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Metro-Plan als Erfolgsnachweis

Bildungspolitik

Ein Fokus von Schulminister Claude Meischs vielen Bildungsinitiativen galt dem Sprachenangebot

Claude Meisch (DP) hat viele Reformen umgesetzt. Zu nachweislich besseren Bildungschancen hat seine Politik bislang nicht geführt.

Claude Meisch (DP) hat viele Reformen umgesetzt. Zu nachweislich besseren Bildungschancen hat seine Politik bislang nicht geführt. Foto: Guy Jallay

Einen bunten Metro-Plan und eine DIN A3 große Zahlen-Übersicht hatte Erziehungsminister Claude Meisch (DP) eigens entwerfen lassen, um die vielen Initiativen, Maßnahmen und Projekte zu verdeutlichen, die er und seine Beamten während fünf Jahren Amtszeit umgesetzt und angestoßen haben.

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Und tatsächlich, der Blick auf die zahlreichen Haltestellen und Abzweigungen lässt den Betrachter fast schwindelig werden, so viele Aktionen kommen in fünf Jahren im Ministerium Erziehung, Kindheit und Jugend zusammen: etwa bei der Mehrsprachigkeit, wo Meisch nicht nur die kostenlose bilinguale Frühförderung eingeführt hatte, sondern mit dem Modellversuch der französischen Alphabetisierung diesen Ansatz durch die Luxemburger öffentliche Schule zu ziehen gedenkt.

Gemeinsam mit der didaktischen Abteilung des Service de Coordination de la Recherche et de l'Innovation pédagogiques et technologiques (Script) seien die Französischbücher überarbeitet und der Französischunterricht in der Grundschule modernisiert worden. Auch zu den Lehrplänen der Sekundarstufe existieren Vorhaben, diese im Rahmen des Projekts Lehrplan 2025 zu entschlacken und aufzufrischen – sollte der aktuellen Regierung denn eine weitere Amtszeit vergönnt sein.

Öffnung à la Meisch: Sechs internationale öffentliche Schulen

Die sprachlichen Herausforderungen bildeten (nur) einen Schwerpunkt von Meischs Bilanz-Pressekonferenz am Mittwochmittag auf dem Erziehungs-Campus in Clausen. Als er sein Amt angetreten habe, seien die Diskussion und Reflexion um den Sprachenunterricht in der Regelschule „komplett blockiert gewesen“, erinnert der Minister.

Heute, so ein zufriedener Meisch, seien die Sprachangebote dank der internationalen öffentlichen Schulen sehr viel breiter aufgestellt – was der Vielfalt der Schülerinnen und Schüler im Luxemburger Schulsystem mehr entgegenkomme. Nicht nur werde der „sprachlichen Diversität“ heute besser Rechnung getragen, auch sei der Zugang zu den alternativen Sprachmodellen „demokratisiert“ worden. „Das traditionelle Schulsystem hat sich seinen Herausforderungen gestellt“, findet der Minister.

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Die Sprachreform ziele aber nicht nur auf die Grundschule und die Sekundarstufe ab; auch in der Berufsausbildung sei das Angebot an Ausbildungen in Französisch und Englisch erweitert worden; auf Französisch existieren mittlerweile 44 Ausbildungen, zudem seien neue Lehrgänge geschaffen worden. Die meisten Angebote seien „von Anfang an ausgebucht“ gewesen.

Das traditionelle Schulsystem hat sich seinen Herausforderungen gestellt.

Claude Meisch

Minister für Erziehung, Kindheit und Jugend

Der 45-minütige Rückblick des Ministers beinhaltete außerdem die Zeit der Corona-Pandemie. Insgesamt schaut Claude Meisch zufrieden zurück: „Wir sind in Europa das Land, das die Schulen am längsten geöffnet hatte“, erinnert der DP-Minister. Was ihn am stärksten beeindruckt habe: Kinder und Jugendliche hätten selbst das Thema der mentalen Gesundheit auf die Agenda gesetzt und sprächen heute offen darüber. In der Folge von Covid-19 hatten die schulpsychologischen Dienste ihre Beratungsangebote deutlich ausgedehnt.