Switzerland

Der islamistische Terror lässt Frankreich nicht los

Ein mutmasslich aus Tunesien stammender Mann hat am Donnerstag in der Basilika von Nizza drei Menschen getötet und weitere verletzt. Präsident Macron spricht von einem islamistischen Anschlag – dem dritten in fünf Wochen.

Nach dem Angriff auf die Basilika von Nizza sichern Polizisten das Gebäude. Der Anschlag ist der zweite in der Stadt am Mittelmeer nach 2016.

Nach dem Angriff auf die Basilika von Nizza sichern Polizisten das Gebäude. Der Anschlag ist der zweite in der Stadt am Mittelmeer nach 2016.

Norbert Scanella / Imago

Zum dritten Mal seit Ende September ist es in Frankreich am Donnerstag zu einer islamistisch motivierten Attacke gekommen. Gegen 9 Uhr morgens griff in der Basilika Notre-Dame in Nizza ein Mann zunächst eine Frau an und schnitt ihr die Kehle durch. Als zweites griff der Attentäter den Küster der Kathedrale an und verletzte ihn ebenfalls mit Hilfe eines Messers tödlich. Wo er auf sein drittes Opfer stiess, ist bisher unklar. Die schwerverletzte Frau konnte sich in ein Café in der Nähe der Kirche retten. Dort erlag sie allerdings ihren schweren Verletzungen. Der Täter, der weitere Personen schwer verletzte, wurde von den Sicherheitskräften angeschossen und befindet sich mit schweren Verletzungen in Spitalpflege. Laut Angaben des Bürgermeisters von Nizza, Christian Estrosi, soll der Täter mehrmals «Allahu akbar» (Gott ist gross) geschriehen haben.

Alles was über den Tathergang und den Täter bisher bekannt ist, beruht auf Aussagen von Zeugen gegenüber den diversen Medienvertretern vor Ort. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft will noch am Donnerstag über den Ermittlungsstand informieren. Laut französischen Medien handelt es sich bei dem Täter um einen aus Tunesien stammender Mann, der sich noch nicht lange in Frankreich aufhielt. Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP soll er als Flüchtling ins Land gekommen sein. Auch der Russe, der in Conflans-Sainte-Honorine einen Lehrer enthauptete sowie der Pakistaner, der zwei Personen vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude von «Charlie Hebdo» in Paris schwer verletzte, kamen als Flüchtlinge ins Land und hatten von den Behörden Schutzstatus erhalten.

Präsident Emmanuel Macron reiste am frühen Nachmittag mit seinen Ministern für Inneres und Justiz nach Nizza. Nachdem er die Kirche besucht und sich lange mit Sicherheitskräften, Vertretern der Kirche sowie Lokalpolitikern unterhalten hatte, trat er sichtlich gezeichnet vor die Presse. Er sprach der katholischen Gemeinde seine Unterstützung zu und erinnerte an den islamistischen Angriff auf einen katholischen Priester 2016 in der Nähe von Rouen. Der Präsident sprach dann von einem Angriff auf Frankreich. «Wenn wir angegriffen werden, dann wegen unserer Werte, wegen unserer Vorliebe für die Freiheit und die Freiheit, zu glauben.» Er sage es noch einmal: «Wir werden nicht nachgeben.» Der Präsident erwähnte in diesem Zusammenhang auch den Zwischenfall vor dem französischen Konsulat in Jiddah, Saudiarabien, wo ein Sicherheitsmann mit einem Messer verletzt wurde. Der Täter wurde festgenommen, der Mann schwebt nicht in Lebensgefahr. In den vergangenen Tagen war es in mehreren muslimischen geprägten Ländern zu anti-französischen Protesten gekommen. Der Volkszorn hatte sich an mehreren Aussagen des französischen Präsidenten über den Islam aufgeladen. Er mündete in Proteste, nachdem Macron an der Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer sagte, man werde an Karikaturen festhalten.

Emmanuel Macron besucht am frühen Nachmittag Nizza und nimmt sich viel Zeit, mit den Sicherheitskräften zu sprechen.

Emmanuel Macron besucht am frühen Nachmittag Nizza und nimmt sich viel Zeit, mit den Sicherheitskräften zu sprechen.

Aurelien Morissard / Imago

Macron erklärte überdies, was die bereits am Morgen auf das höchste Niveau erhöhte Terrorwarnstufe bedeutet: Rund 7000 Soldaten werden abkommandiert, um Schulen und religiöse Stätten im Land zu bewachen. Die höchste Terrorwarnstufe gilt für das ganze Land. Am frühen Nachmittag kam es auch in der Innenstadt von Lyon zu einem Zwischenfall. Die Polizei hielt einen Mann an, der eine Schussweste trug und mit einem 30cm langen Messer bewaffnet war. Der Afghane war den Geheimdiensten bereits bekannt und wurde festgenommen.

Macron hat für Freitag eine Krisensitzung der Regierung einberufen – die dritte in dieser Woche. Die anderen beiden drehten sich um die Corona-Krise, die das Land ebenfalls fest im Griff hat. In der Folge könnten neue Massnahmen im Kampf gegen den Islamismus angekündigt werden.

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