Switzerland

Österreich, Tschechien und Slowakei einigen sich auf gemeinsame Grenzöffnung ab Mitte Juni, Trump droht WHO mit endgültigem Zahlungsstopp – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Mehr als  319 100 Personen sind bisher nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, mehr als 4,8 Millionen Menschen sind seit dem Ausbruch positiv getestet worden. Während einige Länder von der Krise überfordert sind, wagen andere den Gang in die Normalität.

Die neusten Entwicklungen

  • Österreich, Tschechien und die Slowakei haben sich auf eine gemeinsame Grenzöffnung ab Mitte Juni geeinigt. Die endgültige Entscheidung einschliesslich des genauen Datums könne schon kommende Woche fallen, sagte der österreichische Aussenminister Alexander Schallenberg am Dienstag (19. 5.).
  • US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem endgültigen Zahlungsstopp gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu «wesentlichen Verbesserungen» verpflichten, werde er zudem die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heisst es in einem Schreiben an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, das Trump am Montagabend auf Twitter veröffentlichte.
  • Die Zahl der Corona-Toten in den USA hat in den letzten 24 Stunden  90 000 überschritten. Das ging am Montagabend (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA lag der Uni zufolge bei mehr als 1,5 Millionen. Noch vor wenigen Wochen war das Institut IHME der Universität Washington in Seattle davon ausgegangen, dass sich die Opferzahl im Hochsommer bei etwa 90 000 stabilisieren würde. Mittlerweile gehen die Wissenschafter davon aus, dass die Zahl der Toten in den USA bis Ende des Monats auf rund 110 000 Tote ansteigen könnte. Erst ab Ende Juli könnte sich die Opferzahl dann bei rund 145 000 stabilisieren.
  • Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben ein Malaria-Medikament als Coronavirus-Prophylaxe. Er nehme seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin ein, sagte Trump am Montag im Weissen Haus. Er habe «sehr gute Dinge» über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört. Auf Nachfrage nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Nutzen einer solchen Prophylaxe behauptete Trump, er habe dazu viele Anrufe bekommen und viele Ärzte und Krankenschwestern nähmen es auch vorsorglich ein. Er habe die Einnahme des Medikaments mit dem Arzt des Weissen Hauses abgestimmt. Trump hatte im März und April immer wieder für Hydroxychloroquin als Therapie für Patienten geworben, die an der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 litten. Das Medikament sei ein «Geschenk Gottes», schwärmte er damals. Ende April warnte die amerikanische  Arzneimittelbehörde (FDA) allerdings vor dem angeblichen Wundermittel: Es gebe keine belastbaren Beweise einer Wirksamkeit gegen Covid-19, das Mittel erhöhe aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen, hiess es. Zuvor hatte eine Studie bei Einnahme des Medikaments in Kombination mit einem Antibiotikum eine höhere Sterblichkeit bei Patienten festgestellt. Unseren ausführlichen Hintergrundartikel zum Aufstieg und Fall des angeblichen Wundermittels finden Sie hier. 
  • Berlin und Paris wollen einen Wiederaufbauplan in der Höhe von 500 Milliarden Euro. Deutschland und Frankreich schlagen gemeinsam ein europäisches Programm zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise vor. Dies geht aus einer Erklärung von Kanzlerin Merkel und Präsident Macron vom Montag (18. 5.) hervor. Deutschland hatte zuvor lange Vorbehalte dagegen gehabt, solche per Kredit aufgenommenen Gelder als Zuwendungen an Krisenstaaten auszuzahlen. Frankreich hat seinerseits Zugeständnisse gemacht und akzeptiert, dass die Mittel über den EU-Haushalt verteilt werden. Der deutsch-französische Motor springt wieder an

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen steigen weiter an

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Wie in Madrid applaudierten in ganz Spanien dem medizinischen Personal, 17. Mai.

Wie in Madrid applaudierten in ganz Spanien dem medizinischen Personal, 17. Mai. 

Sergio Perez / Reuters

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa zum Zentrum der Coronavirus-Pandemie erklärt hatte, reagierten viele Staaten mit Ausgangsbeschränkungen. Da die täglichen Infektionsraten insgesamt sinken, lockern mehrere Regierungen die Beschränkungen schrittweise.

Die EU-Kommission plädiert in einem am 13. Mai präsentierten Plan dafür, die stark eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU wiederherzustellen. Immer mehr europäische Länder wollen ihre Grenzen wieder öffnen.

Die Tschechische Republik, die Slowakei und Österreich wollen ihre gegenseitigen Grenzen ab Mitte Juni öffnen. Die Schweiz will ihre Grenzen bis zum 15. Juni Richtung Deutschland, Österreich und Frankreich wieder öffnen.

