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9 Filme, die dir in Zeiten von Corona trotzdem ein wenig Feriengefühl vermitteln

9 Filme, die dir in Zeiten von Corona trotzdem ein wenig Feriengefühl vermitteln

Das neue Coronavirus hört nicht auf, uns das Jahr so madig wie möglich zu machen. Nun heisst es, dass wir unsere Ferien idealerweise auf bessere Zeiten verschieben sollen. Wir helfen, euch die perfekte Alternative zu finden.

Selbst wenn das Reisen in der einen oder anderen Form noch erlaubt ist, so sind Ferien in diesem Jahr dennoch mit Vorsicht zu planen – von geniessen wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst reden. Die Covid-19-Pandemie verunmöglicht es uns, die Seele besten Gewissens irgendwo fernab unseres Alltags baumeln zu lassen.

Wenn wir schon nicht reisen können/sollen, so wollen wir immerhin überlegen, wie wir dieses Gefühl des Abschalten-Könnens hinschummeln könnten. Das Naheliegendste ist da der Film, seines Zeichens Inbegriff des Eskapismus. Darum hier 9 Filme, die dir ein Feriengefühl vermitteln können, ohne dass sie nur billige Sommer-Schnulzen oder überzeichnete Roadtrip-Movies sind!

Ein Roadtrip der anderen Art: «Die Reise des jungen Che»

Diarios de motocicleta, 2004
Regie:
Walter Salles
Cast: Gael García Bernal, Rodrigo De la Serna, Mía Maestro

Keine Angst, dieser Film ist kein politisches Manifest oder kommunistische Propaganda. Es zeichnet lediglich die Reise eines jungen Che Guevaras nach, der mit seinem Freund Alberto auf dem Motorrad Südamerika durchquert. Auf dieser Reise werden ihm dann jegliche Missstände bewusst, die ihn letztlich dazu veranlassten, sein Leben der Revolution zu verschreiben. So viel zur Kontextualisierung.

Nun zum Feriengefühl. Die Reise ist wie zu erwarten abenteuerlich und führt durch diverse Teile Südamerikas. Völlig egal, ob Naturbilder oder Aufnahmen von kleinen Dorfgemeinschaften, indigenen Gruppierungen oder städtischen Oberschichten – die natürliche Lichtführung lässt den Film beinahe dokumentarisch wirken. Alles zusammen ein eindrückliches Zusammenspiel, das dich ganz weit weg von der heimischen Couch befördert.

Ein ewig währender, lauer Sommerabend: «La La Land»

La La Land, 2016
Regie:
Damien Chazelle
Cast: Ryan Gosling, Emma Stone, Rosemarie DeWitt

Man mag von Musicals halten, was man will. Also sofern man den Musicals denn auch überhaupt mal eine Chance gegeben hat – ein Fehler, den viele Menschen machen, ist ja, dass sie Musicals einfach mal generisch so ein wenig scheisse finden. Diese Form des Musicals ist dennoch etwas anders und eignet sich ideal als Ferienersatz.

Zum einen ist die Geschichte herrlich träumerisch, was nicht heisst, dass durchaus auch Albtraum-Facetten darin enthalten sind. Ein Film, der an die Realität angelegt ist und nicht zwanghaft versucht, diese wiederzugeben. Ein wenig wie der Robinson Club auf Fuerteventura oder so. Zum anderen ist das Visuelle des Films eine Symphonie des Lauen, die es problemlos vermag, einen die Sommerbrise Los Angeles' auf der Haut spüren zu lassen. Und das zuhause auf der Couch.

Rom und die Italianità von der Couch aus: «Die grosse Schönheit»

La Grande Bellezza, 2013
Regie:
Paolo Sorrentino
Cast: Toni Servillo, Carlo Verdone, Sabrina Ferilli

Wer schon mal in Rom war, weiss, dass die Stadt von einer ganz bestimmten Stimmung umgeben ist. Irgendeine Mischung zwischen Historie, Italianità, Mode und Gosse oder so. Wie der Sugo einer Nonna, den du trotz identischer Zutaten nie genau so hinkriegen würdest halt. Und wie es scheint, ist Paolo Sorrentino ebendiese Nonna.

Die Geschichte über einen renommierten, alternden Journalisten, der jegliche Dekadenz und Extravaganz Roms erleben durfte, ist alleine vermeintlich keine Pionierarbeit. Bedauern, Einsicht, Reue, Katharsis – der Klassiker. Doch wie diese Geschichte erzählt wird ... uuuufff. Dieser Film ist wie ein massgeschneiderter Designeranzug, ohne dabei protzig zu wirken. Als ich selber später tatsächlich mal in Rom war, wurde mir klar: Diese Stadt habe ich schon mal erlebt. Und zwar genau so.

Der City-Trip-Ersatz: «Brügge sehen ... und sterben?»

In Bruges, 2008
Regie:
Martin McDonagh
Cast: Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ciarán Hinds

Mittlerweile ist dieser Film mehr als nur ein Geheimtipp unter Filmliebhabern. Kultklassiker mag zwar noch etwas weit gegriffen sein, doch «Brügge sehen ... und sterben?» kriegt je länger, je mehr die Anerkennung, die er verdient.

Brügge als kleine, herzige Stadt bietet dem schwarzhumorigen Plot ein derart kuschliges Nest, dass dieser sich genüsslich darin einnisten kann. Neben den Krimi- und Dramaelementen, die sich geschickt ineinander verweben, trägt der Film die Aura eines etwas unbeholfenen City-Trips. Und zwar in beinahe jeder einzelnen Sequenz. Ein Synonym für Filmperle mit unerwartetem Ferienflair.

