Luxembourg
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So viel sparen Autofahrer beim Tanken in Luxemburg

Kraftstoffpreise

Super 98 hat in Belgien und Frankreich die 2-Euro-Marke überschritten. In Luxemburg kostet der Liter 1,884 Euro.

Super 98 hat in Belgien und Frankreich die 2-Euro-Marke überschritten. In Luxemburg kostet der Liter 1,884 Euro. Foto: Marc Wilwert

In Luxemburg sind die Treibstoffpreise seit dem 23. September leicht gesunken. Der Preis für Super 95 liegt bei 1,667 Euro pro Liter, der Preis für Super 98 bei 1,884 Euro. Diesel war einige Tage zuvor auf unter 1,70 Euro (1,695 Euro/Liter) gefallen.

Eine beruhigende Nachricht für die Autofahrer in der Großregion, die es gewohnt sind, zum Tanken über die Grenze zu fahren. Doch hinter dem jüngsten Rückgang verbirgt sich ein Aufwärtstrend, der bereits im Frühsommer eingesetzt hat: So ist der Preis für Super 98 seit Juni um mehr als 7 Prozent und der für Diesel um rund 15 Prozent gestiegen.

Parallel dazu sind auf französischer Seite neue Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft geplant. In einer Fernsehansprache am 24. September kündigte Präsident Emmanuel Macron die Wiedereinführung einer Kraftstoffpauschale in Höhe von 100 Euro pro Jahr für die einkommensschwächsten Haushalte an. Der französische Präsident forderte die Tankstellenbetreiber zudem auf, ihre Margen zu senken und Sprit zum Selbstkostenpreis zu verkaufen.

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Aber lohnt es sich für Menschen aus der Grenzregion überhaupt noch, zum Tanken nach Luxemburg zu fahren? Bevor man einen Ausflug ins Großherzogtum plant, sollte man zuerst prüfen, ob eine Tankstelle in der Nähe einen günstigeren Preis anbietet. Am 26. September lag der Mindestpreis für Super 98 in Metz bei 1,43 Euro. Das sind 46 Cent weniger als in Luxemburg. Dagegen ist Super 95 in Metz mindestens 26 Cent teurer. Im belgischen Liège ist nur eine Sorte eine Spur billiger als in Luxemburg: Super 98 kostet dort 1,87 Euro pro Liter (Luxemburg: 1,92 Euro).

Die folgende Karte zeigt die aktuellen Mindestpreise für Kraftstoff in fünfzehn Städten der Großregion. Klicken Sie auf die Symbole, um die Preise pro Sorte im Detail zu sehen.

Zwar fällt eine Ersparnis von einigen Cent pro Liter bei einer Tankfüllung durchaus ins Gewicht. Aber das heißt nicht, dass sich ein Tankstopp in Luxemburg tatsächlich lohnt. Es besteht nämlich die Gefahr, dass der Vorteil des Tankens in Luxemburg durch die Rückfahrt wieder verloren geht. Das hängt allerdings von mehreren Faktoren ab: dem Fahrzeug, dem Kraftstoff, der Tankkapazität und dem Verbrauch.

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Basierend auf einem Test mit einem 50-Liter-Fahrzeug und einem Verbrauch von 5 Litern auf 100 km hat das „Luxemburger Wort“ eine Vergleichstabelle entwickelt. Die Tabelle kann je nach genutztem Kraftstoff und Entfernung zwischen Wohnort und der luxemburgischen Grenze angepasst werden. So erfährt man, welche durchschnittliche Ersparnis bei einer Tankfüllung von 50 Litern erzielt werden kann, abzüglich der Rückfahrkosten. Die Tabelle wird regelmäßig an die neuen Kraftstoffpreise angepasst.

So sparen Autofahrer aus Trier, das weniger als 20 Kilometer von Luxemburg entfernt liegt, bei einer Tankfüllung mit Super 95 rund 9 Euro (Stand 26. September). Bei Diesel sind es mehr als 6 Euro.

Im Gegensatz dazu lohnt es sich für Autofahrer, die in Namur und Umgebung wohnen, nicht mehr, ins Großherzogtum zu fahren – dies, obwohl der Preisunterschied zwischen einer Tankfüllung Super 98 in Luxemburg und einer Tankfüllung desselben Kraftstoffs in Belgien mehr als neun Euro beträgt. Durch die Rückfahrt würden diese Tanktouristen sogar rund 20 Cent verlieren.

Wie können Autofahrer die Berechnung an ihr Fahrzeug anpassen?

Wer diese Vorgehensweise unter Berücksichtigung der Besonderheiten des eigenen Fahrzeugs nachvollziehen möchte, findet hier ein Rechenbeispiel:

Tatsächliche Ersparnis = Ersparnis einer Tankfüllung - Kosten der Rückfahrt.

In diesem Beispiel wurde die Hinfahrt nach Luxemburg nicht berücksichtigt, da ein Teil der Autofahrer nicht nur zum Tanken nach Luxemburg fährt. Die Berechnung beginnt also an dem Punkt, an dem der Autofahrer sein Fahrzeug wieder betankt. Wer möchte, kann diesen Faktor jedoch wieder in die Berechnung einbeziehen. Dazu muss lediglich die Anzahl der gefahrenen Kilometer verdoppelt werden.

Weiterführend könnte es interessant sein, die Einsparungen bei den Kraftstoffkosten mit den Einsparungen zu vergleichen, die erzielt werden könnten, wenn die Fahrten, soweit möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt würden.

Warum steigen die Kraftstoffpreise?

Seit Juni steigen die Preise an den Zapfsäulen wieder, ohne jedoch die Rekordwerte von Anfang 2022 zu erreichen, als der Krieg in der Ukraine ausbrach. Dies liegt daran, dass die Kraftstoffpreise eng an den Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent gekoppelt sind, der seit Juni um mehr als 20 Euro gestiegen ist.

Dieser Anstieg ist auf eine starke Nachfrage, die unter anderem durch die Erholung der Reisetätigkeit in diesem Jahr angekurbelt wurde, zurückzuführen. Hinzu kommt ein relativ geringes Angebot aufgrund der Produktionskürzungen der OPEC+-Länder, insbesondere Saudi-Arabien und Russland. Diese beiden wichtigen Produzenten haben Anfang September angekündigt, ihre Ölproduktion bis Ende des Jahres weiter zu drosseln.

Dieser Artikel ist zuerst bei Virgule erschienen. Übersetzung: Marvin Schieben