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Marta Estevez und die ungewöhnliche Reise der Racing-Frauen 

Champions League

Luxemburgs Fußballmeister tritt wieder in der Champions-League-Qualifikation an. In Österreich trifft die Mannschaft auf PAOK Thessaloniki.

Marta Estevez spielt seit einem Jahr für Racing.

Marta Estevez spielt seit einem Jahr für Racing. Foto: Stéphane Guillaume

Als Nationalspielerin hat Marta Estevez viel internationale Erfahrung. Die Champions-League-Qualifikation ist trotzdem etwas Besonderes für sie. Denn im europäischen Vereinswettbewerb kann die Fußballerin erst antreten, seit sie vor einem Jahr zum Luxemburger Meister Racing wechselte. Nach ihrer Premiere 2022 gegen Juventus Turin freut sie sich nun auf die diesjährige Qualifikation, für die das Team nach Österreich gefahren ist.

Unser Ziel ist auf jeden Fall, das erste Spiel zu gewinnen.

Die Reise ist ungewöhnlich. Denn noch wissen die Racing-Frauen nicht, wie lange sie dauert. Sie wurden anders als in den zwei Saisons zuvor in der ersten Qualifikationsrunde in eine Dreier- statt in eine Vierergruppe gelost. Das Mini-Turnier der Gruppe neun findet auf der Anlage des österreichischen Favoriten St. Pölten statt. Doch gegen diesen spielen die Luxemburgerinnen am Samstag im sogenannten Finale nur im Falle eines Sieges am Mittwoch (Anpfiff um 18 Uhr) gegen den griechischen Meister PAOK Thessaloniki.

Marta Estevez (l.) im Kampf um den Ball mit Juliana Almeida vom FC Red Black Egalité.
Marta Estevez (l.) im Kampf um den Ball mit Juliana Almeida vom FC Red Black Egalité.

Marta Estevez (l.) im Kampf um den Ball mit Juliana Almeida vom FC Red Black Egalité. Foto: Stéphane Guillaume

„Unser Ziel ist auf jeden Fall, das erste Spiel zu gewinnen“, sagt Estevez. PAOK könnte ein Gegner auf Augenhöhe sein. Estevez ist sich bewusst, wie hoch das Niveau im internationalen Wettbewerb ist: „In der Champions League ist kein Spiel einfach.“ Ihre Mannschaftskollegin Kimberley dos Santos hat schon einmal gegen Thessaloniki gespielt. 2017 war das, damals noch im Trikot des SC Bettemburg. PAOK gewann 8:0. „Man kann die Situation aber nicht mit heute vergleichen. Es ist schon lange her, die Mannschaft hat sich verändert“, meint dos Santos.

Eine besondere Atmosphäre

Die beiden Nationalspielerinnen mögen die Atmosphäre in der Women’s Champions League. In der Vorsaison fand das Vierer-Turnier mit den Luxemburgerinnen auf der Anlage des italienischen Topclubs Juventus statt. Die professionelle Umgebung hat Estevez besonders gefallen, wie sie berichtet. Dos Santos schätzt, dass Frauen im internationalen Wettbewerb eher auf sich aufmerksam machen können als in der heimischen Liga.

Wir arbeiten das ganze Jahr, um solche Spiele bestreiten zu können.

Philippe Ciancanelli

Vizepräsident bei Racing

St. Pölten dürfte noch stärker sein als der griechische Champion. Der Verein, der gut eine Autostunde von Wien entfernt in Niederösterreich beheimatet ist, gilt seit Jahren als Meisterschaftsfavorit in der österreichischen Frauen-Bundesliga. Er holte zuletzt acht Titel in Serie und spielt seit 2013 in der Champions League. Bei der Auslosung der aktuellen Qualifikations-Turniere war St. Pölten an der Spitze der Setzliste gestanden. Racing bekam somit zum zweiten Mal hintereinander das stärkste Team, das zur Auswahl stand, in die Gruppe gelost.

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Dennoch ist die Vorfreude groß. „Wir arbeiten das ganze Jahr, um solche Spiele bestreiten zu können“, sagt Racing-Vizepräsident Philippe Ciancanelli, auch wenn die Reiseplanung eine Herausforderung war. „Die Organisation war dieses Jahr schwieriger“, so der Verantwortliche für den Frauenfußball beim Hauptstadtclub. Wegen des nicht planbaren Rückreisedatums entschloss man sich, mit dem Bus nach Österreich zu fahren. Auch PAOK hatte sich darum bemüht, Gruppen-Gastgeber zu werden. Racing befürwortete den Standort St. Pölten, laut Ciancanelli unter anderem wegen der klimatischen Bedingungen.

Für Racings Vizepräsident Philippe Ciancanelli war die Reiseplanung eine Herausforderung.
Für Racings Vizepräsident Philippe Ciancanelli war die Reiseplanung eine Herausforderung.

Für Racings Vizepräsident Philippe Ciancanelli war die Reiseplanung eine Herausforderung. Foto: Stéphane Guillaume

Die Mannschaft von Trainerin Elodie Martins ist in Österreich nicht ganz vollständig. Nationalspielerin Edina Kocan muss verletzungsbedingt passen. Einige andere, darunter Gabriela Crespo und die französische Neuverpflichtung Manon Evrard, sind während der Woche beruflich verhindert.

Der dreimalige Luxemburger Meister Racing trat in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Champions League der Frauen an, erstmals im November 2020 in Ungarn bei Ferencvaros Budapest (1:6), als die erste Qualifikationsrunde coronabedingt in nur einer Partie ausgespielt wurde. 2021 gelang mit dem 1:0 gegen SFK Sarajevo der erste Sieg, ehe man Benfica Lissabon 0:7 unterlag. 2022 spielten die Luxemburgerinnen gegen Juventus 0:4, anschließend siegten sie 3:1 gegen den estnischen Vertreter Flora Tallinn.