Switzerland

Hoffnung auf neuen Corona-Impfstoff in den USA: Das steckt hinter mRNA-1273

So sieht eine Zelle aus, die stark mit SARS-CoV-2-Viren (gelb) infiziert ist. Das rasterelektronenmikroskopische Bild wurde nachkoloriert. Bild: NIAID

Hoffnung auf neuen Corona-Impfstoff in den USA: Das steckt hinter mRNA-1273

Kryptisch und kurz mRNA-1273 nennt sich das Mittel, das neue Hoffnung im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie weckt. Der experimentelle Impfstoff des US-Biotech-Konzerns Moderna wird derzeit von Wissenschaft und Medien in den Fokus genommen. Grund sind neue Forschungsergebnisse, die am Dienstag in der angesehenen Fachzeitschrift «New England Journal of Medicine» veröffentlicht wurden.

Wie gut wirkt mRNA-1273?

Geimpfte Testpersonen entwickelten Antikörper, ein Teil von ihnen auch Nebenwirkungen. Bild: keystone

Die aktuelle Studie beschreibt die Resultate während der sogenannten «Phase 1» im Impfstoff-Testverfahren. Teilgenommen haben 45 Probanden. Mit drei Ausnahmen wurden sämtliche Personen in den Frühlingsmonaten zwei Mal geimpft, wobei sie in drei Gruppen aufgeteilt wurden, die 25, 100 oder 250 Mikrogramm des Wirkstoffs mRNA-1273 erhielten.

Die drei «Ausnahmen» erhielten die zweite Impfung nicht: Eine Person erlitt an beiden Beinen eine Nesselsucht, die beiden anderen konnten die zweite Dosis nicht einnehmen, weil sie wegen Verdachts auf Covid-19 isoliert werden mussten – ihre Tests waren im Nachhinein negativ.

Das Positive an mRNA-1273

Nach der zweiten Dosis entwickelten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogenannte «protektive Antikörper», die das Virus neutralisieren und eine Infektion der Körperzellen verhindern können.

Nebenwirkung des Corona-Impfstoffs

Die Studie machte auch Angaben über registrierte Nebenwirkungen. So erlitt die Hälfte aller Teilnehmenden Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Schmerzen an der Injektionsstelle. Die eine Person, die an Nesselsucht erkrankte, wurde aus der Studie genommen. Keine der Nebenwirkungen wurde als schwerwiegend eingestuft.

Liefert Moderna damit den Impf-Durchbruch?

Moderna hat ihren Sitz in Cambridge, Massachusetts. Bild: EPA

Nein, noch nicht. Zudem muss man die jüngsten Berichte über die Studie relativieren: Die Ergebnisse wurden vom Biotech-Konzern Moderna schon am 18. Mai bekannt gegeben. Die Firma wurde damals kritisiert, weil sie die Testergebnisse nicht mit Daten belegt hatte.

Moderna rechtfertigte das Vorgehen mit den Verpflichtungen für Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden: Das Gesetz verlangt, dass Ergebnisse offengelegt werden müssen, die den Aktienkurs beeinflussen könnten. Das tat das Unternehmen Mitte Mai – mit der Studie von gestern wurden die Daten dazu nachgeliefert.

Die Studie beschreibt zudem nur die Ergebnisse einer ersten Phase des langen Wegs, den die US-Behörden zur Zulassung eines Impfstoffs vorsehen. In der «Phase I» wird der Wirkstoff nur einer kleinen Testgruppe verabreicht, um zunächst die Verträglichkeit des Impfstoffs zu prüfen.

Gewöhnlicherweise dauert das Impfstoff-Testverfahren mehrere Jahre. Bild: Public Domain

Wie geht es weiter mit mRNA-1273?

Die Forschung zum mRNA-1273-Impfstoff befindet sich seit Ende Mai in der Phase 2, in der die Versuchsgruppe auf 600 Probanden erhöht wurde. Nach den positiven Ergebnissen vom Frühling plant das Unternehmen bereits den Schritt zur Phase 3, in der ein Massentest an rund 30'000 Probanden bereits ab Ende Juli erfolgen soll.

Wer macht mit Corona-Impfstoff Geld?

Die Lonza Group hat ihren Hauptsitz in Basel. Bild: KEYSTONE

Das Pharmaunternehmen, das im Wettrennen um den Corona-Impfstoff siegt, wird gute Gewinne damit machen können. Davon sind auch Börsenanalystinnen und -analysten überzeugt. Wer einen wirksamen Wirkstoff findet, wird ihn milliardenfach produzieren und verkaufen können.

Daran beteiligt ist auch das Schweizer Pharmaunternehmen Lonza. Die Basler haben mit Moderna eine Vereinbarung aushandeln können, mit dem Lonza an ihrem US-Standort die ersten Dosen der mRNA-1273-Impfung produzieren darf.

Die Studienergebnisse haben sich entsprechend bei den Aktienwerten von Lonza und Moderna ausgewirkt. Beide Unternehmen konnten seit Mitte Mai deutliche Kursanstiege verzeichnen.

Mehr zum Coronavirus-Impfstoff:

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

«Ich habe Respekt davor»: Deshalb fliegen diese Passagiere trotz Corona in die Ferien

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Jetzt wird sie Pflicht: Alles, was du über die Masken im ÖV wissen musst

Ab kommendem Montag gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskenpflicht. Welche Bestimmungen gelten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Nun ist es definitiv: In den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Das hat der Bundesrat am Mittwoch entschieden. Ab kommendem Montag, 6. Juli, müssen Personen ab 12 Jahren in Zügen, Trams und Bussen sowie in Bergbahnen, Seilbahnen oder auf Schiffen eine Maske tragen.

Da die Menschen über längere Zeit nahe beieinander sind, ist das Risiko einer Covid-19-Ausbreitung erhöht, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Mitteilung. Zudem würden sich die Kontaktdaten der …

Link zum Artikel

Football news:

Andrea Agnelli: Ronaldo bleibt bei Juventus. Er ist die Stütze des Vereins
Mbappé traf mit Atalanta Bergamo in Die Champions League
Guardiola spielte gegen Madrid wieder ohne Stürmer. Zidane fand keine Antwort
Gattuso über Barça: Napoli muss den Everest besteigen
Lampard über das Bayern-Spiel: die Geschichte kennt die Spiele, in denen sich alles änderte. Chelsea muss glauben
Zinedine zidane: ich Bin Trainer von Real Madrid, bis etwas außergewöhnliches passiert
Varane über den Abstieg aus der Champions League: Das ist meine Niederlage. Ärgerlich für die Partner