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SES startet mit dem Rückkauf von Aktien

Weltraumaktivitäten

Bis zu 150 Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Zudem konnte das milliardenschwere C-Band-Projekt vorzeitig abgeschlossen werden.

Der Satellitenbetreiber SES freut sich über volle Auftragsbücher.

Der Satellitenbetreiber SES freut sich über volle Auftragsbücher. Foto: Anouk Antony

Die vergangenen Monate waren für den Satellitenbetreiber aus Betzdorf durchaus turbulent: erst die Gerüchte um Verhandlungen mit dem angeschlagenen Konkurrenten Intelsat über eine Fusion, im März dazu auch die offizielle Bestätigung seitens SES, Mitte Juni dann der überraschende Rücktritt des bisherigen Geschäftsführers Steve Collar und nur zehn Tage später schließlich die knappe Erklärung, dass die Gespräche mit Intelsat beendet seien. Alles bleibt wie gehabt. Keine Fusion.

Wert der Aktie steigt nach Ankündigung

Für Collars Nachfolger Ruy Pinto scheint damit zu dieser Entwicklung alles gesagt zu sein. In der Pressemitteilung, die am Donnerstagvormittag hinausgeht, findet sich jedenfalls kein Wort darüber. Stattdessen die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms. Als „Ausdruck unseres Vertrauens in den langfristigen Erfolg von SES“, begründet der neue CEO diesen Schritt, für den bis zu 150 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Am Donnerstagmorgen hätte diese Summe noch für den Kauf von rund 25 Millionen Aktien gereicht. Doch die Ankündigung des Luxemburger Unternehmens bleibt nicht ohne Folgen. Am späten Vormittag steigt der Kurs der Aktie bereits um über 15 Prozent, von rund sechs auf mehr als 6,70 Euro.

Und Pinto liefert noch eine weitere Meldung, mit der auch das Vertrauen der Anleger gestärkt werden soll. „Wir freuen uns, bekannt geben zu können, dass die Freigabe des C-Band-Spektrums nun vorzeitig, nach mehr als drei Jahren harter Arbeit, abgeschlossen werden konnte und wir im vierten Quartal Einnahmen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar (vor Steuern) für die beschleunigte Freigabe erwarten“, so der SES-Chef.

Das C-Band ist ein Frequenzspektrum, das für den 5G-Netzausbau wichtig ist, das in den USA aber noch für die Verteilung der vielen Fernsehprogramme in die Kabelkopfstationen genutzt wurde. In den vergangenen Jahren ging es deshalb darum, Tausende dieser Kopfstationen umzurüsten und den vielen US-Sparten-Fernsehkanälen ein Weitersenden auf anderer Frequenz oder auf anderen Satelliten zu ermöglichen, damit der untere Bereich des C-Band-Frenquenzspektrums für den 5G-Ausbau frei wird. Was dann nun auch der Fall ist.

Auftragsbestand von mehr als einer Milliarde US-Dollar

Entsprechend zuversichtlich blickt das Unternehmen deshalb auch auf das laufende Geschäftsjahr, für das in der ersten Hälfte immerhin mit einem bereinigten Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 530 Millionen Euro gerechnet wird. Was laut SES einer Marge von 54 Prozent entspricht, allerdings auch 2,7 Prozent schlechter ist als der Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr wird als Ergebnis eine gute Milliarde Euro angepeilt. Das entspricht in etwa auch den Einnahmen des ersten Halbjahres. Mit 987 Millionen EUR liegen diese fast zehn Prozent über dem Vorjahreswert.

Und dann ist da noch das neue Satellitenprogramm: „Wenn O3b mPOWER wie erwartet bis Ende des Jahres in den kommerziellen Betrieb geht, werden Kunden von einem erweiterten Spektrum an technischen Fähigkeiten für flexible, garantierte und hochleistungsfähige Konnektivität profitieren, um die Anforderungen in den wettbewerbsintensiven und wachstumsstarken Segmenten zu erfüllen“, verspricht der CEO. Für O3b mPOWER und den geostationären Satelliten SES-17 gebe es derzeit einen Auftragsbestand mit einer Summer von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Ende August soll laut SES der nächste Satellit ins All.

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