Switzerland

Lenzburgerin stellt Menupläne her – und verkauft sie

Früher kochte Kathrin Erne selten. «Ich habe als Pflegefachfrau gearbeitet und häufig im Spital gegessen oder mir abends schnell etwas gemacht. Ganz zum Schrecken meines Mannes, der sehr gerne kocht.» Früher ist jedoch schon einige Jahre her. Heute hängt an der Wand hinter dem Esstisch eine Tafel mit dem Menuplan der Woche. Tomaten-Speck-Spaghetti am Montag, Ofenguck am Freitag und am Sonntag kommt Grosi’s Hackbraten auf den Tisch.

Doch woher der Wechsel vom Tageseinkauf zum fixen Wochenplan? «Ich bin jetzt seit 20 Jahren Mutter, ich habe einfach bald gemerkt, dass mir fixe Menupläne meinen Alltag unglaublich erleichtern und irgendwann wollte ich gar nicht mehr ohne», sagt die 48-Jährige. Auch bei Freunden und Familien waren ihre Pläne bald beliebt, regelmässig fragten sie Erne nach dem aktuellen Plan oder knipsten ihn flugs, wenn sie zu Besuch waren.

Die Nachbarin brachte sie auf die Geschäftsidee

Auf die Idee gebracht, ihre Menupläne zum Verkauf anzubieten, wurde Kathrin Erne jedoch von ihrer Nachbarin. «Sie wollte meine Menupläne abkaufen und sagte, dass sicherlich auch andere interessiert wären, also wagte ich den Schritt und baute zusammen mit meinem Mann eine Website.»

Heute ist «SchniPoSaCo» 4,5 Jahre alt. Der Name ist die Ableitung von einem der Leibgerichte aus Ernes Kindheit. «Schnitzel und Pommes frites mit Salat und Cola.» Wer sich auf der Website für ein Abonnement registriert, erhält jeweils am Donnerstag um 18 Uhr einen fertigen Menuplan für die nächste Woche.

Alles kann einfach vegetarisch gekocht werden

Darauf zu finden sind zwei Menus pro Tag inklusive der Rezepte. «An den Sonntagen gibt es kein Rezept für das Mittagessen, dafür eines für den Brunch», erklärt Erne. Die Gerichte auf dem Plan sind in der Regel alle innerhalb von 30 Minuten realisierbar. «Ausnahme bildet der Sonntag, da darf es auch schon mal ein Schmorgericht sein», sagt sie.

Viele der Rezepte, die Kathrin Erne entwirft, sind vegetarisch, oder können einfach vegetarisch gekocht werden. Alles, was die Lenzburgerin entwirft, muss zuerst an ihrer Familie vorbei. «Montag bis Mittwoch sind hier die Test-Esstage», erklärt sie. «Dafür dürfen sie sich am Rest der Tage Menus wünschen.» Minimum die Hälfte der sechsköpfigen Familie muss für ein Rezept sein, damit es in den Fundus von «SchniPoSaCo» wandelt. «Oder es begeistert mich selbst sehr, meine Stimme ist mir am wichtigsten», sagt Erne lachend.

In den Ferien gibt es keinen Menuplan

Drei neue Rezepte fügt die Lenzburgerin ihrem Menuplan jede Woche hinzu. «Das ist der Anspruch, den ich an mich selber habe», sagt sie. Ihre Kundinnen und Kunden haben Zugriff auf die gesamte Rezeptsammlung.

Die Inspiration für ihre Rezepte sammelt Erne beinahe überall. In Zeitschriften, dem Internet und vor allem auch im Restaurant. «Ich achte immer darauf, was wir alles bestellen und merke mir, was uns am besten schmeckt», sagt sie.

Ihre Menupläne begleiten Kathrin Erne und ihre Familie schon viele Jahre, es gibt nur eine Zeit, in der sie darauf verzichtet. «Wenn wir in die Ferien gehen, lasse ich den Menuplan weg», so Erne.

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