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Switzerland

Neue SRF-Dok zeigt, wie eine Familie mit den Ängsten um eine Organspende umgeht: «Wenn ihr beide sterbt, sind wir allein»

Warten, hoffen – und vielleicht erlöst werden: Die bewegende «DOK»-Serie «Organspende – Ich will leben!» zeigt ab heute (SRF 1, 20.05 Uhr) in vier Folgen Menschen, die auf ein Organ warten oder bereits eines erhalten haben. Zum Auftakt wird die Geschichte der jungen Mutter Anita Laurent (40) aus Ramosch GR erzählt, die mit 36 Jahren an Krebs erkrankte. Sie hatte weder getrunken noch geraucht. Und doch traf sie das Schicksal hart: Nur weil ihr Ehemann Alfred (45) ihr Teile seiner Leber spendete, konnte sie überleben.

Krebs trotz gesunder Lebensführung

Es passierte im Oktober vor vier Jahren. Die Familie wollte gerade nach Tirol in die Ferien fahren. «Eine innere Stimme sagte mir, du musst zum Arzt, etwas stimmt nicht», erinnert sich die Bündnerin. Kurz darauf die Schockdiagnose: In der Leber werden Krebsmetastasen gefunden. Der Primärtumor wird im Darm vermutet. «Den gepackten Koffer brauchte ich dann doch noch – für fast vier Jahre, in denen ich immer wieder ins Spital musste.»

Es folgen mehrere zermürbende Zyklen mit Chemotherapie. Rund 1000 Stunden zählte sie. «Mein Mann schleppte mich jeweils ins Auto und fuhr mich ins Spital. Bei der Rückkehr war ich jeweils völlig erschöpft.» Da greifen die Ärzte vor zwei Jahren zum letzten Mittel: einer Lebertransplantation.

Die Kinder hatten Angst

Alfreds Spende war ein grosses Geschenk an seine Frau, dennoch blieb es für die Familie kein einfacher Weg. Anita und Alfred haben drei Kinder – die heute 13-jährigen Zwillinge Fabiana und Valentina und Sohn Aurelio (10). Vor allem Fabiana hatte Angst. «Dieser Tag war schlimm», so der Vater. «Wir sagten den Kindern, dass wir diese Operation machen wollen. Fabiana sagte, sie wolle das nicht. Wenn beide sterben, dann seien sie künftig allein.» Doch dann hätten die Chirurgen einfühlsam erklärt, dass zumindest für den Vater die Risiken kalkulierbar seien.

Die Bilder im Dokfilm, als die Eltern Bett an Bett auf der Intensivstation liegen und sich die Hand reichen – ein Zeichen grösster Liebe und Solidarität –, sind erschütternd. Besonders schlimm: Nach der Operation kommt es zu Komplikationen. In Anitas neuer Leber bildet sich eine Thrombose. Schon bald ist klar, dass sie bereits wieder eine neue Leber braucht – jetzt kommt sie von einem verstorbenen Menschen.

Diesmal klappt es. «Ich empfand ein grosses Glück, aber ich wusste auch, dass ein Mensch gestorben war. Das war sehr schwierig.» Fast täglich denke sie an die Spenderperson, von ihr gehe eine positive Energie auf sie aus.

Voller Zuversicht

Anita Laurent ist heute nicht gesund, aber es geht ihr besser als zuvor. Die Wunden am Bauch sind noch nicht verheilt, oft muss sie sich ausruhen. «Wenn ich heute einen kleinen Spaziergang schaffe, bin ich glücklich.» Anfällig ist sie auch für Infektionen, weil sie Medikamente schlucken muss, die ihr Immunsystem unterdrücken, damit das Organ nicht abgestossen wird. Mitgemacht im Film habe sie nicht, weil sie ihr Schicksal ausbreiten wollte. «Ich hoffe, dass sich Menschen Gedanken über die Organspende machen.»

Heute blickt sie voller Zuversicht in die Zukunft, in der Hoffnung, dass die Leber lang bei ihr bleibt und der Krebs nie mehr zurückkehrt. Auch Alfred geht es gut. Der fehlende Teil seiner Leber ist wieder nachgewachsen. «Wir hatten keine andere Wahl. Alfred und ich haben oft überlegt, ob wir die Operation machen wollen», meint Anita Laurent nachdenklich. «Aber wenn man leben will, dann muss man sich für ein Ja entscheiden. Sonst ist es nachher zu spät.»

Auskünfte zu einem Organspendeausweis: www.swisstranplant.org

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