'Murica, aber in echt: «American Honey»

American Honey, 2016
Regie:
Andrea Arnold
Cast: Sasha Lane, Shia LaBeouf, Riley Keough

Offen gestanden ist dieser Film für mich einer, wenn nicht der meist übersehene Film der letzten fünf Jahre. Wer das amerikanische Roadtrip-Feeling in aller rudimentären Grobheit sucht, findet es in diesem Film. Ohne dafür von der eigenen Couch aufstehen zu müssen.

Die unromantischste Romanze der Filmgeschichte spielt inmitten einer Gruppe mittelloser Jungerwachsenen, die ihr Geld als dubiose Türklinkenputzer verdienen und gemeinsam durchs Land ziehen. Experimentiert wird dabei nicht nur mit dem Bildformat, sondern auch mit der Kameraführung. Näher dran sein geht nicht, was nach sich zieht, dass es mit jeder Filmminute schwieriger wird, sich dem Charme des Chaos zu entziehen. Roadtrip-Ferien in Zeiten des Home Office quasi.

Prärie-Feeling mit allem drum und dran: «Hell or High Water»

Hell or High Water, 2016
Regie:
David Mackenzie
Cast: Chris Pine, Ben Foster, Jeff Bridges

Es muss nicht immer Riviera, Roadtrip oder City-Trip sein. Nein, manchmal tut's auch einfach die Prärie. Oder genauer gesagt der wilde Westen. Rau, ehrlich und irgendwie mit dem abgehalfterten Charme eines Haudegens. Wenn das etwas für dich ist, fährst du mit diesem Film gut.

Im modernsten Western, der mir bekannt ist, dreht sich alles um einen Bankraub. Somit also bigoscht nicht der Ferienfilm der breiten Masse. Dennoch besticht der Film durch eine kompromisslose Inszenierung der US-Peripherie und befördert dich nicht nur visuell, sondern vor allem gefühlsmässig in Steppen und schummrige Spielsalons, während der Bourbon in der Kehle brennt. Das alles begleitet von einem Plot mit enormem Unterhaltungswert und grandiosen Schauspielern.

Provence-Idylle zum Zurückspulen: «Ein gutes Jahr»

A Good Year, 2006
Regie:
Ridley Scott
Cast: Russell Crowe, Abbie Cornish, Albert Finney

Die Idylle der Provence ist mittlerweile ja beinahe ein wandelndes Klischee. Wer schon mal dort war, weiss jedoch, dass es sie eben doch in genau dieser Form gibt. Und wer noch nie dort war, schaut am besten diesen Film.

Die Tauglichkeit als Feriengefühl-Vermittler weist dieser Film gleich in zweifacher Hinsicht auf. Zum einen ist er visuell wie eine warme Umarmung, die nach Lavendel und sonnengetrockneter Bettwäsche duftet (und ja, teils ist er in etwa so kitschig wie dieser Vergleich). Zum anderen aber ist die zentrale Thematik die Entschleunigung, das Aussteigen aus dem Berufstrott, die Rückbesinnung aufs Elementare. Die Ferien-typische Entspannung ist da unausweichlich.

Eskapismus im doppelten Sinne: «Das erstaunliche Leben des Walter Mitty»

The Secret Life of Walter Mitty, 2013
Regie:
Ben Stiller
Cast: Ben Stiller, Kristen Wiig, Jon Daly

Ben Stiller – ich weiss, ich weiss. Obwohl dieser Film erfrischend anders (im Sinne von nicht «Stiller-esk») ist, bleibt er inhaltlich doch recht schal. Doch genau davon profitiert der Film, wenn es um den Eskapismus geht. Denn er fokussiert sich auf das Visuelle – und das ist gewaltig.

Wer in Sachen Ferien die beissende Kälte und die menschliche Wärme des Nordens präferiert, der kann sich das Reisen vorerst sparen (zumal dies momentan ohnehin nicht zu raten ist). Dieser Film vermag es mit wunderbarer Leichtigkeit, die Stimmungen verschiedener Länder (insbesondere jene Islands) zu transportieren. Und die Geschichte, welche Fantasie und Realität verschmelzen lässt, tut ihr Übriges, um dich an einen Ort fernab deiner eigenen vier Wände zu befördern.

Ferien, wie sie nicht sein sollten, aber meistens sind: «A Bigger Splash»

A Bigger Splash, 2015
Regie:
Luca Guadagnino
Cast: Tilda Swinton, Matthias Schoenaerts, Ralph Fiennes

Luca Guadagnino ist in meinen Augen einen der unterschätzteren Regisseure seiner Zeit, auch wenn er 2017 mit «Call Me by Your Name» (im Übrigen ein Film, der sich gerade so gut für das mediterrane Ferien-Feeling eignet!) erst kürzlich internationale Anerkennung erfahren hat. Seine Regiearbeit in «A Bigger Splash» jedoch ist schlicht gewaltig.

Die Geschichte dreht sich um eine toxische Personenkonstellation auf der süditalienischen Insel Pantelleria. Die mediterrane Lebenslust wird, ohne je auch nur in die Nähe von Kitsch und cineastischer Scheinheiligkeit zu kommen, mit beiden Händen ausgeschüttet. Die Rohheit der Natur nimmt dabei eine prominente Rolle ein, die mit dem direkten, authentischen Schauspiel des Quartetts symbiotisch einhergeht. Spannung, Lust und Ferien. BITTE. SCHAUT. DIESEN. FILM.

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