Zum Bericht zu den geplanten Grenzöffnungen (Stand: 13. Mai)

Diese Länder sind in Europa am stärksten betroffen

Russland zählte am 12. Mai erstmals mehr Fälle als Grossbritannien. In den letzten Tagen kamen stets etwa 10 000 Neuinfizierte pro Tag dazu. Derzeit sind rund 300 000 Fälle gemeldet, 2837 Personen sind gestorben (19. 5.) – ein verhältnismässig kleiner Wert, jedoch ist zu bezweifeln, ob sämtliche Fälle erfasst werden. Trotzdem gehen bereits wieder viele Menschen zur Arbeit. Die Grenzen sind noch geschlossen. In der Hauptstadt Moskau laufen Massentests auf Antikörper. 

In Gedenken an verstorbenes medizinisches Personal wurden in St. Petersburg Fotos der Pfleger und Ärztinnen und Blumen aufgehängt.

In Gedenken an verstorbenes medizinisches Personal wurden in St. Petersburg Fotos der Pfleger und Ärztinnen und Blumen aufgehängt.

Anatoly Maltsev / EPA

Das Vereinigte Königreich verzeichnet inzwischen mehr als 247 700 positiv getestete Personen und über 34 800 Tote (19. 5.). Dies sind mehr Todesfälle als im deutlich früher von der Pandemie betroffenen Italien.

Es gibt erhebliche Zweifel an den offiziellen Zahlen in Grossbritannien

Premierminister Boris Johnson, der zeitweise selber schwer am Coronavirus erkrankt war, hat am 10. Mai geringfügige Lockerungen angekündigt. Seit vergangenem Mittwoch dürfen die Menschen in England wieder unbegrenzt ihre Häuser verlassen und auch für Tagesausflüge innerhalb des grössten britischen Landesteils umherreisen. Eine Umfrage ergab allerdings, dass die Briten zunehmend unzufrieden mit ihrer Regierung sind. Für viele sind die neuen Vorgaben zu unklar. Zudem zogen die Regionalregierungen in den kleineren Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland nicht mit, so dass nun unterschiedliche Regelungen gelten. 

Boris Johnson gerät in der Corona-Krise ins Wanken

Frühestens ab dem 1. Juni ist mit der schrittweisen Öffnung etwa von Läden und Schulen zu rechnen. Von Juli an sei womöglich an eine teilweise Öffnung von Restaurants und Betrieben mit Publikumsverkehr zu denken.

Fotos, Blumen und Holzkreuze erinnern an 13 Personen, die während der Ausgangssperre infolge einer Coronavirus-Infektion im englischen Burton-on-Trent gestorben sind. Unter ihnen sind drei Personen derselben Familie. Aufnahme vom 30. April.

Fotos, Blumen und Holzkreuze erinnern an 13  Personen, die während der Ausgangssperre infolge einer Coronavirus-Infektion im englischen Burton-on-Trent gestorben sind. Unter ihnen sind drei Personen derselben Familie. Aufnahme vom 30. April. 

Christopher Furlong / Getty

In Italien steht die Gesamtzahl der Infektionsfälle bei über 225 800, mehr als 32 100 Personen sind gestorben (19. 5.). Die Landesgrenzen sollen am 3. Juni wieder geöffnet werden. Die Ausgangsbeschränkungen sind seit dem 4. Mai gelockert. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft wieder ihre Produktion hoch. So dürfen Friseure, Kosmetikstudios, Einzelhandel, Bars und Restaurants ab dem 18. Mai wieder öffnen. Auch dürfen sich die Menschen dann ohne eine Selbstauskunft bewegen, aber nur innerhalb ihrer Region. Treffen mit Freunden sind nun möglich, auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

Spanien will bis Ende Juni zur «neuen Normalität» zurückfinden. In zwei-Wochen-Schritten sollen Geschäfte, Kirchen, Fitnessstudios und Hotels geöffnet werden, wobei das Land regional unterschiedlich vorgeht. Die Balearen mit der Hauptinsel Mallorca, das Baskenland und weitere Regionen haben am 11. Mai mit «Phase 1» begonnen: Hotels, Restaurants und Bars im Freien dürfen wieder öffnen. In anderen Regionen wie Katalonien oder Valencia sind Lockerungen nur begrenzt erlaubt. In der Hauptstadt Madrid und in Barcelona gelten weiterhin Ausgehsperren. Reisen zwischen den Landesregionen sind nicht gestattet. Die Schulen bleiben bis September geschlossen. Das Land verzeichnet etwa 231 600 Fälle (19. 5.). Mehr als 27 800 Erkrankte sind verstorben.

