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Warum die UN vom „Klimazusammenbruch" sprechen

Klimawandel

Der Sommer 2023 ist der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Und es dürfte noch schlimmer kommen.

Angesichts der gegenwärtigen Hitzewelle schützen sich Passanten in London mit einem Sonnenschirm.

Angesichts der gegenwärtigen Hitzewelle schützen sich Passanten in London mit einem Sonnenschirm. Foto: AFP

Das Jahr 2023 gilt schon jetzt als ein Jahr der extremen Wetterereignisse. Vor allem die Hitzewellen setzen der Menschheit immer mehr zu. Und jetzt ist es offiziell: Juni, Juli und August 2023 sind laut der Weltorganisation für Meteorologie der UN die drei Monate mit den höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen. Wobei der Juli die Spitzenposition als der heißeste Monat einnimmt. Und das gesamte Jahr 2023 dürfte an seinem Ende als die wärmste jemals gemessene Zwölfmonatsperiode von Januar bis Dezember in die Bücher eingehen. Noch ist 2023 das zweitwärmste Jahr. Der Rückstand beträgt aber nur 0,01 Grad Celsius auf das Rekordjahr 2016.

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Die Nachrichten veranlassten UN-Generalsekretär, António Guterres, von dem „heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen“ zu sprechen. Zeitgleich schlug Guterres Alarm: „Der Klimazusammenbruch hat begonnen.“ Noch aber könnte die Menschheit das Schlimmste verhindern, sagte der UN-Generalsekretär mit Blick auf den ungezügelten Verbrauch von Öl, Kohle und anderen klimaschädlichen fossilen Energieträgern. Wie genau die Rettung des Planeten gelingen soll, darüber werden Politiker und Experten auf der nächsten Weltklimakonferenz vom 30. November bis zum 12. Dezember in Dubai erneut beraten.

Die Daten, die von der WMO veröffentlicht wurden, stammen vom Copernicus Climate Change Service der EU. „Was wir beobachten, nicht nur neue Extreme, sondern auch das Fortbestehen dieser rekordverdächtigen Bedingungen und die Auswirkungen auf Mensch und Erde, sind eine klare Folge der Erwärmung des Klimasystems", warnte Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus Climate Change Service.

Die anderen Ergebnisse des Copernicus Climate Change Service geben ebenso Anlass zur Sorge: Im August 2023 wurden mit 20,98 Grad Celsius die höchsten Durchschnittstemperaturen der Meeresoberfläche aller bisherigen Monate gemessen. Die August-Temperaturen übertrafen den bis dato gültigen Rekord von März 2016 an jedem einzelnen Tag.

Die August-Temperaturen übertrafen den bis dato gültigen Rekord von März 2016 an jedem einzelnen Tag.

Die antarktische Meereisausdehnung verharrte auf einem für die Jahreszeit rekordverdächtig niedrigen Niveau. Der Monatswert lag zwölf Prozent unter dem Durchschnitt. Das war, so schreibt es die WMO „die bei weitem größte negative Anomalie für den August seit Beginn der Satellitenbeobachtungen in den späten 1970er Jahren“. Die arktische Meereisausdehnung hingegen lag zehn Prozent unter dem Durchschnitt, aber immerhin deutlich über dem Rekordminimum vom August 2012.

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Und wie sehen die Aussichten für die Menschheit, den Planeten und das Klima aus? Laut den Experten mehr als ernüchternd: „Die wissenschaftlichen Beweise sind überwältigend“, sagte die stellvertretende Direktorin des Copernicus Climate Change Service, Samantha Burgess. „Wir werden weiterhin mehr Klimarekorde und intensivere und häufigere extreme Wetterereignisse erleben, die sich auf Gesellschaft und Ökosysteme auswirken, bis wir aufhören, Treibhausgase zu emittieren.“ Die Fachleute befürchten, dass sie nun immer öfter den heißesten Monat und das heißeste Jahr melden müssen.