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Was von Esch2022 bleibt: "Ein Symbol für Aubruch"

Kunst im öffentlichen Raum

Abstrakt und doch zugänglich: die Skulptur "Future Proof" von Filip Markiewicz vor dem Rathaus in Esch.

Abstrakt und doch zugänglich: die Skulptur "Future Proof" von Filip Markiewicz vor dem Rathaus in Esch. Foto: Sibila Lind

Marciewicz wurde im letzten Jahr für eine monografische Ausstellung mit dem Titel „Instant Comedy“ in die Escher Konschthal eingeladen – ein Projekt, für das als Hauptwerk die monumentale goldene Skulptur "Future Proof" aus Bronze entstand.

Zugleich war „Future Proof“ bereits in der Ausstellung „Freigeister“ im Mudam zu sehen. Vorfinanziert hatte das Kunstwerk die FrEsch a.s.b.l., sodass die Stadt Esch von Anfang an beteiligt war, so der künstlerische Leiter der Escher Konschthal, Christian Mosar.

Markiewicz führt ursprünglich digitale Kreationen durch Malerei und Skulpturen, aber auch seine Inszenierungen für Theater und Kino wieder „zurück“ in die physische Welt ein. Wie der italienische Bildhauer und Maler Umberto Boccioni fixiert Markiewicz die Bewegung seiner digitalen Darstellungen, um neue undefinierbare Figuren zu schaffen, die jegliche Ähnlichkeit mit der menschlichen Anatomie verloren zu haben scheinen. Der Künstler macht diese digitale Bewegung so greifbar und dauerhafter, wie in diesem Fall durch die polierte Bronzeskulptur „Future Proof“.

Erinnerung an Esch2022

„Es ist bei Markiewicz wie auch in der Kulturpolitik von Esch ein roter Faden, dass sich aktuell sehr viel verändert – etwa auch Gebäude. Thematisch ist das Fließende, wie auch bei dieser Skulptur“, so Mosar. Dies sei der Bezug dieser Symbolik. Für die Stadt Esch soll es aber auch eine Erinnerung an das Kulturhauptstadtjahr Esch2022 sein.

Es ist ein Kontrapunkt, eine solch eigentlich fließende Figur in Bronze zu gießen und auf diese Weise schwer und beharrend zu machen, deswegen ist diese Figur ein Paradox.

Filip Marciewicz

Luxemburgischer Künstler

„Die Skulptur ist in der Pandemie entstanden. Es war im Grunde an einem Tiefpunkt meiner Arbeit. Ich habe mit meinen Kindern viel mit Knete gespielt und kleine Skulpturen geformt. Irgendwann habe ich diese Knetskulpturen digitalisieren lassen und dann daraus 3D-Computeranimationen gemacht“, erinnert sich Künstler Filip Markiewicz.

Referenz an Massive Attack

„Die Idee war damals kunsthistorisch zu reflektieren, welche Aktualität der Futurismus rund um Boccioni heute hat, sowohl formell wie auch politisch. Aber auch die flüssige Moderne rund um Sigmund Baumann interessierte mich; die Frage, wie die digitale Welt fließt und nicht greifbar ist“, so Markiewicz. Es sei ein Kontrapunkt, eine solch eigentlich fließende Figur in Bronze zu gießen und auf diese Weise schwer und beharrend zu machen, deswegen sei diese Figur ein Paradox. Der Titel „Future Proof“ sei Referenz an den Futurismus, aber auch Referenz an einen Track der Band Massive Attack, wo das erste Stück des Albums 100th Window auch „Future Proof“ heißt, und die sei auch eine Art Gesellschaftskritik.

Es ist eine Arbeit, die 20 Monate alt ist und nicht an eine historische Begebenheit oder eine Persönlichkeit erinnert, sondern eher ein Symbol ist für den Aufbruch während der Kulturhauptstadt Esch2022.

Christian Mosar

Künstlerischer Leiter der Konschthal

Nach Ansicht des Künstlers ist die Herangehensweise keineswegs zu abstrakt, denn die Form der Skulptur erinnere an ein Spielzeug, das heißt, sie solle auch Kinder ansprechen. Zudem sei es auf den Ort abgestimmt und harmoniere mit dem Platz am Escher Rathaus. „Es ist eine Arbeit, die 20 Monate alt ist und nicht an eine historische Begebenheit oder eine Persönlichkeit erinnert, sondern eher ein Symbol ist für den Aufbruch während der Kulturhauptstadt Esch2022“, so Christian Mosar.