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Die Zukunft der Menschen und der Künstlichen Intelligenz

Neuer Blockbuster

John David Washington („Tenet“) in der Hauptrolle des Undercover-Agenten Joshua.

John David Washington („Tenet“) in der Hauptrolle des Undercover-Agenten Joshua. Foto: 20th Century Studios

Spätestens seit der Einführung von ChatGPT, einem Chatbot, im vergangenen November ist Künstliche Intelligenz (KI) im Alltag angekommen. Dass KI den Arbeitsalltag vieler Arbeitnehmender und -geber in Zukunft verändern wird, ist Fakt. Immerhin können manche Aufgaben mühelos und vermutlich schneller von Maschinen und Robotern erledigt werden als von Menschenhand.

Ist der Mensch also ersetzbar? Werden KI gesteuerte Roboter und Simulationen (Sims) das menschliche Leben in (ferner) Zukunft dominieren? Auf diese Fragen gibt Gareth Edwards’ Sci-Fi-Thriller „The Creator“ zwar keine konkreten Antworten, doch zeichnet die US-Produktion düstere Zukunftsvisionen für das Zusammenleben von KI und Mensch.

„The Creator“: ein Blockbuster, den es zu sehen gilt.
„The Creator“: ein Blockbuster, den es zu sehen gilt.

„The Creator“: ein Blockbuster, den es zu sehen gilt. Foto: 20th Century Studios

Ein etwa zweistündiger Film, der mehr als nur die menschliche Evolution infrage stellt. Vielmehr kommt die Brutalität der menschlichen Spezies sowie die Überheblichkeit des Westens, der sich anderen Bevölkerungen oftmals überlegen fühlt, besonders zur Geltung. Ein Blockbuster mit John David Washington („Tenet“) in der Hauptrolle, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ein Sim-Kind als Wunderwaffe

Wir schreiben das Jahr 2060: Zehn Jahre nach dem vernichtendem Atombombeneinschlag in Los Angeles – vermeintlich verursacht durch Künstliche Intelligenzen – befindet sich der Westen im Krieg gegen New Asia, wo die Roboter und menschenähnliche Sims Zuflucht gefunden haben und unterstützt werden. Die Angst davor, dass die KIs die Macht übernehmen und damit die menschliche Spezies auslöschen könnte, sitzt tief in den Köpfen der Amerikaner.

Der US-Undercover-Agent Joshua (John David Washington) soll Maya (Gemma Chan), der angeblichen Tochter des sogenannten Nirmatas, dem Architekten einer Super-KI, näherkommen, um diesen aufzuspüren. Die Super-KI soll nämlich eine Waffe sein, mit der der Krieg endgültig beendet werden könne.

Joshua verliebt sich allerdings in Maya, heiratet sie und plant ein Kind mit ihr zu bekommen – was den Einsatz verkompliziert. Als die Amerikaner schließlich angreifen, gelingt es ihnen nicht, Nirmata oder die Waffe, die sich später als ein Sim-Kind (Madeleine Yuna Voyles) entpuppt, aufzuspüren. Joshua verliert dabei jedoch seine schwangere Frau.

Ein etwa zweistündiger Film, der mehr als nur die menschliche Evolution infrage stellt.

Fünf Jahre später soll er wieder mit der Truppe von Colonel Howell (Allison Janney) nach New Asia, um die Waffe ausfindig zu machen. Sie ködern ihn mit seiner scheinbar am Leben seienden Frau. Doch dann kommt alles anders als gedacht und auch Joshua lernt die KIs von einer ganz anderen Seite kennen.

Menschengemachter Krieg

Bereits zu Beginn von „The Creator“ wird deutlich: Hierbei handelt es sich um weitaus mehr als um einen actionreichen Science-Fiction-Film. Selbstverständlich glänzt der Streifen mit waghalsigen Rettungsmanövern und futuristischen Kampfszenen, bei denen moderne Waffen zum Einsatz kommen. Doch der Film bewegt und gibt auch Denkanstöße.

„Diese Kreaturen [die KIs] da unten sind menschlicher, als ihr es seid“, entgegnet eine Dorfbewohnerin den amerikanischen Soldaten, als diese eines der vielen kleinen Dörfer in New Asia stürmen und mit tödlichen Schüssen drohen.

Und tatsächlich: Die vielen Kriegsszenen, in denen ganze Dörfer durch Raketen und Bomben, die durch Menschen abgeschossen werden, beweisen, wie brutal und gnadenlos Menschen sein können. Die KIs selbst wünschen sich das Ende des Konflikts, rücken eigentlich nicht zum Angriff vor, sondern verteidigen sich nur und möchten sich aus der Unterdrückung der Menschen befreien.

Unaufhaltbare Evolution

Ja, eigentlich zielen die Roboter und Sims auf ein friedliches und gemeinsames Leben mit den Menschen ab – so wie es in New Asia bereits möglich ist. Hier sind beide Spezies im Einklang miteinander, unterstützen einander.

Immer wieder wird im Film erwähnt, dass die Gefühle der Sims nicht echt sind, sondern reine Programmierung. Doch viel unmenschlicher als der Mensch selbst können die Bots doch eigentlich nicht sein, oder? Allein ein Blick in die Welt mit ihren zahlreichen menschengemachten Konflikten, die täglich Todesopfer fordern, reicht, um diese Frage zu beantworten.

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Kommt man als Zuschauer den KIs und deren Absichten zu Beginn des Films eher skeptisch entgegen, nimmt die Sympathie gegenüber den Menschen – oder zumindest gegenüber dem Westen – allmählich ab. Nicht zuletzt, weil zwischen den KIs und den Menschen doch eine Art zwischenmenschliche Beziehung entstehen kann. Und wie es in „The Creator“ heißt: „Das ist die Evolution.“