Switzerland

CH-Media fordert die SRG heraus

Dank ihrer privilegierten Position spielte die SRG lange eine dominante Rolle im TV-Sportsektor. Nun drängen zusehends private Unternehmen hinein.

Der Wettbewerb um Schweizer-Fussball-Übertragungen ist keineswegs entschieden.

Der Wettbewerb um Schweizer-Fussball-Übertragungen ist keineswegs entschieden.

Olaf Kraak / EPA

Jahrzehntelang kamen die Sportveranstalter nicht um die SRG herum. Wenn sie das grosse Publikum erreichen wollten, hatten sie kaum eine valable Alternative. Allein die SRG verfügte über die grossen Infrastrukturen, um die gesamte Bevölkerung zu versorgen. Nun beginnt die Vorherrschaft des nationalen Rundfunks zusehends zu bröckeln. Das dokumentiert nicht zuletzt die Nachricht, dass Fussballspiele der Champions League ab der Saison 2021 bei den Privatsendern 3+ und TV24 zu sehen sein werden.

Der Mediengruppe CH-Media als Besitzerin der beiden Fernsehstationen gelingt damit der Vorstoss in ein attraktives Programmsegment. Hier ist es trotz der wachsenden Segmentierung der Publikumsinteressen immer noch möglich, hohe Zuschauerquoten zu erzielen. Das passt zur ehrgeizigen Strategie von CH-Media, auf dem Deutschschweizer Fernsehmarkt ein starkes Wort mitzureden und die SRG herauszufordern. Mit der Übertragung von Spielen der Champions League kann sie gleichzeitig hoffen, mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen für ihr gesamtes Fernsehangebot. Das wiederum verbessert ihre Position auf dem Werbemarkt, der einzigen Finanzierungsquelle für das sogenannte Free-TV.

Wie sich das Engagement des Joint Venture der AZ-Medien und der NZZ-Mediengruppe langfristig auszahlt, ist schwer abzuschätzen. Die Schweiz ist in dieser Hinsicht ein Nachzügler. In den Nachbarländern griffen die Privatsender den öffentlichen Rundfunk schon in den neunziger Jahren an und erwarben Übertragungsrechte an attraktiven Sportereignissen. Entsprechend schossen die Kosten in die Höhe, wovon vor allem die Sportorganisationen profitierten. Die Privatsender vermochten zwar so ihre Entwicklung voranzutreiben, sie mussten aber aus Kostengründen auf die Bremse und Neueinsteigern den Platz überlassen. Teilweise konnten sich die öffentlichen Sender wieder ins Spiel bringen. Allerdings gerieten sie in die Kritik, weil sie dazu neigten, mit allzu viel Geld ihre alte Vormacht zurückzuerobern.

Die Schweiz mit ihrer relativ tiefen Bevölkerungszahl blieb im Windschatten dieser Entwicklungen. Hier dürfte es den Privatsendern noch schwerer als anderswo fallen, mit Sportrechten rentabel zu wirtschaften. Diese Situation verschaffte der SRG über eine lange Zeit eine Atempause. Sie endete, als UPC und Swisscom den Sport als Mittel entdeckten, um die Vermarktung ihrer Fernsehplattformen zu verbessern. Die Preise für die Übertragungsrechte an der Fussball- und Eishockey-Liga explodierten. Dieser Trend dürfte auch den bevorstehenden Verkauf der Übertragungsrechte an der Schweizer Fussballmeisterschaft prägen.

CH-Media operiert mit 3+ und TV24 auf einem Markt, dessen Strukturen noch durch die klassischen linearen Fernsehkanäle geprägt sind. Mittelfristig löst sich dieses Segment aber auf. Neue Techniken schaffen andere Rahmenbedingungen, die Chancen für weitere Akteure eröffnen. Potente ausländische Akteure dürften hierzulande einsteigen, falls sie ein Potenzial erkennen. Der Erfolg von CH-Media in diesem Segment hängt also auch davon ab, ob der hiesige Kommunikationsplatz für Auswärtige uninteressant bleibt.

Die Diskussion um den Schweizer Fernsehmarkt ist von der Deutschschweizer Perspektive geprägt. Denn medienwirtschaftliche Potenziale erkennt man angesichts der Bevölkerungszahlen nur in diesem Landesteil. So erstaunt es nicht, dass Teleclub die Verbreitung der Champions League in der Romandie und im Tessin selber realisiert. Diese Veranstaltungen werden in einem frei zugänglichen Teleclub-Kanal zur Verfügung stehen. Die Versorgung des ganzen Landes ist also auch ohne SRG gesichert. Allerdings: Teleclub gehört der Swisscom. Noch dominieren hierzulande die altbekannten Akteure.

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