Switzerland

Jetzt träumt der FCZ von Europa

Zürich hat das Direktduell um den 4. Platz, der zur Europa-League-Quali berechtigt, gewonnen und zieht mit Servette gleich. Magnins System ging beinahe perfekt auf.

Damit schliessen die Zürcher punktemässig mit den Westschweizern gleich, sind aber wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Rang fünf.

Damit schliessen die Zürcher punktemässig mit den Westschweizern gleich, sind aber wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Rang fünf.

Keystone

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Das System 3-5-2 verspricht Erfolg. Wenn alle mitmachen, Aussenverteidiger zu Flügeln werden. Ludovic Magnin probiert das am Samstagabend aus, gegen Servette, eine Mannschaft, gegen die er in dieser Saison einmal knapp gewonnen und zweimal hoch verloren hat. Und der Trainer darf in der 50. Minute notieren: Es klappt ganz gut.

Denn seine beiden Aussenverteidiger schalten diesmal schnell, links sprintet Kempter, rechts Rüegg, als würden sie in einem Wettrennen gegeneinander antreten. Als Kololli seinen Gegenspieler abgeschüttelt hat, hat er die Wahl, entscheidet sich für Kempter, der legt quer für Rüegg. Der U-21-Nationalspieler trifft zum 2:0. Es ist in der 50. Minute die Entscheidung nach Konter. Eben, das System verspricht Erfolg. Wenn alle mitmachen.

Kololli trifft weiter

Zu Beginn tun das nämlich nicht alle. Es scheint, dass man sich beim FCZ nicht darauf geeinigt hat, es mit schnellem Flügelspiel zu probieren. Oft gelangt der Ball auf direktem Weg zu den Sturmspitzen Kololli und Kramer, die in der ersten Halbzeit aber Mühe damit haben, diesen zu kontrollieren. Einmal funktioniert es. Und auch hier ist es Rüegg, der mitläuft, so den Eckball zum 1:0 herausholt.

Als Schönbächler diesen tritt, sieht er, wie Kollege Kololli geschwind aus dem Getümmel im Zentrum flüchtet. Ganz alleine auf dem Weg zur Strafraumgrenze, Schönbächler und Kololli überlisten alle. Der erste Versuch, flach geschossen, endet beim Gegner, der zweite ist in seiner Ausführung umso schöner, fliegt direkt unter die Latte. Es sind die Dinge, die dem gelingen, der einen Lauf hat. In vier Spielen nach der Corona-Pause trifft Kololli zum vierten Mal. Und dabei nicht zum ersten Mal ganz sehenswert.

Neben Kololli spielt Kramer. Der Slowene ist in vielerlei Hinsicht das Gegenstück zum wuseligen Kosovaren. Er hat keinen Lauf. Und darum gelingen ihm viele Dinge nicht. Sein erster Abschluss nach einer Stunde landet im Aussennetz. Zu diesem Zeitpunkt sind sich beim FCZ viele schon siegessicher. Die Fans feiern Pa Modou, der sich vor ihnen warmläuft.

Um den Letzigrund haben sich die versammelt, die kein Ticket bekommen haben, sie feiern mit. Nur Magnin sieht es nicht so locker und schreit in der 74. Minute entnervt zur Tribüne, weil sich sein Spieler Seiler etwas zu wenig schnell für seine Einwechslung bereitmacht.

In der Schlussphase lässt der FCZ nach

Sonst hat der Trainer nichts zu befürchten. Servette hat dem FCZ auch nichts entgegenzusetzen. Zwar fliegen die ersten zwei Schüsse in Richtung Brecher. Einer direkt in seine Arme, der zweite, ein Freistoss, knapp über sein Tor. Beim dritten Versuch Servettes hilft Nathan mit und leitet den Angriff mit einem katastrophalen Pass gleich selbst ein. Imeri schiesst drüber, nur zehn Meter vor dem Tor.

Die Romands sind in den letzten 20 Minuten spielbestimmend und machen Druck. Magnins Verteidigung aber steht gut. So gut, dass Brecher erst nach 83 Minuten seine erste richtige Parade zeigen muss.

Noch im Dezember hatte der FCZ gegen Servette 0:5 verloren. Gestern zeigt er ein anderes Gesicht und eine geschlossene Mannschaftsleistung. Nun liegt er mit dem Aufsteiger gleichauf. Platz 4 bedeutet: Europacup. «Man darf träumen», sagt Rüegg.

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