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Farbig illustrierte «Comicvision» contra nüchterne Skizze: Bei der Abstimmung über eine geplante Hochhaussiedlung in Zürich kommt es zum Krieg der Bilder

Das gab es wohl noch nie: Der Zürcher Stadtrat verschickt mit den Abstimmungsunterlagen für den 29. November ein Beiblatt mit einer Visualisierung der Planung an der Thurgauerstrasse – um ein langwieriges Rechtsverfahren zu verhindern.

Die «Vision» von der Grossüberbauung an der Thurgauerstrasse erscheint etwas gar verharmlosend und idyllisch. Deshalb soll ihr nun eine sachlichere Darstellung gegenübergestellt werden.

Die «Vision» von der Grossüberbauung an der Thurgauerstrasse erscheint etwas gar verharmlosend und idyllisch. Deshalb soll ihr nun eine sachlichere Darstellung gegenübergestellt werden.

Hochbaudepartement der Stadt Zürich

Die Ausmasse der geplanten Überbauung an der Thurgauerstrasse sind gewaltig: Hier soll ein eigentliches «Dorf» mit gegen 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern entstehen, von denen allerdings ein grosser Teil in Hochhäusern wohnen wird. Fünf dieser Hochhäuser sind geplant, eines 70 Meter hoch, zwei bis 60 Meter. 700 gemeinnützige Wohnungen sollen hier einmal entstehen, dazu 200 Alterswohnungen im höchsten der Türme. Abgestimmt wird über den Gestaltungsplan, der die Erstellung all dessen ermöglichen soll.

Umstrittene «Vision»

Als die Stadt das PDF der Abstimmungszeitung auf ihre Website stellte, staunten die Gegner der Überbauung, die mit einem Referendum die Abstimmung herbeigeführt haben, allerdings nicht schlecht: Statt der bisher verbreiteten Darstellungen der möglichen Bauvolumen wurde die Vorlage mit einer Zeichnung des Comiczeichners und Architekten Matthias Gnehm illustriert. Es zeigt eine «Vision», wie das neue Quartier einst aussehen könnte.

Dabei handelt es sich allerdings um eine sehr beschönigende Sicht der Dinge: Die Hochhäuser erscheinen plötzlich nicht mehr so hoch wie geplant; der höchste Turm mit seinen 70 Metern ist etwa gleich hoch wie der bestehende Bürokomplex Airgate auf der andern Seite der Strasse, der allerdings nur 50 Meter hoch ist. Der Übergang von der Grossüberbauung zum anschliessenden Einfamilienhausquartier erscheint harmonisch, überall gibt es viel Grün- und Freiraum.

Diese «Visualisierung» sei höchst suggestiv, fanden denn auch das Referendumskomitee sowie die AL-Vertreter Niklaus Scherr und Andreas Kirstein. Sie reichten gegen die städtische Abstimmungszeitung einen Stimmrechtsrekurs beim Bezirksrat ein. Im kantonalen Gesetz über die politischen Rechte wird umschrieben, dass Berichte zu Abstimmungsvorlagen kurz, sachlich und verständlich sein sollen. Die comicartige, verniedlichende Darstellung in der Abstimmungszeitung genüge diesen Anforderungen in keiner Weise.

Stadt kommt Rechtsstreit zuvor

Die Rekurrenten verlangen, dass die Illustration in der Abstimmungszeitung ausgetauscht werde oder – falls dies zeitlich nicht mehr möglich sei – dem Versand eine sachgerechte Illustration mit einem Korrekturhinweis beizulegen sei. Damit soll, wie es das Gesetz verlangt, eine «sachliche Behördeninformation und unverfälschte Stimmabgabe» gewährleistet werden.

Offenbar hat der Stadtrat nun weiche Knie bekommen und tut, was die Rekurrenten wollen, ohne den Entscheid des Bezirksrats abzuwarten. Weil die Abstimmungszeitung aber bereits gedruckt ist, kommt die Variante mit dem Beiblatt zum Zug, das zusammen mit den Abstimmungsunterlagen verschickt werden soll. «Dieses Vorgehen erscheint zweckmässig, um den Risiken eines langwierigen Rechtsmittelverfahrens präventiv zu begegnen», heisst es im entsprechenden Beschluss des Stadtrats.

Die Illustration auf dem Beiblatt bildet ab, was mit dem Gestaltungsplan möglich wäre.

Die Illustration auf dem Beiblatt bildet ab, was mit dem Gestaltungsplan möglich wäre.

PD

Auf dem Beiblatt erscheint nun eine Darstellung, in der die möglichen Bauvolumen aufgezeigt werden. In der Erläuterung dazu wird festgehalten, dass es noch keine konkreten Bauprojekte gibt. Wenn der Gestaltungsplan in Kraft ist, werden die einzelnen Baufelder entlang der Thurgauerstrasse an Genossenschaften abgegeben, die dann in Wettbewerbsverfahren die konkreten Projekte erst erküren werden.

«Ein weit gestrickter Pulli»

Das hat nun allerdings auch zur Folge, dass die «Klötze» auf der neuen Illustration ein wenig überdimensioniert erscheinen. Sie zeigen ja nur die äussersten Grenzen der künftigen Bebauung auf. Katrin Gügler, die Direktorin des Amtes für Städtebau, verglich den Gestaltungsplan in der Zeitung «P. S.» mit einem «sehr weit gestrickten Pulli». Dass ihn der gebaute Körper jemals ganz ausfüllen werde, sei höchst unwahrscheinlich.

Es gab zwar kaum je ein Beiblatt, auf dem gewissermassen eine Gegendarstellung zu einem Bild abgedruckt ist. Über Bilder und Visualisierungen wird allerdings vor Urnengängen immer wieder gestritten. So kursierte bei der Abstimmung über die Europaallee eine Darstellung mit bedrohlichen schwarzen Klötzen. Bei jener über das Rosengartentram gab es eine abschreckende Visualisierung des Tunnelportals, und bei der Abstimmung über die Stadiontürme wurde ausgiebig über deren Höhe in der offiziellen Illustration gestritten.

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