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

0100200300RusslandGrossbritannienSpanienItalienFrankreichDeutschlandBelgienNiederlandeSchweizWeissrusslandSchwedenPortugalIrlandPolenUkraineRumänienÖsterreichDänemarkSerbienTschechienNorwegen

Die Situation in unseren anderen Nachbarländern

In Frankreich liegt die Zahl der Fälle bei über 180 000, mehr als 28 200 Personen sind bisher verstorben (19. 5.). Allein in Alters- und Pflegeheimen sind mehr als 9200 Personen verschieden. Die Fallzahlen weisen keinen konstanten Trend nach unten auf, trotzdem können die Menschen seit dem 11. Mai wieder ohne Passierschein vor die Tür. Für Sport oder Spaziergänge gibt es keine Beschränkungen mehr. Auch die Geschäfte sind wieder offen. Restaurants und Bars bleiben zu. In Départements, die nicht so stark betroffen sind, dürfen Parks und Gärten wieder öffnen. Schrittweise sollen auch Schulen und Krippen wieder aufmachen. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Die Grenze zur Schweiz und zu Deutschland sollen am 15. Juni wieder geöffnet werden.

In Deutschland liegt die Zahl der Fälle bei rund 176 550 (19. 5.), 8003 Personen sind in Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. Es gilt ein Kontaktverbot ab drei Personen.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Österreich liegt die Zahl der positiven Tests bei mehr als 16 300 (19. 5.), 632 Personen sind gestorben. Seit dem 1. Mai sind die Ausgangsbeschränkungen – bis vorerst Ende Juni – wieder aufgehoben. Beim Einkaufen und im öffentlichen Verkehr müssen Mund und Nase bedeckt werden. Die Grenze zur Schweiz und zu Deutschland soll am 15. Juni wieder geöffnet werden.

Die Situation in den Benelux-Staaten und Skandinavien

In den Niederlanden sind die Grundschulen seit dem 11. Mai wieder offen – zunächst für je die Hälfte der Schüler pro Tag. Auch Kitas und Bibliotheken sind wieder offen. Ab 1. Juli sind Lockerungen auch für den Tourismus geplant. Bisher sind in den Niederlanden rund 44 450 Infektionsfälle registriert worden,  5734 Menschen sind gestorben (19. 5.).

Belgien verzeichnet rund 55 800 Ansteckungen und über 9100 Tote (19. 5.). Seit dem 11. Mai sind alle Geschäfte wieder offen, allerdings gelten Hygieneauflagen. Am 18. Mai sind weitere Lockerungen etwa für den Unterricht an Schulen, Coiffeure und Sporttrainings erfolgt. Jede Art kultureller, sportlicher oder touristischer Veranstaltungen bleibt bis 30. Juni verboten.

In Dänemark sind Kitas, Kindergärten und Primarschulen bereits seit Mitte April wieder offen. Kurz darauf wurden die Einreisebestimmungen gelockert. Seit dem 11. Mai darf der gesamte Einzelhandel wieder öffnen. Die Öffnung von Museen, Kinos und Theatern erfolgt voraussichtlich am 8. Juni. Das Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen soll dann auf maximal 30 bis 50 Teilnehmer gelockert werden. Das Land meldet über 11 200 Fälle, 551 Personen sind gestorben (19. 5.). 

Schweden geht einen auch im eigenen Land umstrittenen Sonderweg: Schulen, Geschäfte und Restaurants blieben weitgehend geöffnet. Das Einreiseverbot für Personen ausserhalb der EU sowie aus Ländern der Freihandelszone ist um einen Monat bis zum 15. Juni verlängert worden. Bis Dienstag (19. 5.) wurden in Schweden über 30 800 Fälle und 3743 Tote erfasst.

In Polen müssen seit dem 4. Mai polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Am 18. Mai sollen die Restaurants und Coiffeurs wieder öffnen. Fast 18 900 Fälle sind seit Ausbruch der Krise registriert worden, 936 Personen sind gestorben (19. 5.). Wegen der Pandemie wurde die für den 10. Mai angesetzte Präsidentenwahl verschoben.

In Tschechien dürfen Biergärten, Geschäfte in Einkaufszentren, Coiffeure, Kinos und Museen seit 11. Mai wieder öffnen. Der reguläre internationale Reiseverkehr mit Bus, Bahn und Flugzeug wird wieder zugelassen. Ein weitgehender Einreisestopp für Ausländer gilt jedoch weiterhin. Es besteht Maskenpflicht in Geschäften, Büros und dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Das Land verzeichnet derzeit mehr als 8500 Fälle und 297 Tote (19. 5.).

In Ungarn nutzt Ministerpräsident Viktor Orban die Krise, um seine Macht auszubauen. Das Land steht seit dem 11. März unter Notstandsrecht. Das Parlament hat ein Gesetz gebilligt, das es der Regierung erlaubt, für unbegrenzte Zeit per Dekret zu regieren. Am 15. Mai hat Orban jedoch angekündigt, die umstrittenen Sondervollmachten bis Ende Mai wieder abzugeben. Ungarn verzeichnet etwa 3560 Infizierte und 467 Tote (19. 5.).

