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St. Galler Kantonspolizei auf der Suche nach Polizistinnen

Im Kanton St. Gallen haben diese Woche neun Frauen und elf Männer die Polizeiausbildung begonnen. Der hohe Frauenanteil sei aber eher Zufall, heisst es auf Nachfrage. 2020 wurde zwar das Projekt "Gender Diversity" gestartet, die Auswirkungen dürften sich aber erst in ein paar Jahren zeigen.

Mit einer Feier und der Übergabe der Dienstwaffe haben am Dienstag neun Aspirantinnen und elf Aspiranten die zweijährige Ausbildung an der Polizeischule Ostschweiz begonnen.

Bedeutet der hohe Anteil der Frauen eine neue Entwicklung? Polizeisprecher Hanspeter Krüsi kann dies nicht bestätigen. Die Zahlen schwankten stark, erklärte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dies zeigt auch die Verteilung der angehenden Polizistinnen und Polizisten, die aktuell das erste Ausbildungsjahr hinter sich haben: Es sind fünf Frauen und 14 Männer.

Der Frauenanteil in den Polizeikorps sei bescheiden und im Kader marginal, hatte die St. Galler Regierung im Mai 2021 in einer Antwort zu einem Vorstoss von SP-Kantonsrätin Monika Simmler festgestellt. Für eine Änderung brauche es konkrete Massnahmen, verbunden mit einem "Kultur- und Sinneswandel".

Bei der letzten Erhebung Ende November 2020 gab es bei der St. Galler Kantonspolizei 663 Polizisten und 107 Polizistinnen. Noch deutlicher fiel die Differenz bei den Führungspositionen aus: Dort waren es 147 Männer und 3 Frauen.

Teilzeitarbeit ist möglich

Die Regierung verwies in ihrer Stellungnahme auf das Projekt "Gender Diversity", das die Kantonspolizei im April 2020 startete. Es enthält ein ganzes Bündel von konkreten Massnahmen, die stufenweise umgesetzt werden und sich in den nächsten Jahren auswirken sollen.

Künftig wird in den Stellenausschreibungen konsequent auf die Möglichkeit für Teilzeitarbeit hingewiesen. Die Rahmenbedingungen für Teilzeit arbeitende Polizistinnen und Polizisten sollen verbessert werden. Weiter wird vermehrt geprüft, ob Teilzeitarbeit auch auf der Stufe der Vorgesetzten ermöglicht werden kann.

Es gibt eine Laufbahnberatung mit jährlich stattfindenden Entwicklungsgesprächen. Dabei soll die Entwicklung von weiblichen Führungskräften regelmässig überprüft werden. Bei einigen der Massnahmen geht es um die Rückkehr nach einer familienbedingten Abwesenheit. Angeboten wird ein spezielles Wiedereinstiegsprogramm.

Thema ist aber auch der Auftritt gegen aussen: Es soll aufgezeigt werden, dass ein Beruf bei der Polizei nicht nur ein "Männerberuf" ist. Dies zeigt sich auch in der Kommunikationsabteilung: "Auf den Symbolbildern, die mit den Medienmitteilungen verschickt werden, stellen wir vermehrt Polizistinnen in den Vordergrund", nennt Krüsi ein Beispiel.