Liechtenstein

Universität Liechtenstein sieht sich auf Strategie-Kurs

Vaduz - Die Universität Liechtenstein setzt weitere Schritte zugunsten von Stabilität, Qualitätssteigerung und guter Führung. Der Universitätsrat schafft eine unabhängige Ombudsstelle und setzt Rechtsanwalt und Mediator Christoph Büchel aus Vaduz zur ersten Ombudsperson ein. 

Die Universität Liechtenstein setzt ihre Qualitäts- und Fokussierungsstrategie entlang der von Landtag und Regierung positiv aufgenommenen Entwicklungs- und Finanzplanung 2020-2022 fort. Nach der Anpassung und Stabilisierung der Führungs- und Organisationsstruktur, der Gesamterneuerung der wesentlichen Erlasse sowie dem Abschluss der Leistungsvereinbarung mit der Regierung im Jahr 2019 hat der Universitätsrat zusammen mit der neuen Rektorin Prof. Ulrike Baumöl und dem neuen Verwaltungsdirektor Markus Jäger weitere Weichen zur Weiterentwicklung der Universität für das Jahr 2020 gestellt, wie die Universität am Mittwoch mitteilte.

Gute Führung

Um den Anforderungen an gute Führung („Good Governance“) noch besser zu entsprechen, wird vom Universitätsrat per 1. März 2020, wie in den Statuten vorgesehen, neu eine unabhängige externe Ombudsstelle geschaffen und das entsprechende Reglement in Kraft gesetzt. Die Ombudsstelle steht Universitätsangehörigen für Meldungen und Beanstandungen zur Verfügung. „Die Ombudsstelle wird dazu beitragen, das Vertrauen in die Organe, Funktionsträger und Organisationseinheiten weiter zu stärken. Wir freuen uns, dass wir mit Rechtsanwalt und Mediator Christoph Büchel eine vertrauensvolle Persönlichkeit für diese zentrale Aufgabe gewinnen konnten“, wird Universitätsratspräsident Klaus Tschütscher in einer Aussendung zitiert. Im Zuge der Einsetzung der Ombudsstelle wird auch der Verhaltenskodex der Universität Liechtenstein angepasst. Zudem sollen die Nebenbeschäftigungen der Universitätsangehörigen, die bereits heute einmal im Jahr vollständig zu deklarieren sind, zukünftig im Sinne der Transparenz öffentlich gemacht werden.  

Neubesetzung Prorektorate

Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der Führung der Institution habe sich der Universitätsrat entschieden, personelle Änderungen im Rektorat herbeizuführen. Infolgedessen scheiden die Prorektoren Marco Furtner und Nicolas Raschauer aus dem Rektorat aus und widmen sich vollumfänglich ihren Aufgaben in Lehre, Forschung und Transfer. "Der Universitätsrat dankt den bisherigen Prorektoren für das Engagement. Den Prozess zur Neubesetzung der beiden Prorektorate hat der Universitätsrat bereits in die Wege geleitet", schreibt die Uni.

Neuer Rechnungslegungsstandard in Umsetzung

Wie es in der Aussendung weiter heisst, bieten die positive Jahresrechnung 2019 sowie die von der Revisionsstelle festgestellten Fortschritte im Bereich IKS (Internes Kontrollsystem) und Risikomanagement im Bereich der finanziellen Führung die Grundlage für die im Jahr 2020 gemäss Statuten und Eignerstrategie anstehende Umstellung des Rechnungsjahres auf das Kalenderjahr sowie für die Einführung der Rechnungslegungsstandards nach dem Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR). „Als marktorientiertes öffentliches Unternehmen stehen wir in Konkurrenz zu vielen anderen Bildungseinrichtungen der erweiterten Region. Dabei bildet die Umsetzung des True-and-FairView-Prinzips in der Jahresrechnung – also ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – einen Meilenstein in Sachen Transparenz und Vergleichbarkeit, den wir sehr unterstützen. Die entsprechenden Umsetzungsarbeiten sind bereits weit fortgeschritten“, wird Verwaltungsdirektor Markus Jäger im Ausblick zitiert.  

Qualität und Akkreditierung im Fokus

Der eingeschlagene Weg der weiteren Qualitätssteigerung zeige sich auch beim Thema Akkreditierungen. Im Jahr 2018 hat das Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein als erste und bisher einzige Institution weltweit die Akkreditierung für alle Programmstufen (Bachelor, Master und Doktorat)durch das renommierte Royal Institute of British Architects (RIBA) erhalten. Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften geht der der Akkreditierungsprozess mit der international angesehenen Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) nun ebenfalls in die Endphase und soll bald einen Abschluss finden. Ausserdem habe die Universität mit der Schweizerischen Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung (AAQ) Kontakt bezüglich einer institutionellen Akkreditierung aufgenommen. Die AAQ führte schon in der Vergangenheit Evaluationen der Universität Liechtenstein durch und begleitete deren Entwicklung förderlich. „Mit all diesen Schritten und Massnahmen werden sowohl international anerkannte Qualitätssiegel anvisiert, als auch das Qualitätsbewusstsein und die Reputation weiter gestärkt“, wird Rektorin Ulrike Baumöl in der Aussendung zitiert.