Luxembourg
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Mein Gegner, das Strichmännchen

Gazettchen

Es ist nichts weiter als eine kleine, unspektakuläre Abwechslung in der Mittagspause: Umziehen, Laufschuhe an und losziehen, denn von unserer Redaktion in Hollerich ist man schnell im wunderschönen Tal der Petruss. Mal bin ich etwas schneller, mal langsamer, doch eigentlich sollte es in dieser Dreiviertelstunde entspannt zugehen. Denkt man zumindest.

Lesen Sie auch:

Von meinem Karrierewechsel zur Zoomitarbeiterin

Doch nach zehn Minuten friedvollen Laufens packt mich meist der Ehrgeiz. Neulich etwa, als 20 Meter vor mir ein Mann vor mir herjoggte. Sofort als ich ihn sah, war mein Jagdtrieb geweckt. Ich begann, ihn zu taxieren und zu kalkulieren: Wie schnell wird der wohl beschleunigen können? Und wie viele Reserven habe ich?

Wie ein Torpedo setzte ich zum Überraschungsmanöver an.

Dann fackelte ich nicht lange, sondern setzte wie ein Torpedo zum Überraschungsmanöver an. Ich überholte den ahnungslosen Widersacher und setzte noch eins drauf, indem ich an der nächsten Weggabelung den steilen Hang hinauflief. Zack und weg! Die Kunst bei so einem imaginierten Blitzwettkampf ist natürlich, so unbeeindruckt und lässig wie möglich am „Gegner“ vorbeizuziehen.

Außer Atem, doch zufrieden lächelnd joggte ich also eine Weile weiter, ehe ich mich dezent umdrehte, um einen Blick auf den „Besiegten“ zu werfen. Doch siehe da: Der Typ war mir gar nicht den Berg hinauf gefolgt, sondern einfach flach weitergelaufen! Ohne es überhaupt zu wissen, hatte er meinen Wettkampf der Lächerlichkeit preisgegeben.

Etwas später konnte ich über mich selbst schmunzeln. Und noch eine Weile später aktivierte ich an meiner Laufuhr die Funktion „virtueller Partner“. Ich gebe jetzt eine Zielzeit ein und dieser „Partner“ läuft auf dem Display mit. Mein neuer Lieblingsgegner ist nun also ein Strichmännchen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema