Switzerland

Frischer Fisch, Events und Teppiche: Schweizer Reisebüros setzen jetzt auf andere Geschäftsideen

Zahlreiche Reisebüros haben die Reiseflaute satt und nehmen alternative Tätigkeiten auf, um neue Einnahmequellen zu erschliessen.

Das TCC Reisebüro im Zürcher Seefeld fungiert derzeit als Pop-up-Store für handgeknüpfte Teppiche aus Tibet.

Das TCC Reisebüro im Zürcher Seefeld fungiert derzeit als Pop-up-Store für handgeknüpfte Teppiche aus Tibet.

Foto: PD

Die BAG-Risikoländerliste umfasst beinahe 70 Länder. Bei den Schweizer Reisebüros herrscht seit Monaten Flaute – die Corona-Krise hat die Reisetätigkeit von Schweizern nahezu zum Erliegen gebracht. Die Reisebürobesitzer haben ihre Angestellte in Kurzarbeit geschickt und sitzen in ihren verwaisten Büros und drehen Däumchen.

Doch etliche der als agil und begeisterungsfähig bekannten Reisebüromitarbeiter haben die Flaute nun satt und haben sich unterdessen nach alternativen Tätigkeiten umgesehen, sei es, um neue Einnahmequellen zu erschliessen, den laufenden Mietzins zu entlasten oder um die Teammitglieder mit einer interessanten Beschäftigung abzulenken. Wir präsentieren einige Ideen.

Verkauf von Yoga-Matten und Teppichen

Iwan Berger, der Chef der fünf Rilex-Reisebüros in Altdorf, Brunnen, Luzern, Sarnen und Stans, hat sich in den letzten Wochen dieses neue Standbein aufgebaut: Unter Gym-airtrack.ch bietet Berger neuerdings aufblasbare Airtrack-Matten zum Verkauf an. Die Matte sei zu Wasser, Land und im Haus verwendbar, ob zum Turnen, für Bodengymnastik oder für Yoga. Die zu Hause festsitzenden Rilex-Stammkunden, die derzeit auf Reisen verzichten müssen, dürfte das Angebot interessieren.

Jonas Sulzberger vom Reisebüro Sulzberger in Neuhausen SH wendet sich per Videobotschaft an seine lokalen Kunden und lässt sie wissen, dass er und sein Team auch für alternative Tätigkeiten angefragt werden können. Mögliche Ideen reichen etwa von begleiteten Spaziergängen an den Rheinfall für Altersheimbewohner über den Vorschlag, Einkäufe zu tätigen und diese nach Hause zu liefern oder Bauarbeitern Sandwiches und Kaffee auf der Baustelle vorbeizubringen. Auch Callcenter-Dienstleistungen, das Schreiben von Rechnungen oder das zur Verfügung stellen des Reisebüros als Showroom für Produkte bietet Sulzberger an.

Annette und Dawa Sigrist vom Zugreisen- und Himalaya-Spezialisten TCTT – mit schönen Parterre-Büros im Zürcher Seefeld – haben nebenher die Plattform Kidscarpets.ch aufgebaut. Anhand von Kinderzeichnungen lassen sie mittels tibetischer Knüpfkunst hochwertige Teppiche herstellen. Zur Präsentation der Idee nutzt Kidscarpets nun einen Teil der Reisebüroräumlichkeiten. Weiter steht Dawa Sigrist mit möglichen Interessenten im Kontakt, die die stylishe Location als Pop-up-Laden nutzen möchten.

Reisebüro wird zur Eventlocation

Dominic Eckert von Dreamtime Travel in Baden ist im vergangenen Jahr mit seinem Team in ein Industrie-Loft gezogen. Jetzt plant er, während der Reise- und Buchungsflaute seine Location auch für Events einzusetzen, und denkt dabei etwa an Degustationen. Die grossen finanziellen Einnahmen erwartet Eckert nicht. Aber der Reiseprofi will die Krise mit dem gesamten Team überstehen und ist froh, mit neuen Ideen wie solchen Events sein Team einzuspannen und im Kontakt mit den Stammkunden zu bleiben.

Kunden an der Stange zu halten oder gar Neukunden zu gewinnen, lautet auch die Devise von Reiseunternehmer Marcel Gsell, der neben Sunshine Reisen auch bei Avideas Reisen in Gossau SG beteiligt ist. Anfang Oktober hat Gsell kurzerhand mit Partnern aus der Reisebranche eine Reisemesse durchgeführt, in Zusammenarbeit mit der im selben Gebäude angesiedelten Harley-Davidson-Vertretung. Auch ihm ist Däumchendrehen in dieser fast toten Buchungszeit zuwider, schliesslich glauben oder hoffen die meisten Reiseprofis auf ein baldiges Revival und einen grossen Nachholbedarf.

Bei Avideas Reisen in Gossau SG wurde Anfang Oktober eine kleine Reisemesse durchgeführt.

Bei Avideas Reisen in Gossau SG wurde Anfang Oktober eine kleine Reisemesse durchgeführt.

Foto: PD

Bis es zum Restart kommt, hat sich Petra Hubler von El Travel in Solothurn entschieden, an zwei Abenden in einem Restaurant zu arbeiten sowie eine auf sechs Monate befristete Anstellung in der Administration des Covid-Zentrums vom Bürgerspital anzunehmen. Ihre Kollegin Carmen Flury hat eine Anstellung in der Immobilienbranche gefunden und hat sich parallel dazu noch den Secondhand-Shop Schuhstall aufgebaut.

Ein Blick ins Reisebüroschaufenster an der Zürcher Birmensdorferstrasse zeigt weitere Ideen alternativer Tätigkeiten. Dani Reisen bietet neben dem derzeit harzenden Verkauf von Flug- und Pauschalreisen weitere Services an: Hilfe beim Ausfüllen von Steuererklärungen und beim Abschluss von Mobile-Abos.

Tourguide für einmal in der Heimatstadt

Weil ihm keine Kurzarbeit möglich ist, hat sich auch Dario Del Monaco etwas einfallen lassen müssen. Der Vögele-Reiseleiter, der in diesen Wochen vergebens auf Auslandeinsätze wartet, hat sich dazu entschieden, Zürich-Rundgänge zu organisieren. «In 2,5 Stunden zeige ich dir meine Stadt», schreibt er auf seinem Flyer. «Der Rundgang beginnt im geschichtsträchtigen Hauptbahnhof und endet beim prachtvollen Münsterplatz. Dazwischen gibt es viele kleine und grosse Geschichten zu erzählen.»

Und der Blick über die Grenze nach Deutschland verdeutlicht ebenso den Innovationsgeist von Reisebüro-Inhabern. Das TUI Reise Center im bayerischen Gröbenzell verkauft während der Reiseflaute Fisch. Jeden zweiten Freitag bietet das Reisebüro Forellen und Saiblinge an. Bis Dienstag müssen Kunden die Bestellungen abgeben, am Donnerstag fährt der Reisebüro-Chef an den Tegernsee und holt den frischen Fisch ab.

Dann gibt es aber auch noch diesen Zeitvertreib: Bei Travel Worldwide im Zürcher Oberdorf sind die Fenster seit einigen Wochen blitzblank geputzt. Die buchungslosen Monate erlauben einem Reisebüroteam eben auch mal, schon lange anstehende Putzarbeiten durchzuführen.

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