Switzerland

«Meteo»-Mann Gaudenz Flury : Warum er uns einen «hübschen Abend» wünscht

Seit Anfang Juli steht der Meteorologe in der Hauptausgabe der «Tagesschau» auf dem Dach und entlässt uns so charmant wie niemand in den Feierabend.

 Foto: SRF/Oscar Alessio

Er macht einem gute Laune, definitiv: Wettermann Gaudenz Flury. 


Foto: SRF/Oscar Alessio

Heute Abend steht er wieder auf dem Dach, der Mann, der einem so gute Laune macht wie niemand sonst vom SRF. Und das nur mit einem einzigen Satz. Gestatten: Gaudenz Flury, Meteorologe, der sich von der Hauptausgabe der «Tagesschau» jeweils verabschiedet, indem er dem Publikum einen «hübschen Abend» wünscht.

Was für eine hinreissende Formulierung! Hübsch ist eindeutig unterschätzt als Adjektiv, es sollte unbedingt häufiger Verwendung finden. Es ist so charmant, dass man sich, kaum hat Flury einem diesen hübschen Abend gewünscht, dabei ertappt, wie man den Fernseher anstrahlt und in dessen Richtung ruft: «Gleichfalls!»

Man muss deshalb in Erfahrung bringen, wie Gaudenz Flury auf die Idee kam, sich dergestalt von der Zuschauerschaft zu verabschieden.

Stellt sich heraus: Man hat einfach keine Ahnung von Dialekten.

Die Prättigauer reden so

Flury lacht nämlich am Telefon sehr und sagt: «Das ist überhaupt keine Erfindung von mir. Ich komme aus Davos. Wir im Landwassertal und im Prättigau reden so. Wir sagen über alles mögliche, es sei hübsch.» Und dabei pflege er ja bei weitem nicht so eine urchige Variante des Walserischen wie etwa seine berühmten Kollegen Andres Ambühl vom HCD oder die ehemaligen Skifahrer Ambrosi Hoffmann und Paul Accola das seien dann ganz andere Kaliber, so dialektmässig.

Interessanterweise kamen aus der Heimat aber nicht einmal besonders enthusiastische Rückmeldungen darauf, dass er nun die lokale Verabschiedung sozusagen national populär macht. Flury vermutet, dass seine Formulierung dort schlicht nicht aufgefallen sei, weil ja eben alle so redeten.

In der übrigen Schweiz mochte man indes den «hübschen Abend» sehr, die Kommentare waren überaus positiv oder wie der 40-Jährige es ausdrückt: «Die Leute hatten Freude

Nur ein Einziger findet es blöd

Kritik gab es auch von einem einzigen Zuschauer. Der fand «hübsch» so richtig blöd. Gaudenz Flury erklärte sich, es half nichts, der Mann schrieb kurze Zeit darauf wieder und reklamierte erneut: Das mit diesem hübsch, das sei blöd.

Aber, sagt der Davoser, sie vom «Meteo» seien Kritik gewohnt, die Leute beschwerten sich häufig. Wieso denn das? «Wenn das Grillfest verregnet wurde. Oder wenn die Leute das Grillfest absagten, weil wir Regen prognostiziert hatten und es dann doch trocken war.» Seit er moderiere seit 2012 am Radio, seit zwei Jahren bei «Meteo» am Mittag» und seit Juli nach der Hauptausgabe der «Tagesschau» –, habe er gelernt, sorgfältig mit der Sprache umzugehen.

An der Prognose ändere sich dadurch nichts, aber ein paar Tage Regenwetter liessen sich je nach Wortwahl schon positiver oder negativer verkaufen.

Beinahe Profisportler geworden

Die Schweizerinnen und Schweizer jedenfalls lieben ihr «Meteo», es ist die meistgesehene Sendung des Landes, die Einschaltquoten sind oft höher als diejenigen der Hauptausgabe der «Tagesschau» selbst. Gaudenz Flury studierter Geograf mit Vertiefung in Klimatologie und Atmosphärenphysik interessierte sich schon immer fürs Wetter.

Wenn auch aus einem pragmatischen Grund: Er war Sportler, Langläufer. So gut, dass er ab und zu bei den Profis mitmachen konnte. Wobei, relativiert er, das stimme nicht ganz: «Als Profi bezeichnet man sich nur, wenn man davon leben kann. Das wollte ich zwar, konnte es aber nicht.»

Dennoch ist er drei oder vier Weltcups gelaufen, war bei Europa-Cup- und an einheimischen FIS-Rennen dabei. «Ich wäre gern mal richtig gut gewesen», sagt er, und klingt dabei so vergnügt, wie wenn er von einem heranziehenden Tief berichtet.

Heute treibt er Sport nur noch aus Spass, und er lebt im Unterland. Fehlen ihm die Berge nicht? «Mooollll!», sagt er, so oft wie möglich ziehe es ihn mitsamt Frau und Sohn dorthin.

Zwischendurch muss das Dach vom Leutschenbach reichen.

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