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Nach dem Messerangriff mit drei Toten in Nizza gilt in Frankreich die höchste Terrorwarnstufe – Präsident Macron besucht den Tatort

Bei einer Kirche im Zentrum von Nizza ist es zu einer wohl terroristisch motivierten Tat gekommen. Die Polizei hat den mutmasslichen Angreifer dingfest gemacht. Die französische Regierung hat als Reaktion die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron besucht den Schauplatz des Attentats in Nizza.

Der französische Präsident Emmanuel Macron besucht den Schauplatz des Attentats in Nizza.

Eric Gaillard / EPA

Was wir wissen

Bei einem mutmasslich terroristischen Attentat sind am Donnerstagmorgen um 9 Uhr herum in Nizza drei Personen bei einem Angriff mit einem Messer getötet worden. Wie Reuters berichtet, soll eine Frau enthauptet worden sein. Dabei habe der Täter «Allahu Akbar» gerufen. Weiter wurden ein Mann, der Sigrist der Kathedrale, und eine weitere Frau getötet. Beim Angreifer soll es sich um einen 21-jährigen Tunesier handeln.

Die Polizei sichert die Gegend in der Innenstadt von Nizza ab.

Die Polizei sichert die Gegend in der Innenstadt von Nizza ab.

Sebastien Nogier / EPA

Die Tat hat sich in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum ereignet. Das dritte Opfer soll laut Aussagen des Bürgermeisters von Nizza, Christian Estrosi, nach dem Angriff in einer nahe gelegenen Bar Schutz gesucht haben, sei aber seinen Verletzungen erlegen. Sechs weitere Personen seien verletzt worden, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Polizeikreise.

Am Morgen wurden das Gotteshaus und die Gegend von der Polizei durchsucht und sind noch immer teilweise abgesperrt. Der Bevölkerung wird geraten, das Gebiet zu meiden.

Laut der Zeitung «Nice Matin» hat die Polizei den mutmasslichen Täter mit Schüssen «neutralisiert» – laut Augenzeugen nachdem dieser aus der Kirche heraus in Richtung der Grünanlage hinter der Kirche gerannt war. Der Mann ist verletzt ins Spital gebracht worden. Auch die Anti-Terrorbehörde des Landes hat sich eingeschaltet.

Der französische Premierminister Jean Castex hat derweil die höchste Terrorwarnstufe für das ganze Land ausgerufen. Der sogenannte «Plan Vigipirate» sieht drei Stufen der Alarmbereitschaft vor: Den Normalzustand «Vigilance», die Steigerung «Sécurité renforcée - risque attentat» sowie die nun aktivierte Stufe «Urgence attentat». Letzere wird in der Regel entweder unmittelbar vor möglicherweise drohenden Attentaten oder wie jetzt im Fall von Nizza direkt nach einem Attentat aktiviert.

Vor der Nationalversammlung kündigte Castex eine feste und unnachgiebige Haltung der Regierung an.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist am Nachmittag nach Nizza gereist. Er wird unter anderem von Innenminister Gérald Darmanin, Justizminister Éric Dupond-Moretti und dem Anti-Terrorstaatsanwalt Jean-François Ricard begleitet. Macron hat vor Ort unter anderem mit Sicherheitskräften und dem Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, gesprochen und den Tatort bei der Kathedrale besichtigt.

Innenminister Gérald Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Strasse gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

Nizza war schon 2016 Schauplatz eines Terroranschlags, als am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, ein Mann auf der Promenade des Anglais beim Strand mit einem Lastwagen in die Menschenmenge gefahren ist. Damals starben 86 Personen.

Anschlag in Avignon

Nur kurze Zeit nach dem Anschlag in Nizza hat die Polizei im südfranzösischen Avignon einen Angreifer getötet, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Zunächst hiess in P0lizeikreisen dazu, derzeit gebe es keine Hinweise auf einen Terrorhintergrund. Der französische Radiosender Europe 1 berichtete aber, der Täter habe wie der Attentäter von Nizza «Allahu Akbar» gerufen.

Terrorattacken in Frankreich seit 2015

(Reuters) In den vergangenen fünf Jahren wurde Frankreich wiederholt von terroristischen Attentaten erschüttert:

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