Switzerland

YB-Tirana 3:0: Am Ende ist es ein Spaziergang nach Europa

Jetzt trifft er auch auf der internationalen Bühne wieder: Jean-Pierre Nsame (hier beim 2:0) erzielt im 25. Europacup-Einsatz für YB seine Tore 4 und 5.

Jetzt trifft er auch auf der internationalen Bühne wieder: Jean-Pierre Nsame (hier beim 2:0) erzielt im 25. Europacup-Einsatz für YB seine Tore 4 und 5.

 Foto: Claudio de Capitani (Frehsfocus)

Noch immer steht Gerardo Seoane zuvorderst in der Coachingzone, spannt seinen Körper durch, gibt mal gestikulierend Anweisungen, pfeift dann durch die Finger. Als stehe das Weiterkommen in die Europa League auf dem Spiel.

Es läuft die Schlussphase im Playoff gegen den KF Tirana, den albanischen Meister zwar, aber auch nur die Nummer 339 in der Uefa-Clubrangliste – ein europäischer Nobody. Was kompliziert begann, ist längst Formsache: Jean-Pierre Nsame, zuvor in drei Partien schon fast schlagzeilenträchtig ohne Treffer geblieben, schiesst nach Flanke von Christian Fassnacht zum 3:0 ein. Es ist sein zweiter Treffer an diesem Abend. Das Selbstvertrauen des Stürmers ist gestärkt, der Gegner geschwächt: Tiranas Mittelfeldstratege Agustin Torassa wird kurz darauf mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.

Sulejmanis Verletzung

Der Sieg der Young Boys ist ungefährdet. Er steht damit im Kontrast zu vielen YB-Partien in den letzten Monaten. Die Young Boys überzeugten nur punktuell, ein Erfolg fiel ihnen selten leicht. Bis gestern gelang der letzte wirklich komfortable Sieg Mitte Juli beim 5:0 in Zürich, gegen einen Gegner, der direkt aus der Quarantäne gekommen war und deshalb wie ein Team aus der Challenge League auftrat. Ansonsten war da bei YB viel Krampf und Kampf, wenig Kunst.

Gegen Tirana, vom Niveau ebenfalls in der Challenge League anzusiedeln, probiert Seoane seinem Team mit möglichst wenig Veränderungen Schwung zu verleihen. Er nimmt im Vergleich zum 0:0 in Sitten nur einen Wechsel vor, Meschack Elia steht nach überstandener Sprunggelenksverletzung erstmals seit zwei Monaten in der Startaufstellung. Er ersetzt Miralem Sulejmani, der kurzfristig mit leichten muskulären Problemen ausfällt. Und Elia tritt sofort in Erscheinung. Er ist es, der die erste gute Chance initiiert, als er nach 9 Minuten Nicolas Ngamaleu lanciert. Doch der Flügel wählt wie so oft die schwerere, nicht die klügere Lösung und probiert es mit einem Lupfer über Tiranas Goalie Visaj Bekaj. Im Gegenzug kommen die Albaner durch ihren Brasilianer Elton Pereira Gomes aus kurzer Distanz zum Abschluss. Statt 1:0 steht es beinahe 0:1.

Und dahin ist es mit der Souveränität bei den Young Boys. Das Heimteam ist zwar weiterhin überlegen, aber die Defensive wirkt anfällig, und vorne ist das Spiel umständlich. Sinnbildlich ist die Aktion von Nsame, der nach gut einer halben Stunde zögert und es dann mit einem Querpass versucht. Noch im August hätte Nsame diese Chance mit verbundenen Augen und einem kompromisslosen Abschluss verwertet. Doch die Torlosigkeit scheint beim letztjährigen Topskorer mit dem Schnitt von einem Treffer pro Partie Spuren hinterlassen zu haben.

Es droht da ein ungemütlicher, nervenaufreibender Abend im leeren Wankdorf zu werden. Gegen einen Gegner, der stahlhart und immer wieder an der Grenze des Erlaubten agiert. Doch just als sich das 0:0 zur Pause abzeichnet, hat Ngamaleu seinen besten Moment. Das Dribbling ist hübsch und effektiv, die Flanke mustergültig, Christian Fassnacht hat nach mehreren Chancen mit dem Kopf diesmal keine Mühe, das 1:0 zu erzielen. Die Albaner, kompakt stehend und auf Konter aus, müssen ihren Plan revidieren. Die Vorzeichen für die zweite Halbzeit haben sich mit einem Tor auf einen Schlag verändert. Plötzlich finden die Young Boys Räume vor. Und sie bespielen diese nun konsequenter, genauer, entschlossener. Ngamaleu probiert es von der Strafraumgrenze direkt, Nsame kann gar nicht anders, als den Abpraller zu verwerten.

Die Mini-Torkrise ist zu Ende, die Young Boys können für die Gruppenphase der Europa League planen. Die Schlussphase wird nicht zu einem Schaulaufen, aber zumindest zu einem Spaziergang.

Die Young Boys erreichen mit dem 3:0 gegen den albanischen Aussenseiter zum fünften Mal in Folge die Gruppenphase im Europacup. Am Freitag erfahren sie, wer ihre Gegner in der Europa League sein werden.

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