Switzerland

Interio-Nachfolgerin Mömax macht auf Ikea: Hier heisst Billy Jochen

Der österreichische Ikea-Klon Mömax hat die ersten beiden Schweizer Filialen eröffnet. BLICK nimmt einen Augenschein vor Ort. Und spricht mit der Person, welche die Expansion der XXXLutz-Tochter forciert.

Gut 5000 Quadratmeter gross ist die Fläche in Spreitenbach AG. Fast so gross wie ein Fussballfeld. Einst war es eine Interio-Filiale. Seit dieser Woche ist es der erste Ableger der österreichischen XXXLutz-Tochter Mömax. Eine weitere Filiale steht in Emmen LU. Vier folgen noch in diesem Jahr. Und bis Ende 2021 sollen es über ein Dutzend sein, wie Meinrad Fleischmann (59) zu BLICK sagt.

Fleischmann ist eine Grösse im Möbelbusiness. Es war Chef der Pfister-Gruppe, davor führte er die Geschäfte von Schild und ABM. Seit einigen Jahren hilft er der XXXLutz-Gruppe dabei, die Schweiz zu erobern. Er sucht Standorte, um neue Möbelläden zu eröffnen. Für das Gespräch mit BLICK setzt er sich mitten in die Wohnausstellung. Auf dem Ledersofa «Venezuela» legt er die Zukunftspläne offen.

Die Ambitionen sind gross. Den Schweizer Möbelmarkt schätzt er auf ein Volumen von 3,2 Milliarden Franken. Mömax soll einen «bedeutenden Anteil» haben. Es herrsche ein Verdrängungskampf. Vor wenigen Jahren habe die Branche noch Umsätze in der Region von 4 Milliarden Franken gemacht. Dann kamen die Euro-Krise und der Einkaufstourismus. Händler gingen pleite, wurden verkauft, gaben auf.

Corona und der Möbel-Boom

Mömax aber dreht auf. «Es ist vieles in Bewegung», sagt Fleischmann. Es sei ein «günstiger Zeitpunkt», um jetzt etwas Neues zu lancieren. Auch wegen Corona. Die Leute stürmten nach dem Lockdown in die Möbelhäuser. «Wir sind preisaggressiv», sagt Fleischmann auch. Die Konkurrenz: Lipo und Conforama. Vor allem aber: Ikea.

Bereits der Eingangsbereich der neuen Filiale macht klar, dass Mömax ein Grossangriff auf die Schweden ist. Die Devise lautet: Jochen statt Billy. Ein weisses, quadratisches Regal steht direkt dort, wo der Rundgang durch die Ausstellung beginnt. Es erinnert verdächtig an den Ikea-Knaller Kallax. Und es ist bei weitem nicht die einzige Referenz. Die grüne Mömax-Tragtasche sieht dem blauen Original zum Verwechseln ähnlich. Gleiches gilt für die Bleistifte an der Wand.

Kampf der Giganten

Die Ähnlichkeit der beiden Modelle sei historisch bedingt, sagt Fleischmann. «Anfang der Nullerjahre suchte die Lutz-Gruppe eine Antwort auf Ikea in Österreich», so der passionierte Koch im blumigen Jackett. «Daraus entstand ein Selbstbedienungskonzept, das stark an Ikea angelehnt war.»

Der Vergleich mit den Blau-Gelben stört ihn ein wenig. Und doch bleibt eine Anekdote: Ausgerechnet in Spreitenbach haben die Schweden 1973 die erste Filiale ausserhalb Skandinaviens eröffnet. 29 Jahre vor dem allerersten Mömax-Standort in Dornbirn, Vorarlberg.

Meinrad Fleischmann: «Wir werden 600 bis 700 Leute beschäftigen»

Herr Fleischmann, sechs Mömax-Filialen sind für dieses Jahr geplant. Was folgt 2021: Nochmals ein halbes Dutzend Filialen – oder mehr?
Es gibt kein fixes Ziel. Sicher ist aber: Wir wollen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz flächendeckend vorhanden sein. Über den Daumen gepeilt sind das dann Ende 2021 hoffentlich 12 bis 15 Standorte.

Wo werden die neuen Filialen sein? Wer verkauft?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es wird weiterhin Konkurrenten geben, die schliessen. Es gibt auch Projekte, die am Entstehen sind. Ich habe auch eine Wunschliste für Standorte.

Wer ist ganz oben?
Genf, Raum Lausanne, Wallis und Freiburg sind die Favoriten für die Westschweiz. In der Deutschschweiz ist es der Raum vom linken Zürichseeufer bis nach Chur, vielleicht auch noch Winterthur.

Das ist personalintensiv.
Ja, wir beschäftigen jetzt zwischen 220 und 230 Personen. Knapp 200 haben wir von Interio übernommen. Wir haben seinerzeit allen ein Angebot gemacht – zu vergleichbaren Konditionen. 90 Prozent haben das Angebot angenommen, und wir haben noch zusätzliche Mitarbeitende rekrutiert. Und es werden mehr werden. Wenn es alles nach Plan läuft, werden wir schon in wenigen Jahren zwischen 600 und 700 Leute beschäftigen.

Das ist ein grosser Hosenlupf. Und das zur Corona-Zeit.
Das Virus hat uns zum Teil auch etwas geholfen. Die Leute waren acht Wochen zu Hause. Sie hatten Zeit, neue Pläne zu machen, und haben entdeckt, welche Möbel neu gekauft werden sollen. Seit der Wiedereröffnung verzeichnen die hiesigen Möbelhäuser einen regelrechten Run. Auch im Sommer.

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