wirecard Bank AG verfügt über eine deutsche Banklizenz.

Erste Manipulationsvorwürfe gab es bereits im Mai 2008. Damals wurde in einem Internetforum anonym eine kritische Analyse zur Wirecard-Aktie publiziert, die insbesondere eine intransparente Information über den Geschäftsverlauf bemängelte. Im August 2018 wiederholte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) den Vorwurf, worauf Wirecard eine Untersuchung einleitete. Später wurde bekannt, dass SdK-Mitglieder, animiert durch den Forenbeitrag, mit Finanzprodukten auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie spekulierten. Gleichzeitig wiesen Fondsmanager der Privatbank Sal. Oppenheim institutionelle Anleger auf Bilanzfehler bei Wirecard hin. Die Aktie stürzte in der Folge ab. Die von Wirecard eingeleitete Untersuchung ergab jedoch keine Verfehlungen.

Die Manipulationsvorwürfe wurde Wirecard damit aber nicht los. 2016 und 2017 sorgten kritische Berichte von Analyseunternehmen und Medien für weitere Kursstürze. Der Vorwurf lautete auf illegale Praktiken und intransparente Bilanzierung. Die Berichte konterte Wirecard mit dem Vorwurf der versuchten Kursmanipulation.

Zwei Jahre später, ab Anfang 2019, sorgte eine Reihe von Artikeln der «Financial Times» («FT») für Aufruhr. Die «FT» behauptete, dass Angestellte von Wirecard in Singapur Kunden und Umsätze erfunden hätten, um eine Geschäftslizenz für Hongkong zu erhalten. Die deutsche Aufsichtsbehörde Bafin verbot in der Folge Leerverkäufe von Wirecard-Papieren und verstärkte damit den Eindruck, dass es sich bei den Berichten um Versuche der Kursmanipulation handelte. Wie schon in früheren Fällen lieferte eine interne Untersuchung von Wirecard keine Belege für eine Verfehlung. Wirecard drehte sogar den Spiess um und verklagte die «FT».

Die «Financial Times» liess sich jedoch nicht einschüchtern. Im Oktober 2019 erhob die britische Publikation erneut den Vorwurf der Manipulation. Interne Unterlagen legten nahe, dass Wirecard zu hohe Umsätze und Gewinne bei Tochtergesellschaften angegeben habe. Wirecard beauftragte KPMG mit einer Prüfung, die die Vorwürfe jedoch nicht ausräumen konnte. Wirecard verschob die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2019 und die für denselben Tag terminierte Bilanzpressekonferenz ohne neuen Termin.

Jetzt wurde auch die Aufsichtsbehörde Bafin, die zuvor Wirecard entlastet hatte, aktiv. Sie erstattete Anfang Juni 2020 Anzeige gegen das Management. Am 18. Juni 2020 gestand Wirecard ein, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (früher Ernst & Young) keine ausreichenden Nachweise zur Existenz von Bankguthaben in Höhe von 1,9 Mrd. € ermitteln konnte.

Der langjährige CEO Markus Braun trat daraufhin zurück. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Ein Haftbefehl wurde auch für den am 22. Juni 2020 fristlos entlassenen operativen Leiter Jan Marsalek ausgestellt. Doch dieser ist flüchtig. Die Daten, die die Einreise des Österreichers auf den Philippinen am 23. Juni und die Weiterreise nach China am nächsten Tag zu belegen schienen, sind laut dem philippinischen Justizministerium gefälscht. Die Beamten der Einwanderungsbehörde, die die gefälschten Daten in die Systeme eingegeben hätten, seien von ihren Aufgaben entbunden worden und würden zur Rechenschaft gezogen, hiess es. Am 25. Juni stellte Wirecard beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit und wegen Überschuldung.

Im Fall Wirecard gibt es noch sehr viele offene Fragen. Klar war bisher einzig, dass das Unternehmen keine Belege für 1,9 Mrd. € finden kann, was einem Viertel der Bilanz entspricht. Wie die vermuteten Manipulationen abgelaufen sind, wer sie veranlasst hat und zu welchem Zweck, ist bis jetzt nicht bekannt. Erst abgeklärt werden muss auch, warum all die internen und externen Kontrollen versagt haben.

Unklar ist mittlerweile auch, ob Wirecard überhaupt profitabel war. Laut einem vertraulichen Anhang zu einem Gutachten von KPMG hat die Firma in ihrem Kernmarkt Europa und in Nordamerika Verluste gemacht: Laut der «FT» betrug das Minus in Geschäften, wo die Firma die direkte Kontrolle hat, 74 Mio. € im Jahr 2018 und 3 Mio. € im Jahr davor. Wenn diese Zahlen stimmen, müsste das asiatische Geschäft umso profitabler sein – doch genau dieses steht im Mittelpunkt des Bilanzskandals und hat zu einem guten Teil wohl gar nicht existiert.

