Liechtenstein

Models begegnen ihren Aufklapp-Figuren

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Kunstverein Schichtwechsel. Im Fokus stand für den Verein das Schicksal von Care-Migrantinnen, Betreuerinnen, die vorwiegend aus Osteuropa kommen und für wenig Geld bis zu 24 Stunden am Tag alte oder kranke Menschen betreuen. Bei der Ausstellungseröffnung in Vaduz war der politische Umgang mit diesem Thema im Mittelpunkt, in Schaan nun standen die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses St. Laurentius im Zentrum. Denn sie waren die Models für diese Ausstellung, sie sind die Portraitierten. Dafür wurden sie von der Künstlerin Ursula Wolf in ihrem Heim-Zuhause besucht, fotografiert, gezeichnet und dann als lebensgrosse Aufklapp-Figuren gefertigt. Mitten in diesen Zeichnungen und Figuren sassen nun einige der Originale und lauschten den Kurzvorträgen.

Begrüsst wurden die Anwesenden vom Vorsteher Daniel Hilti, der meinte, dass das Thema Care-Migrantinnen auch ein politisches Thema ist. «Es gibt bisher keine Lösung, aber es gibt Diskussionen und Ansätze dazu», sagte er. Das Thema beschäftigt auch Martin Wanger, den Leiter des Hauses St. Laurentius, der ein «passionierter Fotograf ist, gerne Joggen geht und einmal eine Schreinerlehre gemacht hat», wie die Moderatorin Laura Hilti bemerkte. Doch diesmal erzählte er von den Anfängen des Projekts und berichtete eine kleine Anekdote, die ihm nach Fertigstellung der Broschüre passiert ist. «In einer Gangnische im 1. Stock sitzen nach dem Abendessen immer ein paar Frauen zusammen. Mit ihnen schaute ich die Broschüre an. Da meinte die eine: «Hey, du siehst ja ‹gfürchig› aus auf dem Bild.» Darauf entgegnet die andere: «Macht nichts, muss ja niemanden mehr finden.» 

Kurt Salzgeber, Geschäftsführer der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe LAK bezog sich in seinem Kurzvortrag auf den Begriff «care» und meinte: «Es gibt best care, home care, palliativ care – die englische Sprache lässt alles zu. Übrigens heisst das englische ‹who cares› übersetzt soviel wie: ‹eigentlich egal›.» Nicht egal ist Kurt Salzgeber das modulare Versorgungssystem. Dabei ist ihm der Unterschied zwischen Bedarf und Bedürfnis von grosser Bedeutung. Bezüglich Care-Migrantinnen sagte er, dass drei Dinge besonders wichtig sind: Die fairen Arbeitsbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit und Lohn. Dann muss die Qualität sichergestellt werden, denn kranke Menschen haben ein Recht auf gute Pflege. Und drittens darf das Motiv nicht finanzieller Natur sein, sondern muss aus dem Bedürfnis entstehen. 

Musikpädagogin Marion Klotz berichtete von ihren Donnerstag-Erlebnissen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses, denn einmal in der Woche singt sie mit allen Interessierten. Da wurde auch schon mal «Es gibt kein Bier auf Hawaii» gesungen und dabei Musik mit leeren Bierflaschen gemacht . Wichtig sei ihr, dass jeder so mitmacht, wie er oder sie kann oder möchte. Es gebe keinen Zwang. Die Lehrerin und Texterin Asha Ospelt-Riederer berichtete von ihrem Interview mit dem Journalisten Walter Bruno Wohlwend und sagte: «Er gab mir tiefe ehrliche Einblicke in sein Leben» und dass er noch nicht ganz in seinem neuen Zuhause angekommen war. Sie las aus ihrem Interview vor, in dem es hiess: «Zum ersten Mal fiel ich im Wingert in Vaduz hin, ganz unvorbereitet, an meinem Geburtstag. Nach einem Umweg landete ich im Hirslanden, wo sie auf den Tumor stiessen. Er wurde operiert.» Zum Schluss bedankte sich die Künstlerin Ursula Wolf bei allen für die «vielen schönen Momente, die Geduld und die Zuvorkommenheit.» Musikalisch umrahmt wurde der Anlass von Ursula und Norbert Marock mit ihren Ziehharmonikas. (agr) 

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