Die Situation in der Türkei

Die Türkei verzeichnet mehr als 150 500 Infektionsfälle und 4171 Tote (19. 5.). Bis 19. Mai gilt eine Ausgangssperre für mehrere Städte. Zuvor war die seit mehr als einem Monat geltende Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und unter 20-Jährige teilweise gelockert worden: Seit dem 10. Mai dürfen diese Personen an festgelegten Tagen vorerst für vier Stunden aus dem Haus. Gleichzeitig wurden Reisebeschränkungen für sieben von 31 Städten und Provinzen aufgehoben.

Der Imam der Fatih Moschee in Istanbul betet wegen der Pandemie ganz alleine am ersten Tag des Fastenmonats.

Der Imam der Fatih Moschee in Istanbul betet wegen der Pandemie ganz alleine am ersten Tag des Fastenmonats. 

Emrah Gurel / AP

Die Situation auf dem Balkan

Griechenland hat bereits frühzeitig das Coronavirus eingedämmt. Seit dem 4. Mai dürfen sich die Bürger wieder ohne Bewilligung bewegen. Mit der Öffnung aller Geschäfte des Einzelhandels hat am 11. Mai die zweite Phase des Neustarts der Wirtschaft begonnen. Zudem kehren die letzten Klassen der Gymnasien in die Schulen zurück. Am 1. Juli soll der Tourismus für das Ausland geöffnet werden. Im öffentlichen Nahverkehr gilt eine Maskenpflicht. Mehr als 2800 Personen sind als infiziert gemeldet, 165 sind gestorben (19. 5.).

In Serbien dürfen seit 4. Mai Gaststätten öffnen, wenn sie ihre Kundschaft draussen bedienen. In Belgrad sind Kindertagesstätten und Grundschulen für Kinder, deren Eltern arbeiten müssen, seit dem 11. Mai wieder offen. Der öffentliche Verkehr wird schrittweise hochgefahren. Im öffentlichen Raum gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. In Serbien gibt es fast 10 700 bestätigte Fälle und 231 Todesopfer (19. 5.).

Die Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich kündigen Grenzöffnungen an

Nationale Regelungen

Die Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich kündigen Grenzöffnungen an - Nationale Regelungen

Die Vereinigten Staaten zählen mit mehr als 1,5 Millionen Infizierten seit Beginn des Ausbruchs die meisten bestätigten Fälle der Welt (19. 5.). Die Zahl der Toten liegt bei über 90 300. In der Umgebung von Präsident Donald Trump sind mehrere Mitarbeiter infiziert gewesen: Eine Pressesprecherin von Vizepräsident Pence, ein persönlicher Bediensteter von Trump und mehrere Geheimdienst-Mitarbeiter im Weissen Haus.

Trump empfiehlt den Gouverneuren der Gliedstaaten eine Lockerung in drei Phasen, sobald die täglichen Infektionsraten über einen Zeitraum von 14 Tagen sinken. Ihm wird vorgeworfen, Proteste gegen Schutzmassnahmen zur Eindämmung des Virus anzuheizen. Der Immunologe und amerikanische Regierungsberater Anthony Fauci hat in einer Video-Anhörung des Senats (12. 5.) vor einer zu schnellen Rückkehr zur Normalität gewarnt: Es bestehe das reale Risiko eines Ausbruchs, den man nicht kontrollieren könne. Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle prognostizieren wegen der Lockerungen mehr Tote in den USA als zuvor angegeben. Ihre Berechnungen ergeben einen Mittelwert von 147 000 Todesfällen.

Seit der Zuspitzung der Pandemie in den USA im März haben mehr als 36 Millionen Menschen ihren Job verloren. Die Arbeitslosenquote in der weltgrössten Volkswirtschaft lag im April bei 14,7 Prozent. Wegen Fehlern bei der Erhebung der Daten sei tatsächlich aber eine Quote von etwa 20 Prozent realistisch, heisst es seitens der zuständigen Behörde. Vor der Pandemie betrug die Quote rund 3,5 Prozent.

Diese Region ist derzeit am stärksten betroffen

New York ist das Zentrum der Epidemie in den USA. Mehr als 356 200 Menschen im Gliedstaat sind infiziert, über 28 300 Menschen sind gestorben (19. 5.). Die Infektionsrate ist derzeit rückläufig. Seit dem 15. Mai werden in weniger betroffenen Regionen die Beschränkungen von Gesellschaft und Wirtschaft schrittweise gelockert. Die Strände sollen über das Memorial-Wochenende vom 25. Mai unter Auflagen wieder öffnen. Gouverneur Andrew Cuomo wirbt für freiwillige Coronavirus-Tests für alle New Yorker, die wieder arbeiten gehen dürfen. New York führt rund 40 000 Tests pro Tag durch.

