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Vermutlich weiteres Urpferd in deutscher Grube Messel entdeckt

Deutschland

Ein Wirbeltier, ein Säugetier, ein Urtier - Nach einem „spektakulären“ Fund in der Fossilienlagerstätte Grube Messel wird geprüft, ob es sich um ein Urpferd handelt.

Eine Gruppe von Forschern begutachtet einen ausgehobenen Ölschiefer-Block in der Grube Messel bei Darmstadt.

Eine Gruppe von Forschern begutachtet einen ausgehobenen Ölschiefer-Block in der Grube Messel bei Darmstadt. Foto: Hessisches Landesmuseum Darmstadt/dpa

Forscher haben in der Grube Messel im deutschen Land Hessen das Fossil eines besonderen Säugetiers entdeckt. Dabei könne es sich um ein Urpferd handeln, sagte der Grabungsleiter Torsten Wappler vom Hessischen Landesmuseum in Darmstadt am Freitag.

„Es ist ein spektakulärer Fund“, betonte er. Bereits vor einer Woche begannen die Bergungsarbeiten in der Unesco-Welterbestätte bei Darmstadt. Nun seien die Knochen vollständig ausgehoben.

„Das, was wir bislang von den Beinen gesehen haben, sieht auf jeden Fall nach einem Säugetier aus“, berichtete der Forscher. Die Lage und der Umriss deuten demzufolge stark auf ein Urpferd hin. Zwar habe es bereits Funde eines solchen Urtiers gegeben, allerdings seien viele Skelette nicht vollständig oder in guter Form erhalten gewesen. „Vor 2015 haben wir fast 30 Jahre kein einziges entdeckt“, sagte der Grabungsleiter. Auch handele es sich ersten Erkenntnissen nach um ein Jungtier, da es mit 20 Zentimetern Höhe etwas kleiner ist als bekannte Exemplare.

Vor Millionen Jahren ausgestorben

Urpferde seien ein ausgestorbener Zweig innerhalb der Pferde, erklärte Wappler. „Sie waren nicht so groß, hatten andere Zähne und auch die Füße sahen deutlich anders aus als bei heutigen Pferden.“ Demnach lebten sie vor etwa 50 Millionen Jahren in Mitteleuropa. „Sie haben sich weiterentwickelt und sind die Vorläufer der Pferde, wie wir sie heute kennen.“

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Ob es sich wirklich um das vermutete Urtier handele, könne erst gesagt werden, wenn der Fund vollständig präpariert ist. Das sei laut Wappler voraussichtlich erst im Spätherbst der Fall. „Wir müssen die Ölschiefer-Blöcke, die wir entnommen haben, sehr behutsam bearbeiten“, erklärte der Grabungsleiter. Schicht für Schicht werde vorsichtig mit kleinen Nadeln abgetragen, um die Knochen nicht zu beschädigen. „Und das dauert“, so Wappler.