Im asiatischen Raum hat Wirecard mit Partnern zusammengearbeitet, da es in vielen Ländern keine eigenen Lizenzen besitzt. Hier hatte die «FT» aber schon 2019 aufgedeckt, dass im Jahr 2016 drei obskure Partner 95% zum Betriebsergebnis und gut die Hälfte zum Umsatz beigetragen hatten. Das musste stutzig machen und mündete in die Untersuchung von KPMG. Wenn Wirecard im Kernmarkt Europa aber kein Geld verdient hat, wird ein Verkauf dieser Aktivitäten aus der Insolvenzmasse umso schwieriger.

Ein guter Teil der Gewinne, die angeblich über die drei Partnerfirmen vereinnahmt wurden, wurden durch die Wirecard-Tochter CardSystems Middle East verbucht, die in Dubai domiziliert ist. Anfang Juli stellte sich der Geschäftsführer dieser Tochter der Staatsanwaltschaft München. Er wurde in Haft genommen. Von ihm erhofft man sich Aufschluss darüber, was es mit den «verschwundenen» 1,9 Mrd. € auf sich hat. Davon sollen zwei Konti über 1,1 Mrd. € auf CardSystems gelautet haben.

Gemäss dem «Wall Street Journal» (8. 7.) könnte Wirecard auch in den USA Ungemach drohen. In der Sache geht es darum, dass Transaktionen im Online-Kauf von Marihuana über 100 Mio. $ verschleiert worden sein sollen. In den USA ist der Handel mit Cannabis in den meisten Gliedstaaten nicht erlaubt. Die Banken wurden laut Anklageschrift getäuscht, damit sie trotzdem Kreditkartenzahlungen für Marihuanaprodukte bestätigen.

Die beiden Beschuldigten hätten mithilfe von Zahlungsdienstleistern und Offshore-Banken solche Überweisungen ermöglicht. In diesem Zusammenhang wird laut der Zeitung auch die Rolle von Wirecard untersucht. Bei einem der Verhafteten handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger, der mit Wirecard-Managern zusammengearbeitet habe. Allerdings findet sich der Name der deutschen Firma nicht in der Anklageschrift. Die beiden Angeklagten bestreiten die Taten und halten die Transaktionen für zulässig.

Im August 2017 kostete eine Wirecard-Aktie 68 €. Ein Jahr später erklomm das Papier mit einem Preis von 172 € ein Allzeithoch. Das Unternehmen war mit einer Börsenkapitalisierung von 24 Mrd. € damals mehr wert als die Deutsche Bank, die mehr als 20-mal so viele Angestellte beschäftigt. Zum Börsenstar geworden ist Wirecard aus verschiedenen Gründen. Einerseits hat der aggressive Expansionskurs des Unternehmens Kursphantasien geweckt. Gleichzeitig galt Wirecard in Deutschland als ein Symbol des Strukturwandels in der Finanzbranche. Ebenfalls geholfen hat der Aktie, dass sie aufgrund der immer wieder auftauchenden Manipulationsvorwürfe als volatil galt, was sie als Bestandteil von strukturierten Produkten attraktiv gemacht hat.

Wirecard – der einstige Börsenstar im freien Fall

Preis pro Aktie in Euro

20182020050100150200195,75195,750,4790,479

Während wohl nur wenige hiesige Anleger die Aktien von Wirecard direkt kauften, waren diese in (Themen-)Fonds und strukturierten Produkten, die als Basiswert Wirecard nutzen, ziemlich verbreitet. An der hiesigen Börse werden 278 strukturierte Produkte gehandelt, welche Aktien von Wirecard enthalten. Die Anzahl der nichtkotierten Produkte lässt sich kaum eruieren. In der Schweiz sind Barrier-Reverse-Convertibles die beliebtesten strukturierten Produkte. Mit diesen Instrumenten lässt sich dank Verzinsung auch in Märkten in der Seitwärtsbewegung Geld verdienen.

Volatilere Aktien in einem Multi-Barrier-Produkt sorgen dafür, dass die Verzinsung des Gesamtprodukts höher ausfällt. Ein Multi-Barrier-Produkt mit drei defensiven Aktien als Basiswert weist derzeit eine Verzinsung von bis zu 2% auf. Kommt ein Wert wie Wirecard dazu, steigt die Verzinsung auf gegen 6%. Oft wurde der Basiswert Wirecard mit anderen, riskanteren Branchennachbarn wie den Aktien von Paypal kombiniert. Solche Strukis hatten dann auch zweistellige Coupons.

Mit Agenturmaterial

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