So präsentiert sich die Lage in andern Regionen

In den Gliedstaaten Washington und Kalifornien sowie in New Jersey, Virginia, Maryland, Ohio, Delaware, Louisiana und in der Hauptstadt Washington gelten Ausgangssperren. Die ersten Gliedstaaten haben Ende April, Anfang Mai mit einer Lockerung der Beschränkungen begonnen, darunter Tennessee und Georgia, ausserdem Texas, Alabama, Idaho, Iowa, Maine und Kalifornien. Demokraten protestierten in Städten wie Dallas und Texas dagegen. Florida begann am 4. Mai mit der Öffnung.

Daten aus den Gliedstaaten Illinois und Michigan zeigen, dass Dunkelhäutige stärker betroffen sind. Laut Experten spiegelt dies die Ungleichheit bezüglich Gesundheitszustand und Zugang zu medizinischer Versorgung wider. 

In Kanada wurde das Coronavirus aufgrund der besseren Testmöglichkeiten früher festgestellt als in Mittel- und Südamerika. Dort registrieren die Länder erst nach und nach Infizierte.

Diese Länder sind derzeit am stärksten betroffen

In Kanada ist die Zahl der Infektionsfälle auf mehr als 78 500 gestiegen (19. 5.). Rund 5900 Personen sind gestorben. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen. Die Grenze zwischen zu den USA wird bis zum 21. Juni für nicht notwendige Reisen geschlossen bleiben.

Brasilien verzeichnet über 16 850 Tote und mehr als 255 300 Fälle (19. 5.) und droht damit zum nächsten Epizentrum der Pandemie zu werden. Spitäler mehrerer Städte sind überlastet, Massengräber werden ausgehoben. Das Virus hat auch die Urbevölkerung in abgelegenen Regionen des Amazonas erreicht. Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro will dennoch schnell zur Normalität zurück und desavouiert mit seiner Ablehnung von Schutzmassnahmen die Gouverneure der Gliedstaaten. Am 15. Mai hat Gesundheitsminister Nelson Teich nach nicht einmal einem Monat seinen Rücktritt eingereicht.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

In Mittel- und Südamerika sind fast alle Länder betroffen. Mehrere Länder haben Einreiseverbote erlassen, darunter Kuba. Einheimische dürfen dort nicht mehr ausreisen. Haiti, Panama, Kolumbien und Honduras haben Ausgangssperren verhängt. 

El Salvador schloss am 11. März, noch vor bestätigten Infektion im Land, die Grenzen und führte am 22. März die strengsten Ausgangsbeschränkungen Mittel- und Südamerikas ein. Wer die Quarantäne missachtet, wird für bis zu 30 Tage in ein «Eindämmungszentrum» gesteckt. Menschenrechtler kritisierten diese Praxis und das oberste Verfassungsgericht des Landes hat diese für unzulässig erklärt. Bisher wurden rund 1500 Menschen positiv getestet (19. 5.), 30 von ihnen starben.

In Venezuela gibt es laut offiziellen Zahlen 618 Infizierte und 10 Tote (19. 5.). Wegen der schweren politischen Krise liegt das Gesundheitssystem des Landes am Boden.

Ein Arbeiter geht auf der Anlage eines Krematoriums in Mexiko-Stadt an leeren Särgen vorbei.

Ein Arbeiter geht auf der Anlage eines Krematoriums in Mexiko-Stadt an leeren Särgen vorbei. 

Sashenka Gutierrez / EPA

China war ursprünglich das Zentrum des Coronavirus, auch andere Länder Asiens verzeichneten früh erste Fälle. Sie haben früh reagiert und zum Teil ganze Städte abgeriegelt. Trotz positiven Meldungen aus der jüngsten Zeit ist die Krise noch nicht ausgestanden. Am 1. Mai öffneten sich zum ersten Mal wieder die Tore zu Parkanlagen und zur Verbotenen Stadt im Herzen Pekings. Allerdings werden die Besucherströme kanalisiert. 

Dieses Land ist in Asien am stärksten betroffen

In China hat die Millionenstadt Wuhan (Provinz Hubei), in der das Coronavirus seinen Anfang nahm, die Zahl der Toten am 17. April um 50 Prozent nach oben korrigiert. Demnach sind in der zentralchinesischen Stadt weitere 1290 Personen in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896. Bisher war «nur» von 2579 Toten berichtet worden. Am 11. Mai  verzeichnete die Stadt fünf neue Fälle – der höchste Anstieg seit dem 28. April. Nun will China alle 11 Millionen Einwohner der Stadt testen. Am 13. Mai hat die Regierung mit Jilin erneut eine Millionenmetropole abgeriegelt, nachdem etwa zwei Dutzend neue Infektionsfälle festgestellt worden waren. Seither dürfen nur noch Menschen, die negativ getestet wurden, die Stadt verlassen.

