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Zugs schwere Transfer-Niederlage – Sven Andrighetto zu den ZSC Lions

Sven Andrighetto schliesst sich den ZSC Lions an. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Zugs schwere Transfer-Niederlage – Sven Andrighetto zu den ZSC Lions

Zugs Sportchef Reto Kläy hat sich um Sven Andrighetto so intensiv bemüht wie zuvor um Leonardo Genoni und Grégory Hofmann. Aber Sven Andrighetto wechselt zu den ZSC Lions.

Die Zuger hatten noch einmal alles mobilisiert. Zur entscheidenden Verhandlungsrunde rückte das «Trio Grande» des Zuger Hockeys an: Präsident Hans-Peter Strebel, General Manager Patrick Lengwiler und Sportchef Reto Kläy. Alles sass am Tisch, was in Zugs Hockey Macht, Einfluss, Sachverstand und Geld hat. Zug nahm am Verhandlungstisch sozusagen den Torhüter raus und ersetzte ihn durch einen sechsten Feldspieler.

Sven Andrighetto schwankte und wankte, überlegte hin und her – und hat sich für die ZSC Lions entschieden. Sein Agent Dani Giger hat mit den Zürchern einen Vertrag über fünf Jahre ausgehandelt. Und für Zug gilt: Wie im richtigen Hockey auf dem Eis fällt der Treffer auch am Verhandlungstisch nicht immer auf der richtigen Seite, wenn der Goalie rausgenommen wird.

Zugs Sportchef Reto Kläy behauptete, an Andrighetto nicht interessiert zu sein. Bild: KEYSTONE

Der «Andrighetto-Handel» ist auch deshalb interessant, weil sich Zug so intensiv bemühte – und vorsichtshalber betonte, man sei am Nationalstürmer gar nicht interessiert. Sportchef Reto Kläy betonte gegenüber «Zentralplus» sogar, er habe kein Angebot gemacht. Wörtlich: «Der EVZ hat Andrighetto kein Vertragsangebot gemacht.» Was insofern stimmt: Nicht der EVZ macht eine Offerte. Sondern ein EVZ-Vertreter. Aber wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen.

Wie er zu dieser lässlichen Lüge kam (Transferlügen gelten nicht als Sünde, deshalb ist es eine lässliche Sünde) mochte er nicht verraten. Er war ausnahmsweise für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er wird zwei Gründe haben.

Erstens: Das Management war sich seiner Sache nicht so sicher wie bei den Bemühungen um Leonardo Genoni und Grégory Hofmann und wollte eine allfällige «Transferniederlage» vor Sponsoren und Fans verheimlichen.

Zweitens: Reto Kläy ist entmachtet. Nicht mehr er entscheidet, wem eine Offerte gemacht wird. Sondern Präsident Hans-Peter Strebel und Manager Patrick Lengwiler. Um ehrlich zu sein: Das ist eine boshafte Interpretation.

Die Frage ist nun: Wer soll die ZSC Lions stoppen, wenn denn die Meisterschaft gespielt werden kann? Sven Andrighetto ist ein «Königstransfer» für die ZSC Lions und wäre sogar ein «Kaisertransfer» für die Zuger gewesen. Er ist der Spieler, der eine Meisterschaft entscheidend zu beeinflussen vermag. Der Stürmer, der in den letzten, alles entscheidenden Spielen die Differenz kann.

Der Verlust von Liga-Topskorer Pius Suter (in die NHL) können die Zürcher gut verkraften: Sie dürfen ihn nach den Buchstaben des neu gültigen NHL-Transferabkommens durch einen fünften Ausländer ersetzen. Und nun kommt zusätzlich Sven Andrighetto, ein kompletter, schlauer Stürmer, der sich in der NHL und in der KHL nicht unterkriegen liess und bei uns keine Mühe haben wird, den direkten Weg zum Tor zu finden. Er ist bei den ZSC Lions ausgebildet worden, wechselte bereits im Juniorenalter nach Nordamerika und steht nun vor seiner ersten Partie in der National League.

Wer böse ist, sagt: Eishockey in der Schweiz ist, wenn Zug verliert, sobald es zu den Entscheidungen kommt, die eine Meisterschaft entscheiden. Die Zuger haben nun dreimal in vier Jahren das letzte Spiel um einen Titel verloren – zweimal im Final gegen den SC Bern und im letzten Frühjahr im Hallenstadion die Partie um den Qualifikationssieg gegen die ZSC Lions.

Entscheidend wird sein, wie nun die Zuger intern ihre Transferniederlage umsetzen. Entweder mit einem Zusammenrücken im Sinne «wir sind eine Mannschaft, wir spielen ehrliches Hockey, jetzt zeigen wir es den Geldsäcken in Zürich, die ihre Titel nur kaufen». Ein Zusammenrücken, aus dem sie meisterliche «Trotzenergie» schöpfen. Oder aber sie resignieren und denken tief in der Hockeyseele «ach, uns reicht es halt nie zum Titel, wir sind arme Kerle mit viel Geld.»

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