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Zustand der heimischen Wälder verschlechtert sich zusehends

Waldzustandbericht 2023

Immer mehr Bäume befinden sich in einem mäßig bis stark geschädigten Zustand.

Immer mehr Bäume befinden sich in einem mäßig bis stark geschädigten Zustand. Foto: Chris Karaba

Die Zahlen sprechen für sich: Von 1.176 Bäumen zeigen lediglich 14,5 Prozent keine sichtbaren Schäden auf. 2018 lag diese Zahl noch 31,8 Prozent. Während an 18,2 Prozent der Bäume nur leichte Schäden zu erkennen sind, befinden sich 55 Prozent der Bäume in einem mäßig bis stark geschädigten Zustand. Je nach Wetterbedingungen könnten diese sich noch erholen. Anders sieht es hingegen bei den restlichen 12,3 Prozent der untersuchten Bäume aus: Diese befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium des Absterbens oder sind sogar schon abgestorben. Alarmierende Zahlen, die aus dem aktuellen Waldzustandbericht hervorgehen.

Die Bestandsaufnahme über den Gesundheitszustand der Wälder wird seit 1984 von der Natur- und Forstverwaltung erhoben – dies jeweils zur gleichen Zeit und auf einem festen Netz von Probeflächen, die das ganze Land abdecken. Durch die regelmäßigen Bewertungen können in den öffentlichen und privaten Wäldern Veränderungen identifiziert und die Risiken für die Waldökosysteme und die Widerstandsfähigkeit der Wälder ermittelt werden. Gleichzeitig wird dadurch eine Analyse zur Entwicklung des Gesundheitszustands der heimischen Wälder möglich. In diesem Jahr wurden zwischen dem 20. Juli und dem 15. August insgesamt 1.176 Bäume auf 51 Probeflächen untersucht.

Umweltministerin Joëlle Welfring und Philippe Schmitz vom Service des forêts der Natur- und Forstverwaltung präsentierten den kritischen Zustand der heimischen Wälder.
Umweltministerin Joëlle Welfring und Philippe Schmitz vom Service des forêts der Natur- und Forstverwaltung präsentierten den kritischen Zustand der heimischen Wälder.

Umweltministerin Joëlle Welfring und Philippe Schmitz vom Service des forêts der Natur- und Forstverwaltung präsentierten den kritischen Zustand der heimischen Wälder. Foto: Chris Karaba

Die Bestandsaufnahme über den Gesundheitszustand der Wälder wird seit 1984 von der Natur- und Forstverwaltung erhoben – dies jeweils zur gleichen Zeit und auf einem festen Netz von Probeflächen, die das ganze Land abdecken. Durch die regelmäßigen Bewertungen können in den öffentlichen und privaten Wäldern Veränderungen identifiziert und die Risiken für die Waldökosysteme und die Widerstandsfähigkeit der Wälder ermittelt werden. Gleichzeitig wird dadurch eine Analyse zur Entwicklung des Gesundheitszustands der heimischen Wälder möglich. In diesem Jahr wurden zwischen dem 20. Juli und dem 15. August insgesamt 1.176 Bäume auf 51 Probeflächen untersucht.

Hohe Temperaturen und lange Trockenperioden

Das Resultat dieser Untersuchung ist alles andere als zufriedenstellend. Die klimatischen Bedingungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Ähnlich wie in den vergangenen vier Jahren war der Zeitraum der Analysen von zu hohen Temperaturen und langen Trockenperioden geprägt. „Da der Herbst 2022 zu warm und der Winter 2022/2023 zu trocken und zu warm war, konnten die Wasserdefizite im Boden nicht ausgeglichen werden“, sagte der Projektbeauftragte Philippe Schmitz vom Service des forêts der Natur- und Forstverwaltung während der Präsentation der Resultate. Im überdurchschnittlich feuchten Frühling hätten sich die Wasservorräte wieder etwas auffüllen können. Darauf folgte jedoch ein zu heißer Sommer – mit dem Resultat, dass die bereits geschwächten Bäume weiter litten und ihr Gesundheitszustand sich noch verschlechterte. Einmal mehr wurde dabei deutlich, dass sich der allmähliche Negativtrend, der seit 2019 erkennbar ist, noch weiter fortsetzt.