Insgesamt hat China mehr als 84 000 Infektionsfälle (19. 5.) und 4638 Todesfälle gemeldet. Zum Bericht

In China sinkt die Zahl der Erkrankten weiter

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Wegen kürzlichen Häufung von Infektionen im Zusammenhang mit Bars und Nachtclubs in der Hauptstadt Seoul sind seit dem 9. Mai sämtliche nächtlichen Unterhaltungseinrichtungen geschlossen. Bisher gibt es in Südkorea über 11 000 Fälle, 263 Personen sind gestorben (19. 5.).

Nordkorea zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut WHO-Angaben vom 8. April führt Nordkorea Tests durch und hat rund 500 Personen unter Quarantäne gestellt.

In Japan hat Regierungschef Shinzo Abe den Notstand in den meisten Landesteilen vorzeitig aufgehoben. Ausgenommen sind städtische Grossräume wie Tokio oder Osaka. Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gelten sollen. Insgesamt zählt Japan rund 16 300 Infektionsfälle und 749 Tote (19. 5.).

In Indien wird in der am stärksten betroffenen roten Zone die Ausgangssperre bis zum 17. Mai verlängert. In den orangefarbenen und grünen Zonen sollen gewisse wirtschaftliche Aktivitäten erlaubt sein, etwa in der Medikamentenherstellung und in der IT. 3163 Personen sind gestorben, es gibt mehr als 100 300 Infektionsfälle (19. 5.). Da wenig getestet wird, dürfte die Dunkelziffer höher sein.

In Singapur dürfen seit dem 12. Mai einige Geschäfte wieder öffnen, ab dem 19. Mai können die Kinder wieder zur Schule. Wer gegen die Abstandsregeln verstösst, muss bis zu 7000 Dollar Busse zahlen, bis zu sechs Monate im Gefängnis sitzen – oder beides. Treffen jeglicher Grösse von Personen, die nicht zu einer Familie oder einem Haushalt gehören sind verboten. Der wirtschaftlich höchstentwickelte Staat in Südostasien rechnet für das zweite Quartal 2020 mit einem Wirtschaftseinbruch von rund 20 Prozent. Insgesamt sind in Singapur 28 800 Fälle gemeldet, 22 Menschen sind verstorben (19. 5.). 

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Malaysia, Indonesien, Vietnam und Hongkong haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen.

Iran verzeichnete seit Februar eine rasch steigende Anzahl an Corona-Fällen und entwickelte sich damit nach China zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die daher mit starken Abschottungsmassnahmen reagierten. Saudiarabien rief dazu auf, Pilgerreisen nach Mekka und Medina zu unterlassen und während des Fastenmonats Ramadan, der am 23. April begann, zu Hause zu beten. In Katar müssen von diesem Dienstag (19. 5.) an bis zum 30. Mai fast alle Geschäfte schliessen und alle Geschäftsaktivitäten eingestellt werden. 

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Iran verzeichnet noch immer die meisten Fälle in der Region. Rund 124 600 Menschen sind positiv getestet worden, die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Mehr als 7100 Menschen sind gestorben (19. 5.). Es gilt ein Reiseverbot. Seine jährlichen anti-israelischen Demonstrationen am sogenannten Al-Kuds-Tag, der dieses Jahr auf den 22. Mai fällt, hat Iran abgesagt.

In Iran steigt die Zahl der Infizierten wieder leicht

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Iran, nach Status der Patienten (in Tausend)

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Waren die meisten Länder der Region, abgesehen von Iran, eher moderat von der Pandemie getroffen, stiegen auch hier die Zahlen. Dank Beschränkungen sind auch hier die Infektionsraten teilweise rückläufig.

Israel hat die Beschränkungen weiter gelockert. Seit Sonntag (17. 5.) sind die Schulen für einige Jahrgänge wieder offen – Schüler ab der vierten Klasse müssen Masken tragen. Die Regierung will zudem Versammlungen von bis zu 50 Personen im Freien wieder erlauben. Am 14. Juni sollen alle Versammlungsbeschränkungen aufgehoben sein. Israel zählt über 16 640 Infizierte und 276 Tote (19. 5.). 

In Syrien hat Machthaber Bashar al-Asad die für Mai geplante Parlamentswahl ein zweites Mal verschoben. Neuer Termin ist der 19. Juli. Das Gesundheitsministerium hat bisher 58 Corona-Fälle gemeldet, darunter drei Tote (19. 5.).

