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Neues Boeing-Modell 777X absolviert ersten Testflug, USA erhöhen Zoll auf bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(afp/reu) Mit zweitägiger Verspätung ist das neue Boeing-Flugzeug 777X zu seinem Premierenflug gestartet. Die Maschine hob am Samstag in der US-Stadt Everett im Bundesstaat Washington ab und landete nach drei Stunden sicher in Seattle. Wegen schlechter Wetterbedingungen hatte der US-Flugzeugbauer den bereits für Donnerstag geplanten Erstflug der 777X zuvor verschoben. Die 777X ist laut Boeing das grösste zweistrahlige Flugzeug weltweit. Bei der Entwicklung des neuen Langstreckenfliegers hatte Boeing bereits in den vergangenen Monaten mehrere Rückschläge verzeichnet. Die ersten Flugzeuge sollten eigentlich schon Mitte 2020 ausgeliefert werden - doch der Boeing-Konzern musste den Termin aufgrund von Problemen mit Triebwerken und wegen anderer technischer Pannen auf Anfang 2021 verschieben.

Boeing-Mitarbeiter beobachten die Landung des Testflugzeugs Boeing 777X in Seattle.

Boeing-Mitarbeiter beobachten die Landung des Testflugzeugs Boeing 777X in Seattle.

Terray Sylvester / REUTERS

Boeing steckt bereits wegen eines anderen Flugzeugtyps in einer schweren Krise: Seit März gilt ein weltweites Flugverbot für die 737-MAX-Serie, nachdem bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen waren. Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt.

Präsident Donald Trump beim Besuch der Stahlfabrik Granite City Works in Illinois am 26. Juli 2018.

Präsident Donald Trump beim Besuch der Stahlfabrik Granite City Works in Illinois am 26. Juli 2018. 

Joshua Roberts / Reuters

(Reuters) Die USA erhöhen ihre Einfuhrzölle auf bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte: Der amerikanische Präsident Donald Trump unterzeichnete am Freitag (Ortszeit) ein Dekret, wonach 25% zusätzlich auf bestimmte Stahlprodukte und 10% auf bestimmte Aluminiumwaren erhoben werden.

Ausgenommen sind bei Stahl Importe aus Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Mexiko und Südkorea. Bei Aluminium sind die Einfuhren aus Argentinien, Australien, Kanada und Mexiko ausgeklammert.

(awp/sda) Nestlé investiert weiter ins Geschäft mit Fleischersatz-Produkten. Der Nahrungsmittel-Konzern hat dazu mit den kanadischen Herstellern Burcon Nutrascience und Merit Functional Foods eine Partnerschaft vereinbart. Finanzielle Details dazu werden in der Mitteilung vom Freitag nicht genannt.

Mit der Unterstützung von Burcon und Merit werde Nestlé weitere «wohlschmeckende» Fleisch- und Milchersatzprodukte basierend auf pflanzlichen Proteinen entwickeln, heisst es weiter. Nestlé erhalte so Zugang zu einer Reihe neuer hochwertiger Zutaten in diesem Bereich.

Burcon Nutrascience ist auf die Herstellung pflanzlicher Proteine etwa aus Erbsen, Raps, Soja, Hanf, Sonnenblumenkernen und weiterer Nutzpflanzen spezialisiert. Die 2019 gegründete Merit Functional Foods entwickelt Proteinzutaten und -mischungen.

Bei Nestlé selber arbeiten weltweit rund 300 Wissenschaftler, Ingenieure und Produktentwickler in acht Forschungs- und Entwicklungszentren an der Herstellung neuer Produkte auf pflanzlicher Basis.

(dpa) In Zeiten zunehmender Kritik an Unternehmen wegen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zahlt sich nach Ansicht von Experten ein Fokus auf «grünere» Geschäfte vor allem langfristig aus. «Angesichts der wachsenden Bedeutung von Belangen aller Betroffenen sind Unternehmen gut beraten, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln», sagte Thomas Döbler von der Unternehmensberatung Deloitte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Diese Geschäfte würden langfristig wahrscheinlich wegen der grösseren Akzeptanz bei Eigentümern und anderen Beteiligten erfolgreicher sein.

«Unternehmen versuchen eine Balance zwischen Profit und gesellschaftlichen Zwecken zu finden», sagte der in Deutschland für die Bereiche Energie, Rohstoffe und Industrie zuständige Experte der Beratungsfirma. In einer Deloitte-Umfrage unter weltweit mehr als 2000 hochrangigen Managern hätten 42% angegeben, nachhaltige Geschäftsmodelle vor allem aus Gründen der Umsatzsteigerung zu entwickeln. Etwa genauso wichtig waren die Anliegen von Investoren und dem Umfeld. Veränderungswünsche aus der Belegschaft landeten auf dem dritten Rang.

Bei der Umsetzung von nachhaltigen Geschäftsmodellen könnten Strategien zur Vernetzung und Digitalisierung von Anlagen und Geschäftsprozessen eine bedeutende Rolle spielen, sagte Döbler. «Jedoch scheinen Manager das nicht vollständig auszunutzen», sagte er. In der Rangliste unter zwölf abgefragten Prioritäten landeten Investitionen in Technologien rund um die sogenannte «Industrie 4.0» auf dem letzten Platz. Vor allem in Deutschland zögen Unternehmen ausprobierte und bewährte Testverfahren vor. Unsicherheit, die deutsche Mentalität und im Abschwung begrenzte Budgets lasteten auf den Investitionen in solche Projekte.