Switzerland

Corona-Komplikationen in der Super League: Der FC Zürich spielt Winkelried

Der FC Zürich reist am Dienstag mit dem U-21-Team zum Prestigeduell nach Basel. Ist das Wettbewerbsverzerrung? Oder selbstloser Pragmatismus? Der Sportchef Thomas Bickel sagt: «Alle müssen jetzt Kompromisse eingehen.»

Unbekannte Gesichter: Der FCZ tritt in Basel mit U-21-Spielern wie Enit Sadiku (Mitte) an.

Unbekannte Gesichter: Der FCZ tritt in Basel mit U-21-Spielern wie Enit Sadiku (Mitte) an.

Keystone / FCZ

Oft wenn im Egoismusgeschäft Fussball von übergeordneten Interessen und Solidarität gesprochen wird, sind das nur leere Worte. Aber in diesem Fall stimmt es. Der FC Zürich befreit die Fussballliga aus einer unangenehmen Situation, für die es offenbar nur eine Lösung und keine Alternative gab, sofern man an der Fortführung der Meisterschaft festhalten will. Am Dienstag spielt der FCZ mit den U-21-Junioren in Basel, weil die Zürcher Kantonsärztin angeordnet hat, die erste Mannschaft wegen zahlreicher Corona-Fälle zehn Tage zu isolieren. Weil der FCZ sich selber und die Liga in eine schwierige Lage gebracht hat, ist er nun auch bereit, Hand zu einer Lösung zu bieten. Selbst wenn dies bedeutet, die eigenen Erfolgschancen zu beeinträchtigen. Vorläufig muss die Liga nur ein Spiel verschieben und in den engen Terminkalender pressen: die abgesagte Partie vom Samstag des FCZ gegen Sitten.

Keine Polemik aus St. Gallen

Der Zürcher Sportchef Thomas Bickel sagt: «Am meisten geschädigt sind wir selber. Wir sind geschwächt im Kampf um Rang 4, einen Europacup-Platz.» Der FCZ spielt jetzt also eine Art Winkelried-Rolle, «zugunsten des gesamten Schweizer Fussballs», wie Bickel sagt. Der Vorwurf, es handle sich um Wettbewerbsverzerrung, ist schnell formuliert. Bickel begegnet ihm so: «Alle müssen jetzt Kompromisse eingehen.» Und die Liga schreibt: «Der Entscheid steht in Einklang mit den reglementarischen Vorgaben, wonach einzig der Klub entscheidet, mit welchen seiner spielberechtigten Spielern er zu einer Begegnung antritt.» Der FC St. Gallen und sein Präsident Matthias Hüppi bleiben ihrer Rolle treu und verzichten auf jede Form von Polemik. Der Klub könnte sich vom Entscheid benachteiligt sehen, will davon aber nichts wissen. Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa wird in einem Communiqué so zitiert: «Wenn wir dadurch sicherstellen können, dass die Meisterschaft zu Ende gespielt werden kann, ist dies im Interesse aller Super-League-Vereine.»

Eine Abenteuerreise nach Basel

Für das U-21-Team des FCZ wird der Ausflug in den St.-Jakob-Park zu einer grossen Abenteuerreise. Canepa lässt in der Medienmitteilung verlauten: «Bei der Promotion-League-Mannschaft handelt es sich zwar um eine junge Mannschaft, die aber bereits über Erfahrung im Männer-Elite-Fussball verfügt. Ausserdem hat sie letzte Woche zwei Testspiele absolviert.» In der letzten Saison belegte die U-21-Mannschaft des FCZ in der Promotion League Rang 13. Die Nachrichtenagentur SDA schreibt: «Am Tag vor dem Spiel wussten sie selbst beim FCZ nicht, wer in Basel auf dem Matchblatt stehen würde. Zwar befindet sich die 2. Mannschaft seit Juni wieder im Training, Teile davon weilen aber gerade in den Ferien.»

Angeführt wird die U 21 von Trainer Marinko Jurendic, der in der neuen Saison Sportchef wird und Bickel ablöst. Bickel wird beim FCZ bleiben – in einer Funktion zwischen Kaderplanung, Scouting und Transferwesen, wie er sagt.

Der FCZ hatte in den letzten Tagen vergeblich versucht, die Zürcher Gesundheitsbehörden davon zu überzeugen, die Quarantäne-Periode zu verkürzen, um die negativ getesteten Spieler vielleicht doch früher einsetzen zu können. Es war allerdings schon länger absehbar, dass die Kantonsärztin nicht auf ihren Entscheid zurückkommen wird. Erst am Samstag gegen YB könnten wieder Spieler der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen, die Quarantäne endet am Freitag. Bickel sagt: «Ziel ist es, am Samstag mit der bestmöglichen Mannschaft zu spielen.» Vermutlich wird es gegen YB ein Zürcher Team bestehend aus Kader- und Nachwuchsspielern sein.

Der Basler Trainer Marcel Koller sagt: «Es ist selbstverständlich, dass wir dieses Spiel mit dem gleichen Respekt und derselben Seriosität angehen werden, wie wenn die 1. Mannschaft des FCZ käme.» Nicht dass es plötzlich heisst, Basel habe die Zürcher Junioren unterschätzt.

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