Aufgrund der meist schlechten Testmöglichkeiten ist in Afrika die Zahl der registrierten Corona-Fälle im weltweiten Vergleich niedrig. Da die meisten Länder über schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme verfügen, könnte das Virus hier noch tödlicher wirken.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Zurzeit melden Ägypten und Südafrika mit mehr als 12 700 bzw. 16 400 Fällen die höchsten offiziellen Zahlen in Afrika (19. 5). In Ägypten sind davon 645 Personen gestorben, in Südafrika 268. Südafrika eine Ausgangssperre verhängt und den Notstand ausgerufen. Die Einwohner dürfen ihre Häuser nur noch zum Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen. Viele Geschäfte sind geschlossen. In Ägypten gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Jerome Delay / AP

So gestaltet sich die allgemeine Situation auf dem Kontinent

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen werden unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Auch Versicherungen gibt es kaum und die versprochenen Staatshilfen kommen – falls überhaupt – zu spät an. Dies führt zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen. 

Australien und Ozeanien sind im weltweiten Vergleich weniger betroffen. Dennoch haben auch die Länder dieser Region Massnahmen im Kampf gegen das Virus erlassen. Überall gelten Einreisebeschränkungen oder -verbote.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Australien meldet mehr als 7000 Fälle. 100 Personen sind bisher nach einer Infektion gestorben (19. 5.). 6389 haben sich bereits wieder erholt. Angesichts sinkender Infektionszahlen will Australien die Ausgangsbeschränkungen stufenweise lockern und die Wirtschaft bis Juli wieder öffnen. Premierminister Scott Morrison gab am 8. Mai einen Drei-Stufen-Plan bekannt, ohne genaue Daten für die Umsetzung zu nennen. Demnach soll jeder Gliedstaat selbst entscheiden, wie die Lockerungsschritte erfolgen. Der Plan werde alle drei Wochen überprüft.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

In Neuseeland geht die Infektionsrate deutlich zurück. Nach Ende des Notstands am 27. April kehrten 400 000 Menschen zur Arbeit zurück, Schulen waren jedoch nur zugänglich für Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können. Seit dem 14. Mai können Cafés und Geschäfte den Betrieb wieder aufnehmen. Seit Montag (18. 5.) sind die Schulen wieder geöffnet. Abstandsregeln und Hygienevorschriften müssen strikt eingehalten werden. Ausländer dürfen derzeit nicht einreisen, Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht mehr anlegen. Das Land registriert rund 1500 Infektions- und 21 Todesfälle (19. 5). 

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab.

China bekam das Virus erst durch starke Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens in den Griff. Staaten wie Taiwan, Vietnam und Hongkong haben trotz der Nähe zur Volksrepublik weniger Fälle als ihre Nachbarn. Sie waren vorbereitet. Denn Asien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei grössere Epidemien: Sars in den Jahren 2002 und 2003, die Schweinegrippe (H1N1) in den Jahren 2009 und 2010 und Mers 2015. Viele Länder Asiens modernisierten ihre Aktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich untereinander aus. Die Lehre daraus war, dass schon früh starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens getroffen werden müssen. 

Wie Asien die Epidemie in den Griff bekam 

Auch Singapur stand bei der Bekämpfung des Coronavirus lange Zeit gut da. In der zweiten Aprilhälfte schnellten dort allerdings die Fallzahlen infolge von Erkrankungen unter Gastarbeitern aus dem Ausland wieder nach oben.

Neuseeland erklärte das Coronavirus Ende April für «gegenwärtig eliminiert». Ähnliche Erfolge vermeldete Island. 

Mit der Ausbreitung des Coronavirus ist ein Wettbewerb zwischen Biotech-Firmen und Forschungsinstituten um die Herstellung eines Impfstoffes entbrannt. Die WHO teilte am 23. April mit, 83 Impfstoffe seien in Entwicklung, 6 davon befänden sich im Stadium klinischer Studien. In Deutschland hat das Mainzer Unternehmen Biontech, das zusammen mit dem Pharma-Riesen Pfizer an einem Impfstoff arbeitet, als erstes die Zulassung für Tests an Menschen bekommen. Im März begann die amerikanische Biotech-Firma Moderna als erstes Unternehmen mit der Durchführung von klinischen Studien. China hat bisher für die Erprobung von drei möglichen Impfstoffen grünes Licht gegeben, während in Grossbritannien zurzeit ein Impfstoff der Universität Oxford klinisch getestet wird. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass es 12 bis 18 Monate dauern wird, bis der erste Impfstoff die Marktzulassung erhalten wird.

Auch ein Medikament, das erwiesenermassen zu einer raschen Genesung beiträgt, ist noch nicht verfügbar. Die Hoffnung ruht vor allem auf bereits existierenden Mitteln, deren Wirksamkeit bisher nur gegen andere Krankheiten nachgewiesen wurde.