Gerade die Fichtenmonokulturen leiden unter den klimatischen Bedingungen und werden so leichtes Opfer für Insekten wie den Borkenkäfer.
Gerade die Fichtenmonokulturen leiden unter den klimatischen Bedingungen und werden so leichtes Opfer für Insekten wie den Borkenkäfer.

Gerade die Fichtenmonokulturen leiden unter den klimatischen Bedingungen und werden so leichtes Opfer für Insekten wie den Borkenkäfer. Foto: Christophe Olinger

Wie schon in den Vorjahren variieren die Schäden je nach Baumart. So konnten etwa an sämtlichen untersuchten Buchen Schäden nachgewiesen werden, bei fast 70 Prozent sind mittlere bis starke Schäden zu erkennen. Ganze 14,20 Prozent der Buchen drohen abzusterben. Folglich habe sich der Gesundheitszustand dieser Baumart im Vergleich zu den Vorjahren weiter verschlechtert, hieß es.

Nicht anders sieht es bei den untersuchten Eichen sowie anderen Laubbäumen aus. So gingen die Zahlen bei den Bäumen ohne Schäden oder mit leichten Schäden zurück, während der Anteil der mäßig bis stark geschädigten Eichen und anderer Laubbäume auf 66,60 Prozent stieg. Hinzu kamen ebenfalls mehr absterbende Bäume. Die größten Schäden erleiden die Eichen übrigens durch Insekten oder Eichelmehltau.

Schäden an allen untersuchten Eichen

Vor allem in den Eichen-Niederwäldern, die sich vorwiegend im Ösling befinden, hat sich der Gesundheitszustand deutlich verschlechtert. Durch die flachgründigen Waldböden sind die Möglichkeiten, durch die sich ein gutes Wurzelsystem entwickeln könnte, eingeschränkt und leiden im Hinblick auf die aktuellen klimatischen Bedingungen unter Wassermangel. Philippe Schmitz stellte klar, dass in diesen Wäldern alle untersuchten Bäume Schäden aufweisen. Nur noch knapp 10 Prozent der Eichen haen nur leichte Schäden. Im Gegenzug steigt auch dort die Anzahl der mäßig bis stark geschädigten Bäume auf insgesamt 73,80 Prozent, was bedeutet, dass knapp Dreiviertel dieser Baumsorte sich in einem schlechten Zustand befinden. Genauso alarmierend sieht es bei den absterbenden und den schon toten Eichen auf diesen Flächen aus.

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Der Negativtrend setzt sich ebenfalls bei den Nadelbäumen fort, dies allerdings mit einer gewissen Stabilität. Während Bäume mit einer höheren Widerstandsfähigkeit sich erholten konnten, hat sich der Gesundheitszustand der absterbenden Bäume leicht verschlechtert. Wenn auch die klimatischen Bedingungen nicht optimal für die Entwicklung der Bäume waren, so gibt es doch etwas Positives: Aufgrund des regnerischen Wetters im Frühjahr wurde die Borkenkäferaktivität verlangsamt, wodurch zumindest die Mortalitätsrate der Nadelbäume unverändert im Vergleich zu 2022 bei 10 Prozent blieb.

Jetzt handeln, um langfristig Resultate zu erzielen

Für Umweltministerin Joëlle Welfring (Déi Gréng) ist der Zustand der Wälder besorgniserregend. Demnach gelte es jetzt zu handeln, auch wenn die ersten Resultate erst in einigen Jahren zu sehen seien. Zu den kurzfristigen Maßnahmen gehört etwa die Wiederaufforstung von geschädigten Waldgebieten. Gerade bei Kahlschlagsgebieten oder reinen Fichtenwäldern, die durch den Borkenkäfer geschädigt wurden, kann eine solche Wiederaufforstung wieder zu dichten und artenreichen Waldgebieten führen.

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Ferner gibt es finanzielle Hilfen für private Waldbesitzer, die ihre Wälder nachhaltig bewirtschaften und für Gemeinden im Zuge des Naturpakts. „Die Revitalisierung der Wälder Luxemburgs geht also alle an“, betonte die Umweltministerin.