Die WHO testet das antivirale, gegen Ebola entwickelte Medikament Remdesivir, zwei Malariamittel (Chloroquin und Hydroxychloroquine), eine Kombination zweier HIV-Medikamente (Lopinavir und Ritonavir) sowie diese zwei Präparate zusammen mit Interferon-Beta, einem Mittel zur Behandlung von Multipler Sklerose.

Laut einer im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlichten Studie haben Wissenschafter in Hongkong eine erfolgreiche Behandlung des Coronavirus mit einem Cocktail aus drei Medikamenten gemeldet (8. 5.), darunter zwei, die auch die WHO testet. Demnach habe sich gezeigt, dass die Kombination der verschiedenen Wirkstoffe bei Patienten mit einem milden bis moderaten Krankheitsverlauf die Anzahl der Viren im Körper schnell verringere. Zur Meldung

Die USA wollen mit ihrem Projekt «Operation Warp Speed» bis zum Jahresende einen Impfstoff entwickeln. Amerikanische Spitäler dürfen seit Mai das Ebola-Medikament Remdesivir einsetzen. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der Wirkstoff bei Covid-19-Patienten die Genesungszeit um mehrere Tage verkürzen kann. Der Arzneimittelhersteller Gilead führe laut eigener Aussage Gespräche mit Chemikalien- und Arzneimittelherstellern, um das experimentelle Medikament für Europa, Asien und Entwicklungsländer bis spätestens 2022 herzustellen.

Der japanische Arzneimittelhersteller Takeda Pharmaceutical plant, im Juli eine mehrmonatige klinische Studie für eine Behandlungsmethode von Covid-19 auf Basis von Antikörpern mit Hunderten von Teilnehmern zu beginnen. Bei Erfolg könnte die Therapie noch in diesem Jahr der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zur Genehmigung vorgelegt werden. Wann ein Produkt verfügbar sein werde, sei noch unklar, sagte Julie Kim, Präsidentin der Therapie-Einheit von Takeda (13. 5.).

Bezüglich Immunität nach einer durchgemachten Covid-19-Krankheit warnt die WHO, es sei keineswegs sicher, dass einmal Infizierte fortan geschützt sind. Allerdings, so die Hoffnung, würde eine zweite Infektion deutlich milder verlaufen.

Der Basler Pharmakonzern Roche erhielt am 3. Mai in den USA die Zulassung seines Antikörper-Tests für das Coronavirus. Der Blutplasma-Test erkenne Antikörper, die der menschliche Organismus nach einer Coronavirus-Infektion gebildet hat, hiess es.

Die Beschränkungen haben ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt. Entsprechend erwartet der Internationale Währungsfonds (IMF) die schlimmste Rezession seit der Grossen Depression. Unter der Annahme, dass die Pandemie im zweiten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreicht, erwartet der IMF einen Rückgang der realen Weltwirtschaftsleistung (BIP) um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Falls die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte abklingt, ist 2021 jedoch ein starker Wiederaufschwung mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 5,8 Prozent zu erwarten. Für Asien prognostiziert der IMF zum ersten Mal seit 60 Jahren ein Nullwachstum.

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation sind fast die Hälfte der 3,3 Milliarden Arbeitskräfte weltweit wegen der Massnahmen gegen das Virus in ihrer Existenz bedroht. Betroffen seien vor allem 1,6 der zwei Milliarden Menschen, die irregulärer Arbeit nachgehen. Ihr Einkommen sei im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent eingebrochen, in Afrika und Lateinamerika sogar um mehr als 80 Prozent.

Viele Notenbanken haben ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und Konsum anzukurbeln. Die Regierungen helfen betroffenen Unternehmen mit Sofortzahlungen.

Nach langen Verhandlungen haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket für die europäische Wirtschaft in der Höhe von 540 Milliarden Euro einigen können. Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket am 23. April gebilligt. Zudem soll es einen Fonds für den Wiederaufbau geben. 

Weltweit wurden zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Dazu gehören das Oktoberfest in München, die Olympischen Sommerspiele, die Fussball-Europameisterschaft, der Eurovision Song Contest, die Expo 2020 in Dubai sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

So geht der Sport mit der Corona-Krise um

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Experten gehen davon aus, dass sich bereits im November die ersten Personen infiziert haben könnten. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden sei. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich derart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden sei, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Das Spital entdeckte den Fall, weil es alte Proben von Patienten mit Lungenentzündungen erneut testen liess. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet. Zunächst ging man nicht davon aus, dass Covid-19 sich vor Januar in Europa ausgebreitet hatte. Zum Bericht

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen «Sars-CoV-2» (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde «Covid-19» (coronavirus disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

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